28.03.2013
Religion, kulturelle Vielfalt und Zivilgesellschaft
Moderne Gesellschaft zeichnen sich durch kulturelle und soziale Vielfalt sowie die fortschreitende Pluralisierung von Lebensstilen aus. Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wahren, ist es deshalb erforderlich, eine Debatte hinsichtlich der Ziele, Werte und Regeln des gemeinsamen Miteinanders anzuregen. Insbesondere stellt sich die Frage, wie in ethnisch, sprachlich und kulturell heterogenen Gesellschaften die Legitimität von sozialen, politischen und ökonomischen Ordnungen hergestellt werden kann. Die Geistes- und Sozialwissenschaften schaffen hierfür wichtiges Orientierungswissen.
Potenziale für gesellschaftlichen Zusammenhang und Teilhabe erschließen
Mit dem Rahmenprogramm für die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung Forschungsinstitutionen und -projekte, die maßgeblich dazu beitragen, Grundlagen- und Anwendungswissen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen. Gegenstände der Forschung sind unter anderem Fragen globaler Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Teilhabe, religiöser Praxis, Voraussetzungen offener und kreativer Gesellschaften sowie Lösungsansätze für eine nachhaltige und integrierende gesellschaftliche Entwicklung. Die Forschungen hierzu bieten wichtige Orientierungen und Entscheidungshilfen, um angesichts wachsender kultureller Vielfalt Potenziale für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erschließen.
Das BMBF verknüpft in diesen Bereichen die nationale Schwerpunktsetzung in der Förderung mit der europäischen Forschungsförderung im Rahmen von "Horizont 2020". Dadurch befördert es nicht nur eine größere internationale Sichtbarkeit und Vernetzung der deutschen Geistes- und Sozialwissenschaften, sondern schafft auch gute Voraussetzungen, um die Erfolgsquote deutscher Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei europäischen Ausschreibungen zu erhöhen.
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Für seine starke Grundlagenforschung in diesem Themenbereich weltweit anerkannt ist das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Das WZB ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und mit rund 160 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eines der größten außeruniversitären Sozialforschungsinstitute Deutschlands. Das WZB kooperiert mit den Berliner Hochschulen und weiteren, insbesondere internationalen Forschungseinrichtungen. [mehr]
Der Schwerpunkt "Historische Forschung"
Mit dem Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz, dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e. V. (ZZF) und dem Institut für Zeitgeschichte München - Berlin (IFZ) unterstützt das BMBF drei Einrichtungen der Historischen Forschung.
Das
Institut für Europäische Geschichte erforscht die historischen Grundlagen des modernen Europa in der Neuzeit. Im Mittelpunkt der Forschung stehen sowohl integrierende und antagonistische Bewegungen, die dem geografischen Kontinent und dem kulturellen Bedeutungszusammenhang "Europa" innewohnen als auch kleinere Konflikte und menschheitsbedrohende Kriege. Die Forschungen zielen auf gesamt- und teileuropäische Kommunikationsverbindungen sowie bi- und multilaterale Transferprozesse. [
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Das
Zentrum für Zeithistorische Forschung ist im Zuge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten als geisteswissenschaftliches Zentrum begründet worden und befasst sich mit der deutschen und europäischen Zeitgeschichte. Die Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungsprozesse. Um das gesellschaftliche Zusammenleben in Europa und der Welt besser zu verstehen, arbeiten die Forscherinnen und Forscher am ZZF interdisziplinär mit Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen des In- und Auslands zusammen.
Das ZZF ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Im Jahr 2012 erhielt das ZZF eine institutionelle Bund-Länder-Förderung in Höhe von insgesamt rund 3,2 Millionen Euro.
Zu den aktuellen Pressemitteilungen des ZZF gehts [
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Das
Institut für Zeitgeschichte München-Berlin erstellt zeitgeschichtliche Analysen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland. Dabei werden die unmittelbare Vorgeschichte (Weimarer Republik) und die Besatzungszeit sowie die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik mit ihren internationalen Verflechtungen und vergleichenden Forschungen zu einzelnen europäischen Staaten im 20. Jahrhundert einbezogen. Das IFZ bietet zudem Serviceleistungen für die deutsche und internationale Zeitgeschichtsforschung an, z. B. ein Archiv mit zeitgeschichtlichen Quellen und eine wissenschaftliche Bibliothek mit dem Sammelgebiet Geschichte des 20. Jahrhunderts (Schwerpunkt deutsche und europäische Geschichte seit 1918).
