Bildung

Der KAUSA Medienpreis 2011

Elf junge Journalistinnen und Journalisten sind für ihre gelungenen und vielseitigen Beiträge zum Thema "Bildungswege von Migranten" mit dem KAUSA Medienpreis 2011 in Berlin ausgezeichnet worden. Die Nachwuchsjournalisten waren gemeinsam mit ihren Protagonisten zur Preisverleihung angereist, darunter ein Libanese, der als Landarzt in der Uckermark arbeitet und ein Ex-Bundeswehroffizier, der als Kind mit seinen Eltern aus Afghanistan geflohen ist. Der Preis wurde zum zweiten Mal verliehen und war insgesamt mit 30.000 Euro dotiert.
"Wir haben heute eine Riege talentierter Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten ausgezeichnet, die allesamt unter Beweis gestellt haben, dass man der Migrationsdebatte neue Anstöße geben kann - indem man genau hinschaut und die vielen, oftmals medial nicht sichtbaren Beispiele erfolgreicher Integration in den Mittelpunkt der Berichterstattung stellt", sagte Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, bei der Eröffnung der Preisverleihung in Berlin am 1. Dezember 2011.


Bei der Preisverleihung (v.l.n.r.) Laudator Leeor Engländer von der Welt-Gruppe, Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, Preisträger Print/Online Dominik Stawski, Claudia Moravek von KAUSA, Moderator Mitri Sirin und Protagonist Tareq Hakim ©JOBSTARTER; Foto: Jan Zappner Aus 173 Einsendungen hatte die mit prominenten Journalisten und Medienexperten besetzte Jury zuvor die besten Beiträge in den Bereichen Print/Online, Hörfunk und Fernsehen/Multimedia ausgewählt. "Da Medien häufig über Misserfolge bei der Integration berichten, ist es umso wichtiger, dass die Positivbeispiele in die Öffentlichkeit getragen werden. Die von uns prämierten Journalistinnen und Journalisten haben mit ihren Berichten und Reportagen wesentlich dazu beigetragen", sagte Quennet-Thielen.


Die Gewinner 2011

In der Kategorie Print/Online erhielt Dominik Stawski den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis. Der 27-jährige Journalist porträtiert in seinem in der "Süddeutschen Zeitung" erschienenen Beitrag
"Mission Heimat" den Bildungsweg des Bundeswehrsoldaten Tareq Hakim, der als Kind mit seinen Eltern aus Kabul nach Deutschland floh. "Das präzise gezeichnete Porträt von Tareq Hakim veranschaulicht, wie Identitätsfindung vonstattengehen kann", sagte Jan-Eric Peters, Jury-Mitglied und Chefredakteur der "Welt"-Gruppe bei der Preisverleihung. Darüber hinaus habe Stawski die Geschichte unprätentiös, aber mit viel Einfühlungsvermögen wiedergegeben.

In der Kategorie Hörfunk wurde Amelie Ernst mit ihrem bei "radioeins" ausgestrahlten Beitrag "Ein libanesischer Landarzt in der Uckermark" zur Gewinnerin gekürt. Die 34-jährige Korrespondentin hat für ihre Reportage den Arzt Amin Ballouz einen Tag lang begleitet - und beobachtet, wie der Libanese mit Charme und professioneller Kompetenz die Uckermärker für sich einnimmt. Amelie Ernst nahm ihren Preis aus den Händen von Baha Güngör, Jury-Mitglied und Leiter der türkischen Redaktion der Deutschen Welle, entgegen. Güngör hob in seiner Laudatio hervor, dass "neben dem Bildungsweg von Amin Ballouz der Beitrag sehr eindrücklich vermittelt, wie die uckermärkische Gemeinde lernt - sie lernt, dass Menschen wie Ballouz eine große Bereicherung sein können."

