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Bildung
Auszubildender mit Schutzhelm

Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs 2010-2014

Auch 2013 haben sich die Paktpartner intensiv dafür eingesetzt, jedem ausbildungsreifen und ausbildungswilligen Jugendlichen ein Angebot für eine duale Berufsausbildung zu machen: Die Wirtschaft hat ihre Paktzusagen, jährlich 60.000 neue Ausbildungsplätze und 30.000 neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen, erneut übertroffen. Im Jahr 2013 wurden insgesamt 66.600 neue Ausbildungsplätze eingeworben (2012: 69.100) und 39.100 neue Betriebe für Ausbildung gewonnen (2012: 41.660). Trotz dieser positiven Bilanz zeigt sich eine Herausforderung auf dem Ausbildungsmarkt immer deutlicher: Angebot und Nachfrage finden schwerer zusammen. Sowohl Besetzungsprobleme der Betriebe als auch Stellenfindungsprobleme der Jugendlichen nehmen zu. Sie sind zudem ungleichmäßig auf Regionen und Berufe verteilt.

Die Sicherung eines adäquaten Ausbildungs- und Qualifizierungsangebots für alle ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ist erklärtes Ziel der Bundesregierung. Dies gilt für leistungsstarke und leistungsschwächere Jugendliche gleichermaßen, denn nur so kann der Fachkräftebedarf Deutschlands gesichert werden. Die Bundesregierung hat deshalb gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft erstmals im Juni 2004 den "Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" vereinbart, der sowohl mehr betriebliches Ausbildungsengagement als auch zusätzliche Anstrengungen der öffentlichen Hand vorsieht.

Im Oktober 2010 wurde der Ausbildungspakt mit neuen Schwerpunkten um weitere vier Jahre verlängert. Als neue Partner  wurden die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration aufgenommen. Für die inhaltliche Fortentwicklung des Ausbildungspaktes war bedeutsam, dass sich die Ausgangssituation seit 2004 grundlegend verändert hat. Statt Lehrstellenmangel ist aufgrund der demografischen Entwicklung inzwischen in einigen Branchen und Regionen ein Bewerbermangel zu verzeichnen. Gleichzeitig gibt es aber nach wie vor eine erhebliche Zahl von Bewerber und Bewerberinnen, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht sofort gelingt. Hierzu zählen die sogenannten Altbewerber und Altbewerberinnen, Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligte, lernbeeinträchtigte und behinderte Jugendliche.

Das Kernziel der Paktpartner bleibt, allen ausbildungsreifen und ausbildungswilligen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung zu unterbreiten, das zu einem anerkannten Ausbildungsabschluss hinführt. Dabei können auch Einstiegsqualifizierungen helfen, wobei die Vermittlung in betriebliche Ausbildung an erster Stelle steht. Die Wirtschaft hat daher im aktuellen Pakt - unter demografischem Vorbehalt - zugesagt:

  • im Durchschnitt pro Jahr 60.000 neue Ausbildungsplätze einzuwerben,
  • jährlich 30.000 neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen und
  • jährlich 30.000 Plätze für betrieblich durchgeführte Einstiegqualifizierungen (EQ) bereit zu stellen und für eine hohe Übernahmequote zu werben sowie
  • jährlich 10.000 Plätze für Einstiegsqualifizierungen speziell für förderungsbedürftige Jugendliche (EQ Plus) bereitzustellen und dafür gezielte Unterstützungsangebote, wie z.B. ausbildungsbegleitende Hilfen zu nutzen.

Der Ausbildungspakt will zudem unter dem Motto "Alle Potentiale erschließen" gerade den jungen Menschen verstärkt Chancen auf eine Berufsausbildung bieten, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht sofort gelingt. Das heißt vor allem, die Ausbildungsreife der Abgänger und Abgängerinnen von Haupt- und Realschulen frühzeitig zu verbessern, schwächere Jugendliche intensiver zu fördern, den jungen Menschen im Übergangsbereich echte Qualifizierungsangebote mit Abschlussperspektive zu eröffnen sowie die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Ausbildung voranzubringen.

