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Qualitätsoffensive Lehrerbildung - ein Beitrag zu mehr Mobilität in der Lehrerschaft

Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern mit einer gemeinsamen Initiative zu verbessern - darauf haben sich Bund und Länder im April 2013 in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz verständigt. Das heißt vor allem, dass die Länder und die Hochschulen die lehramtsbezogenen Studien- und Prüfungsleistungen gegenseitig anerkennen.

Die Lehrerausbildung ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Schließlich soll eine Lehrerin oder ein Lehrer fachwissenschaftlich hervorragend ausgebildet sein. Der Lehrende soll über methodische und didaktische Kompetenzen verfügen und in der Lage sein, diese auch im Unterricht anzuwenden. Mehr noch: Zum Beruf des Lehrers gehört es, sich ständig fortzubilden. Schon 1644 sagte der Gelehrte Johann Amos Comenius: "Vom Lehrenden wird die Fähigkeit zum Lehren gefordert, damit er das Lehren verstehe, lehren könne und wolle. Das heißt, dass er . das, was er weiß und kann, auch wolle, das heißt, dass er tätig und fleißig sei und andere zu dem Lichte zu bringen begehre, dessen er sich selbst erfreut."

Lehrerin unterrichtet ihre Schüler am Laptop. Quelle: Foto: picture-alliance/ dpaIm Laufe der Jahre sind die Ansprüche gestiegen. Lehrende sollen unterrichten und erziehen, beraten und die Schulen weiterentwickeln. Kurzum, heute sind Lehrkräfte mehr denn je Experten für das Lehren und Lernen. Sie begleiten junge Menschen in der Regel über mehr als ein Jahrzehnt in einer Entwicklungsphase, die für individuellen Bildungserfolg, Persönlichkeitsbildung, Sozialisation und beruflichen Werdegang prägend ist. Zudem bringen gesellschaftliche Veränderungen neuartige Aufgaben für das Bildungssystem und den Lehrerberuf mit sich. Von der Kommission der Kultusministerkonferenz (KMK) wurden darum schon vor zehn Jahren  Forderungen nach notwendigen Reformen der Lehrerbildung aufgestellt. Aus nationalen und internationalen Vergleichsuntersuchungen wie PISA, IGLU oder TIMMS wissen wir, wie wichtig individuelles Fördern und Fordern und die Zusammenarbeit mit den Eltern ist. Fort- und Weiterbildung, also das Lernen im Beruf, muss eine Selbstverständlichkeit sein.

Für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern, ihr Ansehen und berufliches Wirken, steht der Staat in einer besonderen Verantwortung. Bund und Länder wollen deshalb mit ihrer "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" - den absehbaren Generationswechsel im Lehrpersonal nutzend - begonnene Reformen unterstützen und beschleunigen und neue Entwicklungen anstoßen und fördern, in deren Mittelpunkt die lehrerbildenden Hochschulen stehen. Sie wollen zudem überzeugende Beiträge zur Aufwertung des Lehramtsstudiums entwickeln. Die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" will einen wettbewerblichen, breit wirkenden und kapazitätsneutralen Impuls geben, mit dem eine qualitativ nachhaltige Verbesserung für den gesamten Prozess der Lehrerbildung bis in die berufliche Einstiegsphase und die Weiterbildung inhaltlich und strukturell erreicht werden soll. Zugleich soll die Vergleichbarkeit von lehramtsbezogenen Studienleistungen und Lehramtsabschlüssen sowie der gleichberechtigte Zugang beziehungsweise die gleichberechtige Einstellung in Vorbereitungs- und Schuldienst und damit die verbesserte Mobilität von Studierenden und Lehrkräften verbindlich und nachhaltig gewährleistet werden.

Die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" umfasst zwei Förderphasen 2014 bis 2018 und 2019 bis 2023. In einem wettbewerbsorientierten Verfahren sollen Projekte gefördert werden, die eine Lehrerausbildung aus einem Guss ermöglichen und eine stärkere Abstimmung all jener an einer Hochschule sicherstellen, die für die Ausbildung der Lehrkräfte verantwortlich sind. Das kann gelingen, indem die Inhalte der Ausbildung stärker aufeinander abgestimmt und die Zusammenarbeit von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Erziehungswissenschaft verbessert wird. Ziel der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" ist es, eine praxisorientierte Ausbildung zu fördern, die die Schulwirklichkeit einbezieht. Gelingen kann das, wenn von Anfang an schulpraktische Elemente in der Lehrerausbildung verankert und die drei Ausbildungszeiten - Lehramtsstudium, Referendariat und Lernen im Beruf - eng miteinander verzahnt werden. 

Zusatzinformationen

Interviews

  • 12.04.2013

    Bund und Länder haben sich "wirklich aufeinander zubewegt"

    Interview mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka

    Bei der heutigen Wissenschaftskonferenz werden sich Bund und Länder auf den Hochschulpakt zur Finanzierung weiterer Studienplätze einigen, davon geht Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) aus. Es müsse klar sein, dass auch die Länder ihren Anteil

    zum Interview [URL: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2071336/ ]

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