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Bildung

Bildung auf einen Blick 2005

Investitionen in die Bildung sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. Deshalb hat diese Bundesregierung seit ihrem Antritt die Investitionen in Bildung und Forschung um fast 40% erhöht. Das Ganztagsschulprogramm ist das bundesweit größte Schulentwicklungsprogramm, das es jemals gab. Die BAföG-Reform zeigt sich als wichtiger Faktor beim Zuwachs von Studienanfängern. Erste Verbesserungen im OECD-Durchschnitt sind also sichtbar, weitere Schritte sind nötig.

Der Hochschulstandort Deutschland ist stark

Der positive Trend zu einer wachsenden Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger hat sich in Deutschland fortgesetzt. 1998 lag die Studienanfängerquote in Deutschland noch bei lediglich 28 %. 2003 nahmen mit 38 % eines Altersjahrgangs erneut mehr Jugendliche ein Studium auf. Damit holt Deutschland kontinuierlich zum Durchschnitt aller OECD-Staaten mit einer Studienanfängerquote von 53 % auf.

Das BAföG ist eines der wichtigen bildungspolitischen Instrumente, die zu diesem Anstieg geführt haben. Inzwischen liegt der Anteil der Geförderten bei rund einem Viertel aller Studierenden im Erststudium, die sich noch innerhalb der Regelstudienzeit befinden. Bund und Länder bringen für die Ausbildungsförderung insgesamt über 2,2 Milliarden Euro auf. Der Anteil der Vollgeförderten - also derjenigen, die den Förderhöchstsatz erhalten - liegt bei nahezu der Hälfte aller Geförderten (48,7 %).

Erfreulich ist auch die Entwicklung der Abschlussquote an Fachhochschulen und Universitäten. Sie ist von 16 % eines Altersjahrgangs im Jahr 1998 auf 19,5 % im Jahr 2003 gestiegen. Der Durchschnitt der OECD-Staaten betrug 32,2 %. Zwar liegt Deutschland damit immer noch auf einem hinteren Platz. Die steigenden Studienanfängerzahlen werden sich in den nächsten Jahren positiv bei den Absolventenzahlen niederschlagen.

Internationale Attraktivität der Hochschulen

Deutschland ist beliebt bei Studierenden aus dem Ausland. 11 % aller Studierenden in der OECD, die nicht in dem Land ihrer Nationalität studieren, studieren in Deutschland, das damit heute an dritter Stelle der beliebtesten Gastländer hinter den Vereinigten Staaten (28 %) und dem Vereinigten Königreich (12  %) liegt. Dies sind deutliche Erfolge der Initiative "Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland", die das BMBF zusammen mit dem DAAD und den Ländern durchführt. Der Anteil ausländischer Studierender ist auf 10,7 % gestiegen. Mit dem Zuwanderungsgesetz wurde eine Regelung getroffen, die es ausländische Studierende erlaubt, nach Abschluss ihres Studiums hier zu arbeiten. Sie können ihr hier erworbenes Wissen einsetzen und Deutschland profitiert davon, wenn sie in ihre Heimatländer zurückkehren.

Schulstudie PISA 2003: Deutschland holt auf

Die OECD-Studie greift in diesem Jahr auch Schwerpunkte der Schulleistungsstudie PISA 2003 auf. So zeigten sich Verbesserungen in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften. Beim Problemlösen zeigten die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler gute Fähigkeiten, und erreichten einen Platz im oberen Mittelfeld. Bei den mathematischen Fähigkeiten erreicht Deutschland bei PISA 2003 inzwischen einen Platz im Mittelfeld. Im Untersuchungsbereich "Quantitatives Denken" liegt das Durchschnittsergebnis der Schüler in Deutschland sogar über dem OECD-Durchschnitt. Diese Fortschritte sind ein Erfolg der ergriffenen Maßnahmen. Zur weiteren Stärkung der mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenz wird das von Bund und Ländern gemeinsam entwickelte SINUS-Programm in den Schulen ausgebaut.

Die Bildungsausgaben

Für die nächsten Jahre ist eine deutliche Verbesserung bei den Bildungsausgaben zu erwarten, wenn sich die Ausgaben des Ganztagsschulprogramms der Bundesregierung auswirken werden. Das Programm der Bundesregierung hat ein Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro für Investitionsmaßnahmen und wird ergänzt um die Programme der Länder zur Ausgestaltung des Ganztagsunterrichts und zur Qualitätsentwicklung in den Schulen. Hinzu kommt die von der Bundesregierung angeregte und im Juni 2005 zwischen Bund und Ländern vereinbarte Exzellenzinitiative zur Profilbildung der Universitäten mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Mrd. Euro.