Zentrale Maßnahmen der Paktvereinbarung sind daher u.a. die BMBF-Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss", die im Sinne einer präventiven Strategie verschiedene Förderinstrumente wie Potentialanalysen, Berufsorientierung und Berufseinstiegsbegleitung verzahnt und somit auf die qualitative Verbesserung des Übergangs von der Schule in die duale Berufsausbildung zielt. Auch die von der Wirtschaft erstmals angestrebten 10.000 betrieblich durchgeführten Einstiegsqualifizierungen/Jahr speziell für förderungsbedürftige Jugendliche (EQ Plus) gehören zu den zentralen neuen Maßnahmen im Übergangsbereich.
Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs zielt die Paktvereinbarung aber auch darauf, mehr leistungsstarke Jugendliche für eine betriebliche Berufsausbildung zu gewinnen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) haben deshalb im November 2011 die Informationsoffensive "Berufliche Bildung - praktisch unschlagbar" gestartet. Ziel der Offensive ist es, die hohe Attraktivität der dualen Ausbildung und die vielfältigen Chancen beruflicher Weiterbildung einer breiteren Öffentlichkeit deutlich zu machen und insbesondere leistungsstarke Jugendliche anzusprechen.

Resultate der Bundesförderung

Die Bundesregierung hat die Programme des Bundes zur Förderung junger Menschen bereits 2012 systematisch erfasst, die Instrumente im Arbeitsförderungsrecht neu geordnet, auf den individuellen Handlungsbedarf ausgerichtet und die Prävention verstärkt. Mittlerweile unterstützen bundesweit an rund 2.000 Schulen Berufseinstiegsbegleiter und Berufseinstiegsbegleiterinnen nach dem SGB III und der Initiative "Bildungsketten" Schüler und Schülerinnen ab dem vorletzten Schuljahr erfolgreich beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Die Maßnahmen der vertieften (erweiterten) Berufsorientierung wurden zum 1. Januar 2013 als Regelinstrumente verstetigt. Das Berufsorientierungsprogramm (BOP) wurde auf noch höherem Niveau fortgeführt und die Zahl der Vermittler bei der passgenauen Vermittlung verdoppelt. Zur Steigerung der Ausbildungsbeteiligung junger Menschen mit Migrationshintergrund hat die Bundesregierung bundesweite, regionale und elternspezifische Ausbildungskonferenzen, so zum Beispiel durch die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, sowie Jugendforen mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Rahmen des "Jobstarter-Programms" durchgeführt. Die Informationsoffensive "Berufliche Bildung - praktisch unschlagbar" erreichte z.B. mit ihrer bundesweiten Infotour bis Ende 2013 knapp 220.000 Menschen und realisierte rund 12.800 Beratungskontakte und die Kampagnenwebsite verbuchte mit ihren vielfältigen Informationsangeboten mehr als 176.000 Besuche sowie rund 613.000 Seitenaufrufe. Auch die Bundesverwaltung erfüllte ihre Ausbildungsverpflichtung im Jahr 2013. Ihre Ausbildungsquote lag mit 7,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erneut über der im Pakt gegebenen Zusage von mindestens 7 Prozent (2012: 7,5 Prozent).

