
Die Zusammenarbeit in Forschung und Technologie ist eine wesentliche Säule der deutsch-russischen Beziehungen. Im April 2005 hatten beide Länder mit der "Gemeinsamen Erklärung über die deutsch-russische Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation" den politischen Willen bekräftigt, die erfolgreiche Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum von Forschungsgebieten weiter auszubauen. Mit der Unterzeichnung eines neuen WTZ-Abkommens über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (WTZ) am 16. Juli 2009 ebneten das BMBF und das russische Ministerium für Bildung und Wissenschaft den Weg für eine künftig noch engere Kooperation.
Das neue WTZ-Abkommen wurde anlässlich der deutsch-russischen Regierungskonsultationen am 16. Juli 2009 auf Schloss Schleißheim bei München auf deutscher Seite von Bundesministerin Schavan und Staatssekretär Ammon (Auswärtiges Amt) sowie auf russischer Seite von Minister Fursenko in Anwesenheit der Bundeskanzlerin unterzeichnet. Es ersetzt das zwischen der Bundesregierung und der Regierung der UdSSR am 22. Juli 1986 geschlossene Abkommen über eine Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technischen Gebieten. Damit wird den Veränderungen Rechnung getragen, die sich zwanzig Jahre nach dem Ende der Sowjetunion in den Beziehungen beider Länder ergeben haben. Ziele der Zusammenarbeit mit Russland sind vor allem der Ausbau der Kooperationsbeziehungen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen, die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der innovationsorientierten angewandten Forschung zwischen deutschen und russischen Unternehmen, der Austausch junger Wissenschaftler/innen sowie die Förderung gemeinsamer Forschungs- und Innovationsstrukturen.
Am 11. April 2005 hatten der damalige Bundeskanzler Schröder und Präsident Putin in Hannover die "Gemeinsame Erklärung über die deutsch-russische Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation" unterzeichnet, die auf dem vorangegangenen "Präsidentenprogramm" von Bundeskanzler Kohl und Präsident Jelzin aus dem Jahre 1998 aufbaut.
Diese gemeinsame Initiative, die vom BMBF koordiniert wird, bündelt unter Einbeziehung von Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Öffentlicher Verwaltung die gemeinsamen Aktivi-täten in drei Säulen:
Die Aktivitäten im Rahmen der Strategischen Partnerschaft sind vielfältig. Hierzu zählen nicht nur die Initiativen und direkten Maßnahmen beider Regierungen, sondern auch die Programme und Projekte der Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Die zwischen Deutschland und Russland seit vielen Jahren bestehenden Fachvereinbarungen zur Zusammenarbeit in verschiedenen Forschungsbereichen sind ein wichtiges Instrument zur Umsetzung der Strategischen Partnerschaft. Die Zusammenarbeit wird inzwischen auch verstärkt auf die Themen der High-Tech-Strategie der Bundesregierung ausgerichtet.
Mit dem von der Gemischten deutsch-russischen Kommission für wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit im März 2009 verabschiedeten gemeinsamen Protokoll wurde der Weg für eine künftig noch intensivere Kooperation geebnet. Die deutsch-russische Zusammenarbeit in Forschung und Technologie ist jedoch auch ein unverzichtbarer Bestandteil des Petersburger Dialogs. Dieses Dialogformat wurde als offenes Diskussionsforum 2001 ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft der deutschen Bundeskanzlerin und des russischen Präsidenten. Der Petersburger Dialog findet abwechselnd in Deutschland und Russland statt und soll den deutsch-russischen Beziehungen neue Impulse geben. Teilnehmer/innen am Dialog sind Vertreter/innen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft mit Multiplikatorenfunktion.