Das IFZ ist eine Öffentliche Stiftung des Bürgerlichen Rechts und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Im Jahr 2012 erhielt das IFZ eine institutionelle Bund-Länder-Förderung in Höhe von insgesamt rund 5,304 Millionen Euro.
Zum Veranstaltungskalender des IFZ gehts [hier]
Der Schwerpunkt "Friedens- und Konfliktforschung"
In diesem Bereich engagiert sich das BMBF durch Beteiligungen an der
Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und der
Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF). Die bereits 1970 gegründete HSFK ist seit 2009 Mitglied in der Leibniz-Gemeinschaft und wird anteilig durch Mittel des Bundes und des Landes Hessen gefördert. Mit über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie das größte Friedensforschungsinstitut in der Bundesrepublik Deutschland.
Im Gegensatz zur HSFK führt die DSF keine eigenständige Forschung durch, sondern orga-nisiert die Förderung und Initiierung wissenschaftlicher Vorhaben, die Durchführung nationaler und internationaler wissenschaftlicher Konferenzen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die DSF wurde im Jahr 2000 durch die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die direkt oder indirekt initiierten Forschungsarbeiten werden mit dem Ziel der Politikberatung durchgeführt, sind jedoch prinzipiell unabhängig.
Theologie und Religionen
Seit 2011 flankiert das BMBF den Aufbau von Zentren für Islamische Theologie an Uni-versitäten im Rahmen der Projektförderung für zunächst fünf Jahre. In Tübingen, in Münster/Osnabrück und in Frankfurt/Main (verbunden mit der Universität Gießen) sowie in Erlangen-Nürnberg sind diese Zentren entstanden. Sie sollen international anerkannte Orte islamisch-theologischer Forschung werden, wissenschaftlichen Nachwuchs in der Islamischen Theologie hervorbringen sowie islamische Religionslehrerinnen und -lehrer ausbilden. Hierzu fördert das BMBF Forschungs- und Gastprofessuren sowie theologische und interdisziplinäre Nachwuchsgruppen mit 19 Millionen Euro über zunächst fünf Jahre.
Seit 2012 wird der Aufbau des
Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg gefördert. Dort werden Forschungsaktivitäten mit Studium und Lehre gebündelt. Zugleich wird durch Gastprofessuren und Fellows der internationale Austausch verstärkt und es werden Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen. Das BMBF fördert den Aufbau der Einrichtung mit 7,8 Millionen Euro für zunächst fünf Jahre. [
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Weitere Informationen finden Sie [
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Sozioökonomische Berichterstattung - soeb
Das Soziologische Forschungsinstitut (SOFI) an der Universität Göttingen koordiniert das Verbundprojekt "Berichterstattung zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland" (soeb), das die Zusammenhänge und Wechselwirkungen von sozialen und ökonomischen Entwicklungen verdeutlicht und bereits existierende sektorale Berichtssysteme wie z. B. Armuts-/Reichtumsbericht oder Gesundheitsberichterstattung ergänzt. Der Bericht trägt dazu bei, die umfassenden Veränderungen der Wirtschafts- und Lebensweisen zu erkennen, Risiken und Chancen zu identifizieren und unerwünschte soziale Entwicklungen bei Bildung, Arbeit und sozialer Sicherung zu vermeiden. [mehr]
Bisherige Berichte:
- SOEB 1: Arbeits- und Lebensweisen (2005)
- SOEB 2: Teilhabe im Umbruch(2011)
Themenübersicht
Aus dem Themenbereich Forschung
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(URL: http://www.bmbf.de/de/21627.php)
Aus dem Themenbereich Forschung
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(URL: http://www.bmbf.de/de/21629.php)
Aus dem Themenbereich Ministerium
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(URL: http://www.bmbf.de/de/21631.php)
Aus dem Themenbereich Forschung
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(URL: http://www.bmbf.de/de/21633.php)