
Wasser ist das wichtigste Nahrungsmittel. Etwa die Hälfte aller Krankenbetten in Entwicklungs- und Schwellenländern ist mit Patienten belegt, die an Krankheiten leiden, die durch unsauberes Trinkwasser verbreitet und verursacht werden. Die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen haben sich 2000 verpflichtetet, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Beim "Integrierten Wasser Ressourcen Management" (IWRM) soll durch eine nachhaltige Bewirtschaftung oberirdischer Gewässer, Grundwasserleiter und Küstengewässer die Ressource Wasser besser und schonend genutzt werden.
Trinkwasser im Überfluss ist auch in unseren Breiten keineswegs selbstverständlich. Nach den technologischen Leistungen der Römer in der Antike dauerte es in Europa noch bis in das 19. Jahrhundert, bis eine weitgehend flächendeckende Wasserversorgung aufgebaut war. Die Klärung der Abwässer blieb noch im 20. Jahrhundert vielfach unvollständig. Lange Zeit galt das Baden in Flüssen als gesundheitsschädlich. Der Zustand der Flüsse und deren Wasserqualität nähert sich erst langsam wieder unbedenklichen Werten an.
Der Bedarf an sauberem Trinkwasser läßt sich heute in den industrialisierten Ländern - besonders in den gemäßigten Breiten - sicher decken. Mit der Ressource Wasser wird dennoch oft sorglos umgegangen. Bei der Wasserversorgung wird der höchste Qualitätsstandard für Trinkwasser eingehalten, obwohl der überwiegende Teil des Wassers für niederwertigere Zwecke - beispielsweise zur Toilettenspülung - verbraucht wird.
Der technologische Fortschritt hat in den vergangenen Jahren neue Verfahren zur Aufbereitung von Trinkwasser und zur Abwasserreinigung gebracht. Diese Verfahren erlauben heute auch neuartige Lösungen, die nicht mehr an zentral aufgebauten Systeme zur Wasserver- und -entsorgung gekoppelt sind. Wassersparende Installationen senken den Verbrauch ohne Verlust an Komfort, neuartige Filter liefern Wasser in guter Qualität, der Aufbau von Recyclingkreisläufen für Brauchwasser verringert den Wasserverbrauch.
Aus diesen neuartigen Ansätzen erwachsen auch neuartige Anwendungsmöglichkeiten in Entwicklungs- und Schwellenländern. In Gebieten mit Wasserknappheit bleibt es die vordringliche Aufgabe, Zugang zu Wasserquellen zu finden. Die effiziente und sparsame Nutzung der Wasserressourcen ist dort aber ebenso entscheidend. In vielen dieser Länder ist zwar Wasser vorhanden, dies jedoch - in Küstenregionen - in Form von Brackwasser oder als nicht aufbereitetes und unhygienisches Wasser aus belasteten Flüssen und anderen Quellen. Für diese Regionen ist die lokale Aufbereitung von Wasser eine bisher nicht ausreichend nutztbare Möglichkeit, um die Versorgung mit Trinkwasser sicher zu stellen.
Mit dem Prinzip des "Integrierten Wasser Ressourcen Management" (IWRM) soll eine nach Menge und Güte nachhaltige Bewirtschaftung der miteinander in Wechselwirkung stehenden oberirdischen Gewässer, der Grundwasserleiter und - soweit dies zu berücksichtigen ist - auch der Küstengewässer geleistet werden. Damit sollen sowohl die soziale und wirtschaftliche Entwicklung als auch die Funktionsfähigkeit lebenswichtiger Ökosysteme gefördert werden.
Das BMBF hat einen entsprechenden Förderschwerpunkt aufgelegt, um an geeigneten, größenmäßig überschaubaren Modellregionen - also an Fluss- und Flussteil-Einzugsgebieten und Siedlungsräumen mit zugehörigen Gewässern - neue Techniken und Herangehensweisen zu erproben, anzupassen und weiterzuentwickeln.
Auf diese Weise soll die Wasserversorgung der beteiligten Regionen gesichert werden und Ergebnisse entstehen, die auf andere Regionen übertragbar sind. Die entwickelten Lösungen erleichtern deutschen Unternehmen im Wasser- und Umweltsektor den Zugang zu neuen Märkten.
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[Presse]
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