Die vom BMBF geförderten nationalen Forschungsprioritäten finden ihren Niederschlag in den BMBF-Fachprogrammen. Auf russischer Seite sind die nationalen Forschungsschwerpunkte in den Föderalen Zielprogrammen 2007 - 2012 festgelegt. Der Vergleich der in den Programmen beider Länder benannten Forschungsschwerpunkte zeigt eine große Schnittmenge, aus der gemeinsame Interessen und ein hohes Potential zur bilateralen Kooperation resultieren. Diese Übereinstimmungen in den Forschungsinteressen Deutschlands und Russlands finden ihren Ausdruck in speziellen Fachvereinbarungen, die seit 1992 zu wichtigen Kooperationsschwerpunkten geschlossen wurden.
Entwicklung und Anwendung von beschleunigerbasierten Photonenquellen
Aufgrund der traditionellen Stärke deutscher und russischer Forschungseinrichtungen in die-sem Bereich wurde mit der 2007 unterzeichneten Fachvereinbarung bekräftigt, künftig auf diesem Gebiet noch enger zusammenzuwirken. Schwerpunkte der gemeinsamen Kooperation sind neben der einschlägigen Grundlagenarbeit die Forschung unter Nutzung von Photonen-quellen, die Anwendung der Ergebnisse der Photonenforschung in der Nanotechnologie und den Lebenswissenschaften und die Entwicklung von Synchrotronstrahlungsquellen und Freie-Elektronen-Lasern. Wie lebendig die Zusammenarbeit von deutschen und russischen Wissen-schaftlern ist, zeigte sich anlässlich des "First Russian-German Workshop on the Develop-ment and Use of Accelerator-Driven Photon Sources" im Februar 2009 in Berlin. Neben der Einsetzung mehrerer Facharbeitsgruppen zur Formulierung bilateral interessanter Forschungsthemen vereinbarten beide Seiten, auch in der Forschungsförderung auf diesem Wissenschaftsgebiet künftig gemeinsame Initiativen zu entfalten.
Optische Technologien
Russland zeichnet sich durch eine sehr gute Forschungsinfrastruktur im Bereich der Optischen Technologien aus. Allein drei Nobelpreisträger hat Russland auf diesem Gebiet aufzuweisen. Seit Unterzeichnung der Fachvereinbarung haben deshalb viele deutsche Institute und Unternehmen russische Einrichtungen in vom BMBF geförderten Projekten in Unterauftrag genommen. Seit Abschluss der Fachvereinbarung sind nach diesem Modell ca. 150 Projekte durch das BMBF unterstützt worden. Insbesondere die Zusammenarbeit in den Bereichen Kurzpulslaser/FEMTONIK, optische Lithografie und Biophotonik hat wichtige wissenschaftliche Impulse gegeben. Im Bereich Laserforschung und Lasertechnik sind die gemeinsamen Erprobungs- und Beratungszentren (EBZ) hervorzuheben. In St. Petersburg wurde im August 2009 das dritte von insgesamt fünf gemeinsamen, deutsch-russischen Laserzentren im Rahmen einer gelungenen Veranstaltung mit geladenen Fachgästen aus Deutschland und Russland eröffnet. Beide Länder haben in das Public Private Partnership-Projekt mehr als 6 Mio. Euro investiert (das Bundesministerium für Bildung und Forschung investierte davon 2 Mio. Euro). Mit den EBZ sollen regionale Unternehmen, insbesondere KMU, aber auch Forschungseinrichtungen in Russland in die Lage versetzt werden, Verfahrensentwicklung sowie Ausbildung an moderner Lasertechnik aus Deutschland zu betreiben. Den deutschen Unternehmen bieten die EBZ alle Chancen eines erweiterten Marktzugangs in die Regionen.
Die deutsch-russische Fachvereinbarung "Polar- und Meeresforschung" wurde 1995 unterzeichnet. Seitdem hat sich die gemeinsame Forschungsarbeit äußerst erfolgreich entwickelt. Aus der Vielzahl erfolgreicher Kooperationsprojekte im Bereich Meeres- und Polarforschung ist das 2001 gegründete deutsch-russische Otto-Schmidt-Labor (OSL) in St. Petersburg hervorzuheben. Diese deutsch-russische Forschungsinstitution ist angesiedelt am Institut für Arktis- und Antarktisforschung der Russischen Föderation und wird auf deutscher Seite getragen von der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Das Labor dient als Plattform für die Koordination und Weiterentwicklung der bilateralen Forschungsvorhaben und ist eine unverzichtbare Schnittstelle im Netzwerk der beteiligten Institute beider Seiten.
