
Mit HALO bekommt Deutschland ein neues Forschungsflugzeug zur wissenschaftlichen Untersuchung der Erdatmosphäre. So wird es möglich sein, Wetter und Klimaereignisse gezielter vorherzusagen und bessere Schutzmaßnahmen zu ergreifen.Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt sich mit 47,5 Mio. € zu 70% an den Gesamtkosten für das neue Höhenforschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft). Die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungseinrichtungen (HGF) und die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) teilen sich zusammen die restlichen Kosten von 19,5 Mio. €. Der Vertrag dazu wurde am 16.02.2005 unterzeichnet
HALO wird eine bisher unerreichte Qualität von Messungen gerade in den für das Leben auf der Erde so bedeutsamen Höhenschichten der Atmosphäre bieten. Damit wird auch ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis der Ozonproblematik und dem Austausch von Luftschadstoffen geleistet. HALO soll vor allem in der Troposphäre und der unteren Stratosphäre Messungen machen und für Erdbeobachtungen eingesetzt werden.
Die Flugzeugplattform HALO übertrifft bei nahezu allen wichtigen Parametern die Leistungsfähigkeit aller bisher operierenden Forschungsflugzeuge weltweit: bei einer Flughöhe von mehr als 15 Kilometern, einer Nutzlast von drei Tonnen und einer Reichweite über 8000 Kilometern sind damit erstmals Messungen auf der Skala von Kontinenten, auf allen Breiten, von den Tropen bis zu den Polen sowie in Höhen bis zur unteren Stratosphäre möglich.
Zu den Forschungsschwerpunkten von HALO zählen Untersuchungen zu
Die herausragenden Eigenschaften des Forschungsflugzeugs eröffnen der deutschen Klima- und Atmosphärenforschung vollkommen neue Dimensionen und festigen ihre Stellung in der Weltspitze. HALO setzt eine erfolgreiche deutsche Tradition fort: die des Forschungsflugzeuges Falcon, das in den kommenden Jahren aus Altersgründen ausgemustert wird. Das DLR hat dieses Forschungsflugzeug seit Jahren betrieben. Mit dieser Erfahrung hatte es die Aufgabe übernommen, einen Hersteller für den Bau von HALO zu finden und die vertraglichen Grundlagen dafür auszuarbeiten. Nun wird für HALO ein Business Jet umgerüstet und durch spezielle Öffnungen im Rumpf für optische Fenster und Lufteinlässe sowie Befestigungspunkte für die Montage von Messausrüstung unter dem Rumpf oder unter den Tragflächen für wissenschaftliche Aufgaben tauglich gemacht.
HALO ist das zweite von neun Großgeräten zur Grundlagenforschung, die der Wissenschaftsrat 2002 zur Umsetzung empfohlen hat. Durch die jetzt getroffene Vereinbarung wird HALO schneller als erwartet der Wissenschaft zur Verfügung stehen.
Bereits 2008 soll HALO vom Flugplatz des Deutschen Zentrums für Luft- Und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen zu Forschungsflügen rund um den Globus abheben.
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