Navigationsbereich


Wissenschaft

Wissenschaftliche Weiterbildung

Wissenschaftliche Weiterbildung wird von Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen in einer Vielzahl von Veranstaltungsformaten angeboten - vom einzelnen Kurs bis zum mehrjährigen Studiengang mit Hochschulabschluss (vgl. auch Bildungsbericht 2012, insbesondere S. 149 f). Die Teilnahme steht nicht nur denen offen, die bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen haben, da die erforderlichen Voraussetzungen auch auf andere Weise nachgewiesen werden können. Wissenschaftliche Weiterbildung im Rahmen von lebenslangem Lernen dient mit der Entwicklung des eigenen Potenzials der Sicherung des Arbeitsplatzes und der beruflichen Karriere, ist entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung von Forschung in Innovationen und Beschäftigung und festigt den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Über Notwendigkeit und Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterbildung gibt es in der bildungspolitischen Diskussion wenig Kontroversen. Die bestehenden und sich verschärfenden Herausforderungen der demografischen Veränderungen, der technologischen Entwicklung und des internationalen Wettbewerbs, der wachsende Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften, aber auch die Vermeidung von sozialen Konflikten verlangen ein möglichst hohes Bildungsniveau der in Deutschland lebenden Bevölkerung. Und dieses Bildungsniveau muss wiederum fortlaufend aktualisiert und an neue Aufgaben und sich ändernde Rahmenbedingungen in Wirtschaft, Technologie und Recht angepasst werden.

An den Hochschulen gewinnen, neben den traditionellen Weiterbildungsangeboten in Form von Seminaren und Kursen, weiterbildende Studiengänge, die auf einem ersten Hochschulabschluss aufbauen oder auf der Grundlage von beruflicher Ausbildung und Erfahrung zu einem ersten Hochschulgrad führen, immer mehr an Bedeutung. Hier kommt es darauf an, im Einklang mit den Absprachen im Rahmen des Bologna-Prozesses, den Zugang zu den Studiengängen zu erleichtern und die Anrechnung bereits erworbener Kenntnisse und Kompetenzen zu verbessern. Aus diesem Grund unterstützt das BMBF mit der Initiative „Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung“, dem Nachfolgeprogramm der BMBF-Initiative „Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge (ANKOM)“ entsprechende Angebote

Ein weiteres Beispiel ist das Verbundprojekt „Stu+Be: Studium für Berufstätige - Erfolgsfaktoren für Lifelong Learning an Hochschulen“ im Rahmen des Förderschwerpunktes "Empirische Bildungsforschung": Zukunftswerkstatt Hochschullehre". An drei beteiligten Universitäten und an vier internationalen Hochschulen wurde auch die Rolle von Hochschule als Anbieter zum "Lernen im Erwachsenenalter“ untersucht. Die Bedingungen und Erfolgsfaktoren lebenslangen Lernens wurden bezüglich der Dimensionen Strategie, Implementation, Didaktik, Medien, Organisation und Management genauer herausgearbeitet.

Auch die HIS-Studie „Erhebung und Typisierung berufsbegleitender und dualer Studienangebote“ berücksichtigt alle berufsbegleitenden und dualen Studienprogramme, die im Jahr 2009 von staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sowie von Berufsakademien angeboten wurden. Sie umfasst Studiengänge, welche die Studierenden zu einem akademischen Abschluss (z. B. Bachelor- oder Masterabschluss) führen, sowie kürzere Angebote ab einer Dauer von drei Tagen, sogenannte Zertifikatskurse. Das Untersuchungsergebnis zeigt, dass das Angebot berufsbegleitender Masterstudiengänge deutlich größer ist als das von berufsbegleitenden Bachelorstudiengängen. mit Wirtschaftswissenschaften in beiden Bereichen als am stärksten vertretende Disziplin.

Weiterbildung muss auch von der Forschung her gedacht werden. Die ehrgeizigen innovationspolitischen Ziele, die in der HighTech-Strategie gebündelt sind, lassen sich nur erreichen, wenn die "personelle Anschlussfähigkeit" von der Forschung in die Anwendung gegeben ist, d.h. wenn der Weg vom erfolgreichen Forschungsprojekt in Produkte, Verfahren, Therapien und Dienstleistungen verkürzt und beschleunigt wird. Überall, wo geforscht wird, muss die Weiterbildung als nächster Schritt schon eingeplant werden. Geforscht wird nicht nur an den Hochschulen, sondern auch in Forschungseinrichtungen und in vielen Unternehmen. Auch deren Weiterbildungspotenzial ist zu entwickeln. Gemeinsame Angebote werden oft zu besseren Ergebnissen führen.

Weitere Funktionen der wissenschaftlichen Weiterbildung betreffen den beruflichen Aufstieg und die Sicherung der Position im Beschäftigungssystem. Hier knüpft auch der Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ an, mit dem der Auf- und Ausbau an wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten für neue Zielgruppen an den Hochschulen gefördert wird.

Um das Potenzial der Fachkräfte weiter auszuschöpfen, leistet der Bund auch Unterstützung mit verschiedenen Stipendienprogrammen (siehe Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung). 

Seit dem 1. April 2012 hat das neue Anerkennungsgesetz die Chancen zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen erheblich gesteigert. Das bundesweite Netzwerk "Integration durch Qualifizierung (IQ)" hat das Ziel, die Arbeitsmarktchancen von erwachsenen Migrantinnen und Migranten in Deutschland zu verbessern.

Übergreifende Informationen über die wissenschaftliche Weiterbildung sind im Internet in den Datenbanken WissWB-Portal und im Infoweb Weiterbildung zu finden.


 

Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“

Der Wettbewerb ist Teil der 2008 gestarteten Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ des Bundes und der Länder, um die Bildungschancen aller Bürgerinnen und Bürger zu steigern. Hier werden in einem wettbewerblichen Gesamtverfahren innovative, nachfrageorientierte und nachhaltige Konzepte von Hochschulen gefördert, um das Fachkräfteangebot dauerhaft zu sichern, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern, neues Wissen schneller in die Praxis zu integrieren sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftssystems durch nachhaltige Profilbildung im lebenslangen wissenschaftlichen Lernen und beim berufsbegleitenden Studium zu stärken.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf: www.wettbewerb-offene-hochschulen-bmbf.de/ und http://www.offene-hochschulen.de.

  • AQUA-Logo

    Wissenschaft

    Programm AQUA

    Das seit 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Programm AQUA wurde zum 30.09.2013 beendet. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bereitet derzeit für die nächste ESF-Förderperiode ab 2014 ein Bundesprogramm zur Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten im Kontext des Anerkennungsgesetzes vor, in dem in geeigneter Weise Förderschwerpunkte aus dem Programm AQUA aufgenommen werden sollen.
     weiterlesen: Programm AQUA
    (URL: http://www.bmbf.de/de/2772.php)

Zusatzinformationen

English version of this page
(URL: http://www.bmbf.de/en/349.php)

Dokumente

 

© 2014 Bundesministerium für Bildung und Forschung