Die Preisträger 2011©JOBSTARTER; Fotos: Jan Zappner In der Kategorie Fernsehen/Multimedia gab es keinen ersten Preis, dafür konnte sich jedoch auf Rang zwei der jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs, Hamed Salman Chaudhry, mit seinem Beitrag "Ankerwurf im Hafen Deutschland" platzieren. Der 18-Jährige hat das Storyboard zu diesem Beitrag für den Medienpreis RTL Com.mit Award 2011 entworfen - mit der Unterstützung eines RTL-Teams konnte er den Film anschließend realisieren. Im Mittelpunkt des mit 3.000 Euro ausgezeichneten Films steht Chaudhry selbst. Seine persönliche Geschichte zeigt, dass Integration durch schulisches Engagement und gesellschaftliche Teilnahme gelingen kann. "Chaudhry macht mit seinem Beitrag ganz deutlich, dass Bildung der Schlüssel zu allem ist", sagte ZDF-Moderatorin und Jury-Mitglied Dunja Hayali bei der Preisübergabe.

Die weiteren Preisträger sind in der Kategorie Print/Online Frauke Lüpke-Narberhaus (Spiegel Online) auf Platz zwei und Alice Ahlers (Kölner Stadt-Anzeiger) sowie Jan-Martin Wiarda (Die Zeit) auf Platz drei. Mehmet Ata (EXPRESS) hat darüber hinaus einen Sonderpreis erhalten. In der Kategorie Fernsehen/Multimedia teilten sich Anna Sophie Reimann/Sandra Sperber (Multimedia-Beitrag für Spiegel Online) Platz drei mit Julia Hanne/Anne von Petersdorff (unveröffentlichter Beitrag). In der Kategorie Hörfunk wurden aufgrund der geringen Anzahl an Einreichungen keine weiteren Preise verliehen.

Alle ausgezeichneten Beiträge zum Download finden Sie hier 


Hintergrund zum KAUSA Medienpreis


Zwei junge Journalisten mit Migrationshintergrund halten einen Zeitungsartikel in die Kamera© JOBSTARTER; Fotos: Peter Himsel In den Medien wird viel und hitzig über die Integration von Migrantinnen und Migranten diskutiert. Dabei werden oft Klischees bedient, und zwar nicht nur bei der Berichterstattung über Muslime. Auch das Thema "Migranten und Bildung" fällt vor allem durch negative Schlagzeilen über Schulprobleme, ausbildungsunreife Jugendliche und Arbeitslosigkeit bei Migranten in der Presse auf. Öffentliche Wahrnehmung und Realität klaffen hier allerdings oft auseinander. Im Gegensatz zur eher negativ gefärbten Debatte in den Medien ist nämlich die Mehrheit der fast 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund durchaus gut in der deutschen Gesellschaft integriert.

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KAUSA Medienpreis 2011

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Das BMBF möchte mit dem KAUSA Medienpreis 2011 erneut Nachwuchsjournalisten auszeichnen, die zu einer ausgewogenen Berichterstattung über Bildungswege von Migrantinnen und Migranten beitragen. Junge Journalistinnen und Journalisten bis 35 Jahre können Print/Online-, Hörfunk- oder TV-Beiträge einreichen. Das Thema: "Macht sie sichtbar! Bildungswege von Migrantinnen und Migranten". Die Wettbewerbsbeiträge können sowohl Stories rund um schulische und berufliche Ausbildung, Studium und Arbeitswelt von Menschen mit Einwanderungsgeschichte beleuchten, als auch die Sicht der Eltern, Lehrer, Ausbilder oder Arbeitgeber beschreiben. Neugier und journalistischer Experimentierfreudigkeit sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist eine ausgewogene Berichterstattung, die den beruflichen Werdegang von Migrantinnen und Migranten in unserer Gesellschaft ohne Klischees in den Fokus stellt.

Der KAUSA Medienpreis wurde 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen. Organisiert wird der Wettbewerb von der Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbstständigen mit Migrationshintergrund, KAUSA, einem Programmbereich des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds fördert JOBSTARTER die Entwicklung von Ausbildungsplätzen in allen Regionen Deutschlands.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Programmbereich KAUSA - Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    • Claudia Moravek
    • Telefonnummer: 0228/107-1542
    • E-Mail-Adresse: moravek@bibb.de