
Um in Zukunft die Chancen einer wirtschaftlichen und flexiblen Mikroproduktion zu erschließen, muss der gesamte Fertigungsprozess für miniaturisierte und mikrostrukturierte Teile optimiert werden. Dabei ist neben der technischen Lösung auch eine entsprechende Arbeitsorganisation und ein für die Stückzahlen passender Automatisierungsgrad wichtig. Die einzelnen Elemente von Produktionssystemen wie Entwurfsmethoden, Mikrofertigungs- und Handhabungsverfahren sowie die Produktionsanlagen müssen in ihrer Leistungsfähigkeit aufeinander abgestimmt und so gestaltet werden, dass diese durch Facharbeiter gesteuert werden können.
Für die industrielle Produktion von Mikroteilen und -baugruppen in Strukturen zwischen 10 µm und 0,1 µm sowie von Nanomaterialien, Nanoschichten und Nanostrukturen ist die Forschungslandschaft in Deutschland bereits gut entwickelt. Zahlreiche Institute der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Universitäten oder der Fraunhofer-Gesellschaft haben gute personelle und technische Voraussetzungen für exzellente Forschung auf diesem Gebiet.
Zu den Themenfeldern des Forschungsschwerpunkts µPRO gehören u. a.:
Mikro- und Nanoproduktion bieten in einem Hochlohnland wie Deutschland neue Chancen für Wachstum und Beschäftigung. Dabei sind jedoch große Herausforderungen zu bewältigen wie:
Das Projekt FELIG entwickelte eine Anlage, welche es erstmalig erlaubt, eine Materialbearbeitung mit Synchrotronstrahlung in der Serie durchzuführen. Gegenüber dem aktuellen Stand der Technik gelang es, die Fertigungskapazität um das 20-fache zu erweitern. Damit können feinmechanische Teile mit bisher unerreichter Präzision und Oberflächengüte hergestellt werden. Die Durchlaufzeiten der Teile konnten von mehreren Monaten auf bis zu zwei Wochen gesenkt und die Kosten in etwa halbiert werden.
Im Projekt MikroFun entstanden neuartige Spulen für die Montage direkt auf der Leiterplatte. Hierzu werden zunächst Leiterbahnen auf einer dünnen Trägerfolie aufgebracht, die anschließend so gefaltet werden, dass bis zu 20 Lagen entstehen. Die so gefertigten Spulen zeichnen sich durch erheblich geringere Abmessungen und eine deutlich verbesserte Leistung aus. Sie erlauben beispielsweise eine weitere Miniaturisierung der Elektronik in Stromversorgungen und in der Kommunikationstechnik.
Weitere Informationen zur Mikro- und Nanotechnik finden Sie hier. Weitere Informationen zur Elektronik finden Sie hier.
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