Deutschland lag bei den Bildungsausgaben nach der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2005" auch 2002 und 2003 unterhalb des OECD-Durchschnitts. Der Anteil der öffentlichen Ausgaben für Bildung als Anteil an den öffentlichen Gesamtausgaben beträgt in Deutschland 9,8 % und ist seit 1995 um 0,1% gestiegen. Im OECD-Mittel machen diese Ausgaben einen Anteil von 12,9 % aus und sind im gleichen Zeitraum um einen vollen Prozentpunkt gestiegen. Auch der Anteil der öffentlichen und privaten Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb im Jahr 2002 mit 5,3 % in Deutschland stabil und lag wie im Vorjahr unter dem OECD-Ländermittel von 5,8 %.

Auch für die Jahre 2002 und 2003 erfaßte der OECD-Bericht eine kaum veränderte Verteilung der Ausgaben in den einzelnen Bildungsbereichen, wonach in Deutschland unterdurchschnittlich in den Primär- und Sekundarbereich I investiert und überdurchschnittlich in die späteren Bildungsphasen im Sekundarbereich II - das sind die gymnasialen Oberstufe an allgemein bildenden Schulen, berufliche Gymnasien der Fachoberschulen sowie die Berufsfachschulen und die Ausbildung im Dualen System der beruflichen Bildung - und dem Tertiärbereich, also Fachschulen, Fachhochschulen und Hochschulen.

  • Im Primarbereich liegt Deutschland mit 17% unter dem OECD-Länder-Mittel von 20%. Im Sekundarbereich I liegt Deutschland mit 21% ebenfalls unter dem OECD-Durchschnitt von 23%. Hier besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Gerade in jungen Jahren werden die Weichen für eine erfolgreiche Bildungskarriere gestellt.
  • Bei den Ausgaben im Sekundärbereich II pro Schüler/Auszubildender im Verhältnis zum BIP ist Deutschland im internationalen Vergleich gut (37% im Verhältnis zu 28%). Auch im Tertiärbereich A - das sind Universitäten und Fachhochschulen - steht Deutschland mit 44% im Vergleich zum OECD-Mittel (42 %) gut da. Das gute Bild relativiert sich jedoch, wenn nur die lehrbezogenen Bildungsausgaben betrachtet werden, und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung also nicht mit einbezogen werden. Dann fallen die Ausgaben pro Schüler/Studierenden im Tertiärbereich im Verhältnis zum BIP pro Kopf auf 25 % und liegen damit sowohl unter dem entsprechenden OECD-Mittel (34 %) als auch unter dem Anteil der Ausgaben pro Auszubildenden/Schüler des deutschen Sekundarbereichs II.

Auch bei dieser Verteilung ist vom Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung und auch dem Programm zur Betreuung von unter Dreijährigen eine Verbesserung zu erwarten. Beide Maßnahmen zielen auf eine bessere und vor allem frühere individuelle Förderung eines jeden einzelnen Kindes. Wie die Daten zeigen, werden die Mittel des Ganztagsschulprogramms von den Ländern insbesondere für den Ausbau von Grundschulen zu Ganztagsschulen verwendet.

Perspektiven

Für Deutschland bleibt die Verbesserung der Leistungsergebnisse - auch durch die Entkopplung von sozialer Herkunft und erreichter Kompetenz - die große Herausforderung in der Bildungspolitik. Denn alle aktuellen Untersuchungen zeigen weiterhin, dass der sozio-ökonomische Hintergrund der Schülerinnen und Schüler in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten einen nach wie vor stärkeren Einfluss auf den Erwerb bestimmter Kompetenzen hat.

Die von der Kultusministerkonferenz eingeleiteten Reformschritte zielen vor allem auf die frühe, differenzierte und individuelle Förderung vor und während der Schulzeit, insbesondere von Kindern und Jugendlichen aus bildungsbenachteiligten Familien. Hierzu tragen das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung und die Ganztagsschulangebote der Länder entscheidend bei. Allein im Jahr 2004 stieg die Anzahl der Ganztagsschüler um 12 %.

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