Ein weiteres Erfolgsbeispiel für die bilaterale Meeres- und Polarforschung ist das gemeinsame Projekt "Laptjew See". Hier werden sowohl marine als auch terrestrische Untersuchungen am Umweltsystem dieser für das Klima der nördlichen Hemisphäre wichtigen Permafrostregion durchgeführt. Im Rahmen des Internationalen Polarjahrs (2007-2008) nahm die Untersuchung der Laptjew-See im Nordpolarmeer eine zentrale Rolle ein.
Institutionell arbeiten Deutschland und Russland zudem bei der Durchführung des 2002 begründeten "Kooperativen Studiengangs für angewandte Meeres- und Polarforschung" (POMOR) zusammen. Im Rahmen von POMOR werden Studierenden - aufbauend auf den Disziplinen Ozeanographie, Biologie und marine Geowissenschaften - natur-, ingenieurs- und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte vermittelt. Der Studiengang schließt mit einem Master of Science in angewandten Polar- und Meereswissenschaften ab.
Die hervorragende Kooperation in der Meeres- und Polarforschung findet ihren Ausdruck auch in gemeinsamen Beteiligung Deutschlands und Russlands an der Realisierung des weltweit wohl anspruchsvollsten Forschungsschiffs "Aurora Borealis" . Das Schiff, das 2014 vom Stapel laufen soll, wird als Kombination aus Eisbrecher, Bohrschiff und Mehrzweck-Forschungsschiff ganzjährig für den Einsatz in den Polarmeeren geeignet sein. Deutschland und Russland sind Partner in einem Verbund aus zehn europäischen Ländern, die 2008 das "European Polar Research Icebreaker Consortium" (ERICON) zur Realisierung der "Aurora Borealis" gründeten.
Innovationsstrategien und Technologien für den nachhaltigen Umweltschutz und die rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen
Die Zusammenarbeit im Rahmen der 1992 getroffenen Fachvereinbarung "Gewässerforschung und Umwelttechnologien" hat sich erfolgreich entwickelt und wird von beiden Seiten als produktive und äußerst sinnvolle Kooperation empfunden. Daher wurde die Vereinbarung regelmäßig verlängert. Mit dem Ziel, die thematischen Schwerpunkte in Übereinstimmung mit den nationalen Prioritäten zu erweitern, wurde dabei der Titel der Fachvereinbarung zu "Innovationsstrategien und Technologien für den nachhaltigen Umweltschutz und die rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen" modifiziert.
In den Kontext dieser Fachvereinbarung ist auch das vom BMBF initiierte Kooperationsformat "Dialogue for Sustainability with Russia" (D4S Russia) einzuordnen. Ziel dieser Initiative ist die Definition von prioritären Handlungsfeldern zu nachhaltigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung, zur Ableitung von konkreten Forschungsthemen und zu deren bilateraler Umsetzung. Die mit der ersten Sitzung der Deutsch-Russischen Arbeitsgruppe "Forschung für Nachhaltigkeit" begonnene Kooperation wird in 2010 fortgesetzt.
Informations- und Kommunikationstechnologien
Im Februar 2005 wurde die Fachvereinbarung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien unterzeichnet. Fachliche Schwerpunkte sind Parallel-Computing und Höchstleistungsrechnen, mathematische Modellierung, Software-Engineering, virtuelle und erweiterte Realität, Informationsverarbeitung nach biologischen Prinzipien, Wissensverarbeitung, Kommunikationsforschung, sowie Internetmanagement und -anwendungen.
