
Das internationale Fusionsexperiment ITER (lat.: der Weg) soll nach der am 28. Juni 2005 erzielten Einigung zwischen den internationalen Partnern (Europäische Union, China, Russland, Japan, USA, Indien (seit 12/2005)und Süd-Korea) in Cadarache, Frankreich gebaut werden. Mit ITER wird erstmals eine Fusionsanlage entstehen, die einen Netto-Energiegewinn erzielen kann. ITER stellt damit einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem kommerziellen Fusionskraftwerk dar.
Nachdem es mit JET (Joint European Torus; Standort: Culham, UK) gelungen ist, sehr nahe an die Zündbedingungen für ein brennendes, d. h. sich selbst unterhaltendes, Fusionsplasma zu kommen, besteht weltweit Einigkeit darüber, dass der nächste Schritt ein Experiment sein muss, das deutlich mehr Fusionsleistung erzeugt als für die Aufheizung des Plasmas benötigt wird. Mit JET wurde in Pulsen von ca. 2 s Dauer eine Spitzenleistung von 16 MW verwirklicht, was ca. 62 % der eingesetzten Heizleistung entspricht.


Abb.: Tokamak-Schema
ITER ist ein globales Projekt, an dem viele große Industrienationen beteiligt sind: Europäische Union, China, Russland, Japan, USA, Indien und Süd-Korea. Weitere Länder haben ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet (u. a. Brasilien und Australien).
Die deutschen Fusionsforschungsinstitute Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit Standorten in Garching und Greifswald, Forschungszentrum Karlsruhe und Forschungszentrum Jülich führen seit vielen Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Fusion auf höchstem internationalen Niveau durch. Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse und des geschaffenen nationalen Know-hows sieht das Bundesministerium für Bildung und Forschung gute Chancen für die deutsche Beteiligung bei dem Bau und dem späteren Betrieb von ITER. Aus Sicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bietet der europäische Standort des ITER für Deutschland optimale Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen der Forschung und der deutschen Industrie sowie vielfältige Chancen für lukrative Aufträge.
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