Bildung
Auszubildender mit Schutzhelm

Ausbildungspakt will allen jungen Menschen Chancen auf Berufsausbildung bieten

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist für viele junge Menschen auch 2012 positiv. Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und unterstützt durch die stabile konjunkturelle Lage haben die Betriebe ihr Ausbildungsangebot erneut leicht erhöht. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerber leicht gestiegen. Ende September waren allerdings mehr unbesetzte Stellen als unvermittelte Bewerber gemeldet. In vielen Branchen und Regionen konnten Betriebe keine passenden Bewerber finden. Für schwächere Jugendliche gestaltet sich der direkte Einstieg in Ausbildung jedoch nach wie vor schwierig.

Vor diesem Hintergrund haben die Partner des Ausbildungspaktes am 5. November 2012 in Berlin die Gemeinsame Erklärung "Junge Menschen beim Übergang in betriebliche Ausbildung gezielt unterstützen" verabschiedet: Im Übergangsbereich sollen die vielfältigen Angebote besser aufeinander abgestimmt und dort, wo es sinnvoll ist, gebündelt werden. Ziel ist, junge Menschen ohne Umwege in eine Ausbildung und zu einem Berufsabschluss zu führen. Für förderungsbedürftige Jugendliche gilt es, betriebliche Angebote in der Ausbildungsvorbereitung stärker einzusetzen.

Angesichts der aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt setzen die Partner des Ausbildungspaktes und die Bundesagentur für Arbeit ihre Anstrengungen fort, alle Potenziale auf dem Ausbildungsmarkt zu erschließen. So sollen mit der Informationsoffensive "Berufliche Bildung - praktisch unschlagbar" verstärkt auch leistungsstarke Jugendliche für die duale Berufsausbildung gewonnen werden.

Sicherung des Ausbildungsangebotes ist Ziel der Bundesregierung

Die Sicherung eines adäquaten Ausbildungs- und Qualifizierungsangebots für alle ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ist erklärte Zielsetzung der Bundesregierung. Dies gilt für leistungsstarke und leistungsschwächere Jugendliche gleichermaßen. Nur so kann der Fachkräftebedarf Deutschlands gesichert werden.

Ausbildungsmarkt: Positive Entwicklung setzt sich fort

Nach dem Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September 2012 und dem Start der Nachvermittlung geben die Partner des Ausbildungspaktes und die Bundesagentur für Arbeit eine gemeinsame Einschätzung zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt ab: die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist für viele junge Menschen auch 2012 positiv.

Im Berufsberatungsjahr 2011/2012 wurden bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern insgesamt 517.100 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren annähernd so viele wie im Vorjahr (-0,5 Prozent). Bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen betrug der Zuwachs 2,1 Prozent, die Zahl der gemeldeten außerbetrieblichen Ausbildungsplätze sank hingegen erheblich. Die Zahl der gemeldeten Bewerber stieg, auch als Folge doppelter Abiturjahrgänge, um 16.800 auf 559.900 (+3,1 Prozent) an. Der demographische Effekt konnte dadurch in diesem Jahr kompensiert werden. Die Zahlen nicht-studienberechtigter Schulabgänger - den Hauptnachfragern nach Ausbildungsplätzen sind aber nach wie vor rückläufig (-1,6 Prozent gegenüber 2011).

Zum 30.9. sind erneut mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (33.300) als unversorgte Bewerber (15.700) vorhanden. Dabei fällt sowohl die Zahl der unversorgten Bewerber als auch die Zahl der unbesetzten Stellen höher aus als im Vorjahr. Der Überhang an Stellen (17.600) hat sich gegenüber dem Vorjahr etwas verringert (Stellenüberhang 2011:18.400).

In Industrie und Handel wurden bis Ende September 322.806 Ausbildungsverträge, das sind 5.700 (-1,7 Prozent) weniger als im Vorjahr, und im Handwerk 137.646 Ausbildungsverträge abgeschlossen - ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 4.145 (-2,9 Prozent). Bei den Freien Berufen wurden 42.703 Verträge abgeschlossen, ein Minus von 428 (-1,0 Prozent).

Insgesamt wurden bis Ende September 2012 von den Kammern und Verbänden 59.500 neue Ausbildungsplätze eingeworben. 35.300 Betriebe konnten erstmalig für Ausbildung gewonnen werden. Für die Einstiegsqualifizierungen (EQ) stellten die Betriebe bis Ende September 16.615 Plätze zur Verfügung, davon stehen 4.062 Plätze förderungsbedürftigen Jugendlichen zur Verfügung (EQ Plus). Die endgültigen Ergebnisse liegen im Februar 2013 vor.

Diese Entwicklungen zeigen, dass es immer wichtiger wird, Bewerber und Betriebe passgenau zusammen zu führen. Die Paktpartner bekräftigen ihr Ziel, beide Seiten dabei zu unterstützen.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Zahl der Jugendlichen, die sich bereits in früheren Jahren um eine Ausbildung bemüht haben (Altbewerber), um 3,3 Prozent gesunken ist. Dennoch gelingt vielen schwächeren

Ausbildungspakt

Auch wenn die Bereitstellung eines adäquaten Ausbildungsplatzangebots in erster Linie in den Verantwortungsbereich der Wirtschaft fällt, bekennt sich die Bundesregierung zu der Verantwortung des Staates, ihren Beitrag zur Sicherung eines ausreichenden Ausbildungsplatz- und Qualifizierungsangebots zu leisten.