Biologische Forschung und Biotechnologie
Deutschland und Russland betrachten die Kooperation auf dem Gebiet der Biotechnologie als wichtiges Instrument zur Beschleunigung der Innovationsdynamik in Industrie und Landwirtschaft. Dabei geht es einerseits um die Vernetzung der führenden wissenschaftlichen Expertise auf den Zukunftsfeldern der biotechnologischen Forschung, insbesondere auf den Gebieten Bioinformatik, Proteomforschung und Systembiologie. Auch sollen Ergebnisse aus der Forschung im Rahmen transnationaler Technologietransferprozesse rasch kommerzialisiert werden.
Biologische Forschung und Biotechnologie
Deutschland und Russland betrachten die Kooperation auf dem Gebiet der Biotechnologie als wichtiges Instrument zur Beschleunigung der Innovationsdynamik in Industrie und Landwirtschaft. Beide Seiten haben im November 2009 Molekularmedizin, Systembiologie und Bioinformatik, Postgenomik und Proteomik sowie industrielle Biotechnologie als künftige Schwerpunkte der Zusammenarbeit vereinbart. Die zweite Phase des durch das BMBF bis 2010 geförderten Deutsch-Russischen Kooperationsverbundes Biotechnologie ist Anfang 2008 gestartet; Partner auf russischer Seite ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft.
Nanotechnologien
Auf Initiative von Ministerin Annette Schavan und ihrem russischen Amtskollegen Andrej Fursenko wurde eine deutsch-russische strategische Arbeitsgruppe zur Nanotechnologie ins Leben gerufen. Hiermit tragen beide Seiten der besonderen Bedeutung Rechnung, welche der Nanotechnologie in der Forschungspolitik beider Länder zukommt. Die Expertengruppe besteht aus Repräsentanten von Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen und soll Kooperationsfelder von gemeinsamem Interesse identifizieren. Auf dieser Basis werden beide Ministerien eine gemeinsame Nanotechnologie-Initiative erarbeiten.
Ein erfolgversprechendes Beispiel für bilaterale Forschungsaktivitäten ist die eng abgestimmte Mitwirkung Deutschlands und Russlands bei Entwicklung und Bau international bedeutender Großgeräte. So sind beide Länder aktive Partner bei der Finanzierung und Realisierung des Freien-Elektronen-Lasers im harten Röntgenbereich (XFEL) am DESY im Hamburg sowie der Beschleunigeranlage für die Hadronen- und Kernphysik (FAIR) am GSI in Darmstadt.
Auf der RUSNANOTECH 2009 präsentierte das BMBF zum zweiten Mal mit großem Erfolg die Themenkampagne "Welcome to NanoTech Germany" im Rahmen der Werbung für den Forschungsstandort Deutschland. 20 deutsche Nanotechnologie-Unternehmen nutzten die Gelegenheit, sich in Moskau einem breiten russischen und internationalen Fachpublikum zu präsentieren.
Vom 11.-13. November 2009 organisierte der Deutsch-Russische Kooperationsverbund Biotechnologie in Moskau erneut ein gemeinsames Biotechnologie-Forum: Themenschwerpunkte des Forums waren Industrielle Biotechnologie, Systembiologie und Biotechnologie für Ernährung.
Die besondere Bedeutung, welche die DFG der Wissenschaft in Russland beimisst, findet ihren Ausdruck darin, dass sie seit dem Jahre 2003 ein Verbindungsbüro in Russland unterhält. Es dient als Ansprechpartner für deutsche und russische Wissenschaftler vor Ort, steht beim Aufbau neuer Partnerschaften beratend zur Seite und begleitet bestehende Kooperationen. Der systematische Ausbau der institutionellen Zusammenarbeit mit den russischen Partnerorganisationen ermöglicht die gemeinsame Förderung von Kooperationen in allen Bereichen der Grundlagenforschung. Rahmenvereinbarungen zur Kofinanzierung von Forschungsvorhaben und Forschermobilität existieren mit folgenden Partnern:
Die DFG unterstützt die Zusammenarbeit mit russischen Partnern in allen ihren Förderverfahren mit einer Vielzahl von Instrumenten. Die engen Kooperationsbezüge zu Russland werden durch rund 400 geförderte Anträge im Zeitraum von 2007-2009 eindrucksvoll belegt und spiegeln eine breite Beteiligung an sämtlichen Verfahren der DFG wider. So fördert die DFG neben der Anbahnung deutsch-russischer Kooperationsvorhaben vor allem langfristige bilaterale Projekte, zunehmend auch im Rahmen der Koordinierten Verfahren wie zwei Internationale Graduiertenkollegs in der Nachwuchsförderung belegen. Über weitere aktuell ge-förderte Forschungsvorhaben der DFG informiert die Internetdatenbank GEPRIS, die Auskunft zu Themen sowie beteiligten Personen und Institutionen gibt.
