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Wissenschaft
Arbeit im Labor

Dynamik und Planungssicherheit - der Pakt für Forschung und Innovation

Mit dem Pakt für Forschung und Innovation erhalten Organisationen der gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Forschungseinrichtungen (Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft als Förderorganisation finanzielle Planungssicherheit. Ihre Zuschüsse sollen in den Jahren 2011 bis 2015 jährlich um fünf Prozent steigen. Im Gegenzug verpflichten Sie sich auf forschungspolitische Ziele. Die Planungssicherheit gibt ihnen den Spielraum, Entwicklungen zu diesen Zielen voranzutreiben.

Der Pakt für Forschung und Innovation wurde von den Regierungschefs von Bund und Ländern zunächst für 2005 bis 2010 beschlossen. Er wurde für die Periode von 2011 bis 2015 weiterentwickelt und stellt den beteiligten Forschungsorganisationen eine jährliche Steigerung ihres finanziellen Zuschusses um fünf Prozent in Aussicht.

Partner aus der Wissenschaft sind:

Forschungspolitische Ziele

Bund und Länder wollen im Einvernehmen mit den Wissenschaftsorganisationen mit der Fortsetzung des Pakts folgende forschungspolitische Ziele erreichen:

  1. Das Wissenschaftssystem dynamisch entwickeln
  2. Die Vernetzung im Wissenschaftssystem leistungssteigernd und dynamisch gestalten
  3. Neue Strategien der internationalen Zusammenarbeit entwickeln und umsetzen
  4. Nachhaltige Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft etablieren
  5. Die Besten dauerhaft für die deutsche Wissenschaft gewinnen

Bücherspirale mit oben aufliegendem, aufgeschlagenem Buch©ThinkstockAuf der Grundlage dieser forschungspolitischen Zielsetzung haben die Wissenschafts- und Forschungsorganisationen in eigenen Erklärungen dargestellt, welche Maßnahmen sie ergreifen wollen, um die genannten forschungspolitischen Ziele zu erreichen und dazu beizutragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems weiter auszubauen.

Der Pakt versetzt die Wissenschaftsorganisationen in die Lage, strategische Maßnahmen fortzusetzen und weiterzuentwickeln, vorhandene Instrumente qualitativ und quantitativ auszubauen sowie neue Instrumente zu entwickeln, zu erproben und zu etablieren. Die mit dem Pakt verbundene finanzielle Planungssicherheit ist ein wesentliches Element für die entsprechende strategische Planung der Wissenschafts- und Forschungsorganisationen.

Der Pakt für Forschung und Innovation als Entwicklungsmotor

Details und weiterführende Informationen finden Sie im
Pakt für Forschung und Innovation Monitoring-Bericht 2012 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK)

Folgende Entwicklungen werden festgestellt:

Es gibt vielfältige Formen der Zusammenarbeit- Vernetzung statt Versäulung!

Es gibt vielfältige Kooperationen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen (AUF) untereinander. Auch die Vernetzung mit den Hochschulen wurde vertieft. Alle Pakt-Organisationen unterhalten Forschungskooperationen mit Hochschulen, beispielsweise im Rahmen der Exzellenzinitiative, der Beteiligung an koordinierten Förderprogrammen der DFG und anderer (auch internationaler) Förderer oder durch eigene Instrumente der einzelnen Pakt-Organisationen.

Gemeinsame Berufungen mit Hochschulen sind üblich geworden, ihre Zahl ist zwischen 2005 und 2011 um 46% auf 887 gestiegen. Daneben gibt es zunehmende Zusammenarbeiten auch auf den Ebenen von Juniorprofessuren, außerplanmäßigen Professuren und Honorarprofessuren.

Die internationale Vernetzung wurde ausgebaut

Die AUF beherbergen etwa die Hälfte der in Deutschland arbeitenden ausländischen Wissenschaftler. Auch werden die AUF selbst zunehmen im Ausland aktiv. Die AUF konnten die Einwerbung von Mitteln der Europäischen Union für kooperative Projekte zwischen 2005 und 2011 um 27% auf 301 Millionen Euro steigern. Sie tragen überproportional zum Rückfluss von Fördermitteln aus dem 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union bei.

Wissenschaftliche Publikationen aus Deutschland können ihr hohes Niveau im internationalen Wettbewerb behaupten

Deutschland ist nach den USA, China und Großbritannien der viertgrößte Produzent wissenschaftlicher Publikationen. Deutsche Forschungseinrichtungen publizieren zunehmend in international anerkannten Zeitschriften und werden im Vergleich mit anderen Publikationen der jeweiligen Zeitschriften überdurchschnittlich zitiert. Besonders hohe Zitatraten hat die Schweiz; in der nachfolgenden Gruppe befinden sich alle Industrienationen mit Deutschland an siebter Position. Die Publikationen der am Pakt teilnehmenden Wissenschaftsorganisationen werden deutlich häufiger zitiert, als der Durchschnitt in Deutschland. Sie liegen etwa gleichauf mit der, unter diesem Gesichtspunkt führenden, Schweiz. Informationen hierzu finden Sie auch im Bericht  Bibliometrische Indikatoren für den PFI Monitoring-Bericht 2012.

Starke Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken den Standort Deutschland

Seit Beginn des Paktes wurden auch auf Innovation ausgerichtete Aktivitäten intensiviert. Die Drittmittel aus der Industrie stiegen seit 2005 um etwa 60%, die Schutzrechtsvereinbarungen um rund 40%.

Mehr wissenschaftlicher Nachwuchs, zunehmend strukturierte Doktorandenförderung

In Deutschland promovieren derzeit rund 25.000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen pro Jahr. Die von außeruniversitären Forschungseinrichtungen gemeinsam mit Universitäten betreuten Promotionen stiegen zwischen 2007 und 2011 um 54% auf etwa 1850. Damit leisten die AUF einen inhaltlich wichtigen und quantitativ wachsenden Beitrag zur Nachwuchsförderung.

Immer mehr dieser Doktoranden werden in strukturierten Maßnahmen wie Graduiertenkollegs und Graduiertenschulen gefördert. Auch die Zahl selbständiger Nachwuchsgruppen stieg kontinuierlich an. Dies gibt jungen Wissenschaftlern Freiräume und trägt zur Attraktivität der Wissenschaft bei.

Der Anteil der Wissenschaftlerinnen ist gestiegen

Die außeruniversitären Forschungsorganisationen haben vielfältige Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung etabliert. Von 2005 bis 2011 stieg der Frauenanteil am wissenschaftlichen Personal insgesamt und auch bei Beschäftigten in Führungspositionen.

Steigerung des Frauenanteils:

  • Fraunhofer Gesellschaft:  von 3,5 auf 4,2%
  • Helmholtz-Gemeinschaft: von 5,1 auf 9,9%
  • Max-Planck-Gesellschaft: von 12,1 auf 19,7%
  • Leibniz-Gemeinschaft: von 9,0 auf 13,0%

Dennoch bleibt es vordringliche Aufgabe der Wissenschaft, die Attraktivität als Arbeitgeber zu wahren und weiterhin zunehmend Frauen für wissenschaftliche Positionen zu gewinnen.

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/3215.php)

Dokumente

Publikationen

  • Neue Dynamik in der Forschung ID = 1205

    Titelbild der Publikation

    Beispiele aus dem Pakt für Forschung und Innovation

    2010, 36 Seiten
    Bestell-Nr.: 30553

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,75 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/neue_dynamik_in_der_forschung.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)