Bundesministerin Annete Schavan auf dem BIBB-Berufsbildungs-Kongress / Quelle: BIBB/ESSie hat deshalb gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft im Juni 2004 den "Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" vereinbart, der sowohl mehr betriebliches Ausbildungsengagement als auch zusätzliche Anstrengungen der öffentlichen Hand vorsieht. Bundesministerin Annete Schavan auf dem BIBB-Berufsbildungs-Kongress / Quelle: BIBB/ES

Gemäß dem Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode hat der Lenkungsausschuss des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs am 26. Oktober 2010 beschlossen, den Ausbildungspakt bis 2014 mit neuen Schwerpunkten fortzusetzen und neue Partner aufzunehmen. Als neue Partner wirken künftig beim Ausbildungspakt die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit.

Für die inhaltliche Fortentwicklung des Paktes war bedeutsam, dass sich die Ausgangssituation seit 2004 grundlegend verändert hat. Statt Lehrstellenmangel ist aufgrund der demografischen Entwicklung inzwischen in einigen Branchen und Regionen ein Bewerbermangel zu verzeichnen. Gleichzeitig gibt es aber nach wie vor eine erhebliche Zahl von Bewerber/innen, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht sofort gelingt. Hierzu zählen die sog. Altbewerber, Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligte, lernbeeinträchtigte und behinderte Jugendliche.

Der neue Ausbildungspakt will daher unter dem Motto "Alle Potentiale erschließen" gerade diesen jungen Menschen verstärkt Chancen auf eine Berufsausbildung bieten. Das heißt vor allem, die Ausbildungsreife der Abgänger von Haupt- und Realschulen frühzeitig zu verbessern, schwächere Jugendliche intensiver zu fördern, den jungen Menschen im Übergangssystem echte Qualifizierungsangebote mit Abschlussperspektive zu eröffnen sowie die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Ausbildung voranzubringen.

Zentrale Maßnahmen der neuen Paktvereinbarung sind dabei die neue BMBF-Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" mit einem Gesamtvolumen von über 360 Mio. Euro, die mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel auf die qualitative Verbesserung des Übergangs von der Schule in die duale Berufsausbildung zielt, sowie die von der Wirtschaft erstmals zugesagten 10.000 betrieblich durchgeführten Einstiegsqualifizierungen/Jahr speziell für förderungsbedürftige Jugendliche (EQ Plus).

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs zielt die neue Paktvereinbarung aber auch darauf, mehr leistungsstarke Jugendliche für eine betriebliche Berufsausbildung zu gewinnen. Mit dem Beitritt der KMK und Integrationsbeauftragten zum Ausbildungspakt wird die Umsetzung der geplanten Maßnahmen sowohl für die leistungsschwächeren als auch für die leistungsstärkeren Jugendlichen künftig noch zielgenauer erfolgen können.

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    Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss

    Das Verhindern von Schulabbrüchen und die Verbesserung der Übergänge von der Schule in die duale Berufsausbildung sind das Ziel der Bildungsketten-Initiative des BMBF. Eine präventive Förderung und eine Berufsorientierung, die bereits in der Schulzeit ansetzen stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung: Förderbedürftige Jugendliche werden auf Ihrem Weg bis zum Ausbildungsabschluss begleitet.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/14737.php)
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    JOBSTARTER: das Förderprogramm für mehr Ausbildungsplätze

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt seit nunmehr vier Jahren mit JOBSTARTER die Ausbildungsstrukturentwicklung. Über 280 innovative Projekte werden gefördert. Sie alle schaffen in den Regionen zusätzliche Ausbildungsplätze und unterstützen mit zahlreichen Maßnahmen ausbildungsunerfahrene oder -müde Betriebe. Die Bilanz: Bisher konnten die JOBSTARTER-Projekte rund 56.700 Ausbildungsplätze akquirieren, wovon schon knapp 39.000 passgenau besetzt wurden.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2313.php)
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    Aufstieg durch Bildung - die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung

    Auf dem Bildungsgipfel am 22. Oktober 2008 in Dresden haben Bund und Länder Aktivitäten zur Förderung und Unterstützung von Bildung über den gesamten Lebensweg von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung im Beruf vereinbart. Die Umsetzung sowie weitere Maßnahmen erfolgen nun entsprechend den jeweiligen Zuständigkeiten.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12042.php)
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    Einstiegsqualifizierung - den Beruf kennen lernen

    Die Einstiegsqualifizierung ist ein bezahltes Praktikum für Jugendliche ohne regulären Ausbildungsplatz. Wer zu einem Stichtag als ausbildungssuchend bei den Agenturen für Arbeit gemeldet war, kann an einer Einstiegsqualifizierung teilnehmen.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/3756.php)
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    Der Nutzen der betrieblichen Ausbildung - empirische Ergebnisse

    Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft eines Betriebes. Sie ist zugleich eine Investition, die sich schon nach kurzer Zeit rechnet. Das zeigen die Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Erhebungen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) regelmäßig im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchführt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2327.php)
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    Die Pilotinitiative DECVET

    Bisher fehlt für die berufliche Bildung eine einheitliche Systematik, um Lernleistungen zu beschreiben und anzurechnen. Das wird sich durch die Pilotinitiative DECVET ändern.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/15504.php)

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Dokumente

Nachvermittlung

Die Zusammenarbeit bei der Nachvermittlung von Auszubildenden und der Erfahrungsaustausch war Thema eines Workshops von BDI, ZDH und BA.

Das Ergebnis sind folgende Empfehlungen:
Leitfaden
Handlungsempfehlungen der BA
Erfassungsbogen