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Beratung zur beruflichen Weiterbildung - allein auf weiter Flur.

Der Weiterbildungsmarkt ist unübersichtlich. Wer für seine berufliche Zukunft nach den richtigen Qualifizierungsangeboten sucht, ist oft auf eine Beratung angewiesen. Die Qualität von neutralen Weiterbildungsberatungen fiel jedoch in Tests der STIFTUNG WARENTEST im Auftrag des BMBF ernüchternd aus.

Untersuchung

Um eine Erfolg versprechende Weiterbildung zu finden, sind Verbraucher auf Informationen angewiesen: Welche Kurse werden angeboten? Welche Qualität haben diese Angebote? Welche Weiterbildung passt zur beruflichen Laufbahn und zur persönlichen Situation? Die STIFTUNG WARENTEST hat gefördert durch das BMBF die Beratung von Institutionen untersucht, die den Anspruch haben, Weiterbildungsinteressierten -  unabhängig vom eigenen Kursangebot - eine individuelle Entscheidungs- und Orientierungshilfe zu geben. Eine so genannte "trägerneutrale Beratung" bieten Arbeitsagenturen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, kommunale Träger sowie Frauenberatungsstellen an.

Qualitätskriterien

Um eine individuelle Entscheidungs- und Orientierungshilfe geben zu können, benötigen  die Berater Fachkenntnisse und kommunikative Fähigkeiten: Sie  müssen einerseits die persönlichen Interessen und beruflichen Voraussetzungen der Ratsuchenden berücksichtigen und andererseits gut über Arbeitsmarktlage und vorhandenen Angeboten bescheid wissen. Erst die Verbindung dieser beiden Aspekte macht eine professionelle Beratungs aus.

Ergebnisse

Die Test-Ergebnisse sind ernüchternd: Kaum eine der getesteten Institutionen bietet eine lückenlose und zufrieden stellende Beratung zur beruflichen Weiterbildung an. Mit den Agenturen für Arbeit hat ausgerechnet der mit Abstand größte neutrale Anbieter das schlechteste Ergebnis erzielt. Zentrale Schwachstellen waren, dass die persönlichen Voraussetzungen der Ratsuchenden nicht berücksichtigt und in Frage kommende Weiterbildungsangebote nicht weiter erörtert wurden.

Außerdem erfüllen die Arbeitsagenturen ihren im Sozialgesetzbuch III fixierten gesetzlichen Auftrag nicht, alle Jugendlichen und Erwachsenen, die am Erwerbsleben teilnehmen wollen, zu beraten: Nicht arbeitslos oder arbeitssuchend Gemeldete bekamen häufig überhaupt keinen Beratungstermin. In unserer Untersuchung waren 57 Anläufe nötig, um 28 Gespräche zu führen.

Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern sind dagegen vor allem für Berufstätige eine gute Adresse, die beruflich weiterkommen wollen. Von einer neutralen Beratung der Kammern kann man allerdings nur unter Vorbehalt sprechen, da sie oft das eigene Kursangebot empfohlen haben.

Für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte sind die Träger auf kommunaler Ebene eine Alternative. Mit Ausnahme der Förder- und Finanzierungsfrage berieten die kommunalen Stellen durchweg besser als die Arbeitsagenturen.

Am besten schnitten aber die Frauenberatungsstellen ab: Sie sind die erste Adresse für Frauen, die nach einer beruflichen Auszeit wieder einsteigen wollen. Allerdings sind Frauenberatungsstellen und auch kommunale Träger sehr ungleich über das  Bundesgebiet verteilt und in einigen Ländern überhaupt nicht vorhanden.

Verbrauchertipps

Weiterbildungswillige sollten mehrere Stellen aufsuchen, um sich umfassend zu informieren. Dabei  sollten sie in den Gesprächen mit den Beratern darauf achten, dass ihre persönlichen und beruflichen Voraussetzungen berücksichtigt werden und die Lage auf dem Arbeitsmarkt zur Sprache kommt. Zudem sollten sie sich nach weiteren Beratungsmöglichkeiten erkundigen, sofern ihre Fragen nicht umfassend beantwortet wurden.


Die genauen Testergebnisse mit verschiedenen Beratungsmodellen für Frauen, Aufsteiger, Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte finden Sie [hier].

Zusatzinformationen

 

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