Zudem haben sich die Paktpartner im Februar 2013 in der Gemeinsamen Erklärung "Möglichkeiten der dualen Teilzeitberufsausbildung für junge Mütter und Väter stärker nutzen" verpflichtet, verstärkt für die Teilzeitberufsausbildung zu werben. Denn sie ermöglicht es (jungen) Müttern und Vätern, Ausbildung und Familie miteinander zu vereinbaren. Und der Bedarf ist da: Fast 47 Prozent aller jungen Mütter (117.000) und 31 Prozent aller jungen Väter (21.000) im Alter von 16 bis 24 Jahren waren 2011 ohne Berufsabschluss und besuchten weder eine Schule noch absolvierten sie eine duale Berufsausbildung. Hier versteckt sich - auch mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel - noch ein hohes, bislang ungenutztes Potenzial. Denn 2012 gab es lediglich 1.344 neue Berufsausbildungsverträge in Teilzeit, das entspricht wie bereits in den Vorjahren etwa 0,2 Prozent aller Neuabschlüsse im genannten Ausbildungsjahr. Dabei bietet die Teilzeitberufsausbildung jungen Eltern die Möglichkeit, erfolgreich eine Ausbildung zu absolvieren und damit sowohl für sich als auch für ihre Kinder die Grundlage für ein eigenständiges Leben unabhängig vom Hilfebezug zu schaffen.

EQ und EQ Plus haben sich mit Übergangsquoten von mehr als 60 Prozent in eine betriebliche Ausbildung als wirksame Instrumente im Übergangsbereich erwiesen. EQ wird dennoch zu wenig genutzt. Die Paktpartner initiieren deshalb gemeinsam zur besseren und gezielteren Nutzung von EQ und EQ Plus weitere Maßnahmen. Dazu gehören u.a. eine verstärkte individuelle Beratung der Jugendlichen und Betriebe.

Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre ist es, betriebliches Angebot und Nachfrage der Jugendlichen passgenauer zusammenzubringen. In regionaler wie berufsfachlicher Hinsicht gibt es "Matching"-Probleme. Auch die Kompetenzen der Jugendlichen und die betrieblichen Anforderungen passen häufig nicht zusammen. Hier ist mehr Flexibilität auf beiden Seiten erforderlich. Deshalb werden die Paktpartner ihre Maßnahmen in diesem Bereich neu ausrichten und verstärken.

 

  • Ein starkes Team: BerEb Kristina Schwarz und Schüler Marvin Strecker

    Bildung

    Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss

    Das Verhindern von Schulabbrüchen und die Verbesserung der Übergänge von der Schule in die duale Berufsausbildung sind das Ziel der Bildungsketten-Initiative des BMBF. Eine präventive Förderung und eine Berufsorientierung, die bereits in der Schulzeit ansetzen stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung: Förderbedürftige Jugendliche werden auf Ihrem Weg bis zum Ausbildungsabschluss begleitet.
     weiterlesen: Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss
    (URL: http://www.bmbf.de/de/14737.php)
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    JOBSTARTER - Für die Zukunft ausbilden

    Seit 2006 unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit "JOBSTARTER - Für die Zukunft ausbilden" Innovationen und Strukturentwicklung in der beruflichen Bildung. Das Programm ist so konzipiert, dass es mit wechselnden Förderschwerpunkten aktuelle Entwicklungen aktiv aufgreift. Neben der thematischen und regionalen Netzwerkarbeit und dem Transfer innovativer Ausbildungskonzepte in die betriebliche Praxis haben die Projekte rund 63.000 neue Ausbildungsplätze in KMU entwickelt und die Betriebe - darunter zahlreiche erstmals ausbildende - bei der Durchführung der Ausbildung unterstützt. Das so genannte Externe Ausbildungsmanagement (EXAM) ist zu einem zentralen Markenkern von JOBSTARTER gereift und gehört inzwischen zum Standardrepertoire jedes geförderten Projekts.
     weiterlesen: JOBSTARTER - Für die Zukunft ausbilden
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Zusatzinformationen

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Kampagne "Berufliche Bildung"

Informationen über die Kampagne "Berufliche Bildung - praktisch unschlagbar" gibt es unter www.praktisch-unschlagbar.de

Dokumente

Nachvermittlung

Die Zusammenarbeit bei der Nachvermittlung von Auszubildenden und der Erfahrungsaustausch war Thema eines Workshops von BDI, ZDH und BA.

Das Ergebnis sind folgende Empfehlungen:
Leitfaden
Handlungsempfehlungen der BA
Erfassungsbogen

 

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