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Informationsinfrastruktur

Die Verbesserung der informationellen Infrastruktur für die empirisch forschenden Sozialwissenschaften und die Förderung von "enhanced Humanities" in den Geisteswissenschaften sind die Schwerpunkte in diesem Bereich. Dabei ist die Verknüpfung von Infrastrukturen für die Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mit entsprechenden EU-Initiativen im "European Strategic Forum on Research Infrastructures" (ESFRI) besonders wichtig. An dieser Schnittstelle werden die nationale Roadmap zur Entwicklung innovativer Forschungsinfrastrukturen und Finanzierungsregeln für die Investitions- und Betriebskosten erarbeitet.

Innovative Forschungsinfrastrukturen für die Geistes- und Sozialwissenschaften

Für eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige Forschung brauchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler moderne, gut aufgestellte Forschungsinfrastrukturen. Um den Auf- und Ausbau der Forschungsinfrastrukturen über geographische Grenzen hinweg auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften voranzutreiben, hat das BMBF spezifische Fördermaßnahmen aufgelegt, die vor allem auch auf die neuen digitalen Möglichkeiten zielen

In den vergangenen Jahren hat das BMBF den Auf- und Ausbau sozialwissenschaftlicher Infrastrukturen stark unterstützt. Die Grundlage hierfür bildeten Empfehlungen der "Kommission zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik" (KVI). Unter anderem wurden Datenservicezentren und Forschungsdatenzentren eingerichtet, die unter Sicherung des Datenschutzes den Zugang der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu hochwertigen Mikrodaten gewähren, sowie der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, der die Aktivitäten in diesem Feld koordiniert und Themen auf die Agenda bringt.

Neben der Projektförderung in den eHumanities fördert das BMBF Infrastrukturen auch auf institutionellem Wege.

Neue Ressourcen in den Geisteswissenschaften: eHumanities

Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien schafft neue Perspektiven in der Forschung, die nicht nur Arbeitserleichterungen bringen und den Zugriff auf die Forschungsressourcen vereinfachen, sondern auch neue Kollaborationsformen sowie innovative Forschungsansätze ermöglichen. Virtuelle Forschungsumgebungen und systematisch aufgebauter Ressourcenzugang für die Forschung sind in den Naturwissenschaften schon lange üblich. Dies ist insbesondere aufgrund der nichtquantitativen Forschungsmethoden in den Geisteswissenschaften nicht der Fall. Mit seiner Förderung will das BMBF diesem Ungleichgewicht begegnen und eine Ergänzung der traditionellen Forschungsmethoden durch quantitative Methoden ermöglichen. Dies ist das Verständnis von "enhanced Humanities" als erweiterte Forschungsmöglichkeiten in den Geisteswissenschaften.

Das BMBF fördert die eHumanities in zwei Schwerpunkten:

  • Aufbau einer Forschungsinfrastruktur und
  • Entwicklung innovativer Forschungsansätze auf der Basis dieser Infrastruktur. [mehr]

GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften

Als größte deutsche Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften arbeitet GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften mit über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an drei Standorten (Mannheim, Köln, Berlin) und erbringt grundlegende und international be-deutsame forschungsbasierte Dienstleistungen. [mehr]

Daten für die Sozialwissenschaften: Das Sozio-oekonomische Panel

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung über Themen wie Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit, die bereits seit 25 Jahren läuft. Im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin werden jedes Jahr in Deutschland über 20.000 Personen aus rund 11.000 Haushalten von TNS Infratest Sozialforschung befragt. Die Durchführung und Entwicklung der Längsschnittstudie SOEP erfolgt in Form einer "Serviceeinrichtung für die Forschung" in der Leibniz-Gemeinschaft mit Sitz am DIW Berlin. Die SOEP-Gruppe gibt die nutzerfreundlich aufbereiteten Daten an die interessierte Fachöffentlichkeit weiter und erstellt eigene Analysen.