Die 16 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. unterhalten seit vielen Jahren, teils seit Jahrzehnten zahlreiche Kooperationen mit russischen Partnerinstituten in allen sechs Forschungsbereichen der Gemeinschaft (Energie; Erde und Umwelt; Gesundheit; Schlüsseltechnologien; Struktur der Materie; Verkehr und Weltraum), insbesondere im Bereich der Grundlagenforschung. Darüber hinaus ist die Helmholtz-Gemeinschaft über zahlreiche Großprojekte und über den Aufbau und Betrieb gemeinsamer Forschungsinfrastrukturen eng mit russischen Forschungseinrichtungen verbunden. Zwei herausragende Beispiele hierfür sind der Freie Elektronen-Laser European XFEL am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg, sowie das Internationale Beschleunigerzentrum für die Forschung mit Ionen- und Antiprotonenstrahlen (FAIR) am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt. Zur Koordinierung der russischen Beiträge für FAIR haben das GSI Helmholtzzentrum und sein russisches Partnerinstitut (Institut für theoretische und experimentelle Physik, ITEP) in Moskau ein FAIR-Russia Research Centre (FRRC) eingerichtet.
Die Helmholtz-Gemeinschaft unterhält seit 2005 ein Verbindungsbüro in Moskau, das die Russland-Kooperation der Helmholtz-Zentren unterstützt, das den Informationsfluss zwischen den Helmholtz-Zentren und der russischen Forschungselite stärkt und das den Kontakt zu russischen und internationalen Partnern in Russland aus dem Bereich der Forschungsförderung pflegt.
Strategische Partner, mit denen die Helmholtz-Gemeinschaft per Vertrag verbunden ist, sind:
Gemeinsam mit dem Russischen Fonds für Grundlagenforschung hat die Helmholtz-Gemeinschaft ein Förderprogramm "Helmholtz-Russia Joint Research Groups" aufgelegt: Hierdurch fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nicht nur internationale Spitzenforschung, sondern sie leistet auch einen Beitrag zur Karrierestärkung russischer exzellenter Nachwuchswissenschaftler in Russland. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (Braunschweig) und dem Moskauer Zentralinstitut für Tuberkuloseforschung: Erforscht werden genetische Faktoren, die für den Ausbruch der Tuberkulose verantwortlich sind.
Mit dem RFFI sowie mit seinen weiteren russischen und auch deutschen Partnern führt die Helmholtz-Gemeinschaft einen intensiven Dialog, der Möglichkeiten und Wege zur weiteren Stärkung und Entwicklung der bilateralen Forschungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland aufzeigen soll.
Viele Institute der Fraunhofer-Gesellschaft unterhalten insbesondere auf dem Gebiet der industrienahen Forschung intensive Kooperationskontakte zu Unternehmen und wissenschaft-lichen Institutionen in Russland. Vor allem im Mikroelekronik- und Automotive-Bereich, im Maschinenbau, im Energieanlagensektor und im Bereich von Transportwesen und Logistik sehen zahlreiche Fraunhofer-Institute wichtige Schwerpunkte für ihre Zusammenarbeit mit Partnern in Russland. Mit dem großen Potential der Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland steht den russischen Partnern eine große Bandbreite industrieller Forschungskapazitäten zur Verfügung.
Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat im Jahr 2001 mit der Russischen Akademie der Wissenschaften eine Vereinbarung getroffen, die eine generelle wissenschaftliche Zusammenarbeit, den Austausch von Wissenschaftlern wie auch die gemeinsame Nachwuchsförderung durch Gründung von Nachwuchs- und Partnergruppen vorsieht. Des Weiteren hat die MPG im Jahr 2003 eine Vereinbarung mit der Sibirischen Zweigstelle der Akademie getroffen, die insbesondere für den Bau eines Messturms in Sibirien aber auch für eine generelle wissenschaftliche Zusammenarbeit ausgelegt war.
Auch der DAAD ist durch eine Außenstelle in Moskau vertreten. Russland bleibt das wichtigste DAAD-Partnerland in der GUS-Region und - nach der Zahl der ausländischen Stipendiaten/innen - das nach wie vor größte DAAD-Partnerland. Besonders erfolgreich sind das "Michael Lomonossow" und das "Immanuel Kant"-Programm.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern - seit ihrer Wiedererrichtung 1953 förderte sie allein aus Russland über 1000 Wissenschaftler, davon nahezu 90 Prozent seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Auch weiterhin können Wissenschaftler aus der Russischen Föderation mit den Forschungsstipendien und Forschungspreisen der Stiftung nach Deutschland kommen, um ein selbst gewähltes Forschungsprojekt mit einem Gastgeber und Kooperationspartner durchzuführen.
In den letzten Jahren konzentrierte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ihre Beziehungen zu Russland auf die Implementierung der Ziele des Bologna-Prozesses. Im Rahmen der Unterarbeitsgruppe "Bologna" des Petersburger Dialogs wurden mit finanzieller Unterstützung des BMBF verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Beispielsweise wurde in Kooperation mit dem Ost-West-Wissenschaftszentrum der Universität Kassel und mit russischen Partnern das dreisprachige "Glossary on the Bologna Prozess. English-German-Russian" erarbeitet und im Jahr 2006 von der HRK herausgegeben. Das Glossar ist auch online verfügbar.
Bis Mitte 2008 war die HRK an einem TEMMPUS-Projekt zum Aufbau von Koordinierungsstrukturen bei der Implementierung der Bologna-Ziele in der autonomen Republik Tatarstan beteiligt.
Allgemein kann festgestellt werden, dass in den vergangenen zwei Jahren (2007-2008) die Implementierung der Bologna-Ziele in der Russischen Föderation erhebliche Fortschritte gemacht hat.
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unterzeichnet am 16. Juli 2009 (URL: http://www.bmbf.de/pub/Abkommen_D_RUS_unterzeichnet.pdf)
[PDF - 3,67 MB]

zwischen Deutschland und Russland in Bildung, Forschung und Innovation (URL: http://www.bmbf.de/pub/20_Jahre_D-R-WTZ_2_Jahre_SP_Low_Data.pdf)
[PDF - 112,6 kB]
Gemeinsame Erklärung über die strategische Partnerschaft auf dem Gebiet der Bildung, Forschung und Innovation zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation - in Deutsch (URL: http://www.bmbf.de/pub/GemeinsameErklaerungRUS.pdf)
[PDF - 90,3 kB]
Gemeinsame Erklärung über die strategische Partnerschaft auf dem Gebiet der Bildung, Forschung und Innovation zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation - in Russisch (URL: http://www.bmbf.de/pub/gemeinsam_erklaerung_hnm_ru.pdf)

1991 - 2001 (russische Fassung)
2000, 116 Seiten
Download [PDF - 3,16 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/R-D-WTZ-Gesamtbroschuere.pdf)

deutsch / russische Ausgabe
2000, 116 Seiten
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des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung von Richtlinien zur Förderung von Anbahnungsmaßnahmen in der WTU mit Russland (URL: http://www.bmbf.de/foerderungen/14228.php)
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Informationen zur Bildungslandschaft in Russland (URL: http://www.exportartikel-bildung.de/images/bibb_WS3_6_RUS-Bildung_im_Internet.ppt?PHPSESSID=675c6529b978041e2e30727c718f41aa)
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