
Unternehmerinnen und Unternehmer ausländischer Herkunft führen in Deutschland rund 280.000 Betriebe. In über 90 Branchen beschäftigen sie rund 1 Mio. Menschen. Ausbildungsplätze gibt es aber nur in einem Teil dieser Unternehmen. In vielen wäre eine Ausbildung möglich, doch scheitert dies noch zu oft an fehlenden Erfahrungen mit dem dualen System der Berufsbildung. Seit 1999 sind Service- und Beratungsstellen für ausländische Unternehmer entstanden.
Selbst ausbilden ist der beste Weg, um den für die eigenen unternehmerischen Bedürfnisse am besten geeigneten Nachwuchs zu gewinnen. Das gilt auch für Unternehmen, die von einem Inhaber aus dem Ausland geführt werden. Denn viele dieser Unternehmen benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zusätzlich zu ihren Fachkenntnissen besondere sprachliche und kulturelle Fähigkeiten mitbringen.
Ausbilden ist von Nutzen nicht nur zur Gewinnung von Personal. Ausbildende Unternehmen haben Vorbildfunktion. Sie zeigen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.
Gegenwärtig liegt die Ausbildungsbeteiligung in Unternehmen mit Inhaberinnen und Inhabern aus dem Ausland jedoch noch deutlich unter dem Durchschnitt der Unternehmen in Deutschland insgesamt. Das Ausbildungspotential dieser Betriebe wird nicht ausgeschöpft. Ein großer Teil dieser Unternehmerinnen und Unternehmer verfügt über keine eigenen Erfahrungen mit dem dualen System in Deutschland und kennt dessen Funktionsweise und Vorteile nicht.
Noch hat sich die Erkenntnis nicht durchgesetzt, dass die Bedingungen für die Ausbildung im dualen System der beruflichen Bildung in Deutschland deutlich vereinfacht wurden.
Vielen der Inhaberinnen und Inhaber sind auch die Stellen unbekannt, bei denen sie Unterstützung erhalten können. Deswegen werden auch kostenfreie Beratungangebote und Fördermöglichkeiten zu wenig in Anspruch genommen.
Das BMBF hat zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag ein gezieltes Beratungsangebot für diesen Personenkreis aufgebaut, das gute Ergebnisse vorweisen kann. Die Koordinierungsstelle Ausbildung in Ausländischen Unternehmen - KAUSA - hat zur Aufgabe, die steigende Zahl von Unternehmen mit Inhabern nichtdeutscher Herkunft beim Einstieg in die betriebliche Ausbildung zu unterstützen. Bundesweit arbeiten mittlerweile rund 35 regionale Initiativen an der Werbung für Ausbildungsplätze in dieser Unternehmergruppe.
KAUSA organisiert den Erfahrungsaustausch auf Fachtagungen, und leistet konkrete Beratung. Zusätzlich erstellt KAUSA Materialien, die der Information für Projekte und auch für Unternehmerinnen und Unternehmer dienen. Das Engagement der regionalen Initiativen und Projekte hat sich gelohnt: Laut einer Umfrage, die KAUSA im Dezember 2003 bei 42 regionalen Partnerprojekten durchgeführt hat, sind innerhalb von drei Jahren 4.577 neue Ausbildungsplätze in Unternehmen von Zugewanderten geschaffen worden.
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Eine gemeinsame Aktion von Politik, Wirtschaft und Verbänden der deutsch-ausländischen Unternehmer. (URL: http://www.bmbf.de/pot/download.php/M%3A3038+Aufruf+%22Aktiv+f%26uuml%3Br+Ausbildungspl%26auml%3Btze%22/~/pub/aufruf_aktiv_fuer_ausbildungsplaetze.pdf)
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