Das SOEP wurde 1983 als Teilprojekt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs 3 (Sfb 3, "Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik") gegründet, der an den Universitäten Frankfurt/Main und Mannheim angesiedelt war. Von 1990 bis 2002 wurde das SOEP als DFG-Projekt gefördert, seit 2000 mit einer Zusatzfinanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung). Im Jahr 2003 ist es auf Beschluss der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK, jetzt Gemeinsame Wissenschaftskonferenz - GWK) in die institutionelle Förderung durch Bund und Länder  in der WGL aufgenommen worden.

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten

 Der 2004 berufene Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) berät das BMBF bei der Förderung zur Verbesserung der Dateninfrastruktur. Der RatSWD ist paritätisch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertretern der Datenproduktion besetzt. Seine grundlegenden Ziele sind die Verbesserung der Datennutzung und des Datenzugangs für die empirische Forschung im Einklang mit dem Datenschutz sowie die Weiterentwicklung der Datenerhebungsmethoden.

Der RatSWD wurde 2009 vom Wissenschaftsrat positiv evaluiert und inzwischen erweitert, um mehr wissenschaftliche Fachgebiete einzubinden und die Datenanbieter umfassender zu repräsentieren. Die inzwischen aufgebaute Dateninfrastruktur nimmt im globalen Vergleich eine Spitzenstellung ein. Der Wissenschaftsrat benennt den RatSWD zudem als positives Beispiel für die Selbstorganisation der Wissenschaft beim Aufbau einer effizienten und leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur (Wissenschaftsrat, 13.1.2009).

Der Ausbau europäischer Infrastrukturen mit ESFRI

Die Diskussion über neuartige Forschungsinfrastrukturen und virtuelle Forschungsumgebungen für Europa wurde ab dem Jahr 2001 mit dem ESFRI-Roadmap-Prozess in Gang gesetzt. Hinter ESFRI verbirgt sich das "European Strategy Forum on Research Infrastructure", ein europäisches Forum, das die Aufgabe hat, eine europaweite Strategie für die Entwicklung der Forschungsinfrastrukturen zu entwickeln, neue Forschungsinfrastrukturen von europäischem Interesse zu identifizieren sowie deren Umsetzung durch transnationale Projekte anzutreiben. 2006 wurde die erste Roadmap für Forschungsinfrastrukturen aufgestellt, die jeweils 2008 und 2010 Aktualisierungen erfuhr.

Insgesamt umfasst die Roadmap 48 Projekte aus verschiedenen Fachgebieten, darunter drei sozialwissenschaftliche:

und zwei geisteswissenschaftliche:

Weitere Informationen zu dem Ausbau europäischer Infrastrukturen mit ESRFI finden Sie hier

Das Institut für Deutsche Sprache

Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim besteht seit 1964. Es ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird das IDS je zur Hälfte vom Bund und dem Land Baden-Württemberg (unter Beteiligung aller Länder) finanziert. In seinen Forschungseinrichtungen verfolgt das Institut überwiegend längerfristige Projekte, die die Arbeit in größeren Forschungsgruppen erforderlich machen. Bei einer Reihe von Forschungsvorhaben arbeitet das IDS mit Projektgruppen und Einzelforschern aus Hochschulen zusammen.

Zusatzinformationen

Publikationen

  • 25 Jahre Leben in Deutschland - 25 Jahre Sozio-oekonomisches Panel ID = 972

    Titelbild der Publikation

    2008, 59 Seiten
    Bestell-Nr.: 30384

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,84 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/soep_leben_in_deutschland.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

    • Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften
    • Dr. Sabine Espenhorst
    • Heinrich-Konen-Straße 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228 / 3821-1580
    • Faxnummer: 0228 / 3821-1500
    • E-Mail-Adresse: franzisca.kaps@dlr.de
    • Homepage: http://pt-dlr-gsk.de/