Bildung

Der dritte Ganztagsschulkongress

Der 3. Ganztagsschulkongress, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Kultusministerkonferenz der Länder in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung am 22. und 23. September 2006 gemeinsam veranstaltete, hat laut Bundesministerin Dr. Annette Schavan deutlich gemacht, "dass viel in Bewegung geraten ist". Das diesjährige Motto des Kongresses lautete: "Partner machen Schule. Bildung gemeinsam gestalten." Über 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen die vielfältigen Anregungen und Kontakte nun in die Schulen vor Ort.

Die vielen zufriedenen Gesichter am Ende des Kongresses ließen keinen Zweifel daran, dass der dritte bundesweite Ganztagsschulkongress die hohen Erwartungen der über 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfüllen konnte. Die Foren, Workshops, Ausstellungen und Vorführungen waren geprägt vom Geist der Partizipation und dem Bestreben, innovative Ideen für die Schulen vor Ort zu entwickeln.

Eröffnungsrede des GTS-KongressesBundesministerin Dr. Schavan bei der Eröffnungsrede "Das ist eine gute Woche für die Schulen in Deutschland", sagte Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan zur Eröffnung des Ganztagsschulkongresses. Innovatives entstehe da, wo sich verschiedene Partner zusammen tun. "Gemeinsam müssen wir das Bildungssystem so weiter entwickeln, dass jedes Kind und jeder Jugendliche seine Begabungen voll entfalten kann." Mit Geduld, könne aus jeder Schule eine kleine Zukunftswerkstatt entstehen.

"Bildung ist die wichtigste Investition, die unsere Gesellschaft und jeder einzelne tätigen kann", dies betonte einen Tag zuvor Bundespräsident Horst Köhler in seiner Berliner Rede. Diese Investitionen, so die Vorsitzende der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Ehefrau des Bundespräsidenten, Eva Luise Köhler, müssten aber auf Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Kreativität der Kinder und Jugendlichen gründen: "Ich habe dieses Vertrauen und fühle mich bestätigt, wenn ich sehe, wie viele Schulen sich zu Ganztagsschulen entwickeln".

Den Stellenwert der Länder beim bundesweiten Ausbau der Ganztagsschulen brachte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave zum Ausdruck. Erstmals war die KMK auch Mitveranstalterin des Ganztagsschulkongresses. Nach Erdsiek-Rave ist auf föderaler Ebene mit dem Ausbau der Ganztagsschulen und dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) eine Kooperation zum Wohl der Kinder gelungen. "Die Ganztagsschulen sind so erfolgreich, weil gemeinsam gehandelt wurde. Durch das IZBB wurde überall der Anstoß für eine Verlängerung der Schule in den Nachmittag gegeben, in jeder Hinsicht Reserven mobilisiert und innere Veränderungen angestoßen", so die Bildungsministerin Schleswig-Holsteins.

Nach einer anregenden Podiumsdiskussion, die die bekannte Fernsehmoderatorin Inka Schneider moderierte, und an der auch die Staatssekretäre von Rheinland-Pfalz, Michael Ebling, und Thüringen, Kjell Eberhardt, teilnahmen, ging der Kongress mit sechs Foren in die gemeinsame inhaltliche Arbeit. Die Themen der Foren lauteten:

  • Forum 1 "Im Mittelpunkt der Mensch - Individuelle Förderung gemeinsam gestalten",
  • Forum 2 "Methode Taktwechsel - Rhythmisierung als kooperative Aufgabe",
  • Forum 3 "Nutzräume? Räume nutzen! Partner gestalten den Umbau mit",
  • Forum 4 "Im Team zum Erfolg - Zusammenarbeit als pädagogische Chance",
  • Forum 5 "Zentren der Gemeinde - Ganztagsschulen als kommunale Entwicklungsaufgabe",
  • Forum 6 "Innovation im Unterricht - Lernarrangements mit Partnern gestalten".

Begleitend zu der Themenvielfalt der Foren und der Ausstellung guter Beispiele von Schule und Kooperation fand vom Freitagnachmittag bis zum Samstagmittag eine wissenschaftliche Vortragsreihe statt, auf der sich renommierte Expertinnen und Experten mit vielen interessierten Besuchern des Kongresses über unterschiedliche Bildungs- und Betreuungssysteme in Europa austauschten.

Der zweite Tag des Kongresses war - wie schon im vergangenen Jahr - die Plattform der 16 Länder. Gegenwärtig sorgen 14 Regionale Serviceagenturen im Rahmen des Begleitprogramms "Ideen für mehr. Ganztägig lernen" für Beratung und Vernetzung der Ganztagsschulen. Sie begleiten auch die vielfältigen Kooperationsprojekte vor Ort.

Mit der Einrichtung von fünf Regionalforen bot der Ganztagsschulkongress die Möglichkeit, diese regionalen Schwerpunkte in Berlin den über 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugänglich und schmackhaft zu machen. Viele unterschiedliche Modelle der Kooperation zwischen Schule und externen Partnern wurden diskutiert und im Hinblick auf Praxistauglichkeit geprüft. Die Themen der Foren lauteten: 

  • Regionalforum 1 "Projekt Ganztagsschule - Schulentwicklung in vier Ländern" Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Thüringen,
  • Regionalforum 2 "Kooperation - eine Chance für mehr" Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein,
  • Regionalforum 3 "Vom Kuchenbacken zur Steuerungsgruppe - Gelingende Schüler- und Elternbeteiligung" Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen,
  • Regionalforum 4 "Kulturkooperationen - Wie die Königskinder zusammenkommen",
  • Themenatelier "Kulturelle Bildung an Ganztagsschulen".

Ein willkommenes Instrument der Beratung und Vernetzung konnte unter dem Programmpunkt "Kooperation konkret. Beratung und Unterstützung von Partnern für Schulen" abgerufen werden. Dabei hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich in Einzel- oder Gruppengesprächen mit Verbänden, Organisationen oder Jugendbeteilungsakteuren beraten zu lassen.

Tanz und Kultur gab es zum Auftakt - und zum Abschluss des 3. Ganztagsschulkongresses mit dem Tanzprojekt "OzonTanz", das zwei Bremerhavener Schulen, die Tanzpädagogin Claudia Hanfgarn und das Alfred-Wegener-Institut für Ozon- und Meeresforschung gemeinsam entwickelt haben. Ein letzter Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit dem bekannten Tanzchoreographen Royston Maldoom aus "RHYTHM IS IT!" und dem Kulturstaatssekretär Nordrhein-Westfalens, Friedrich Grosse- Brockhoff. Mit diesen vielen Eindrücken vor Augen und angesichts des innovativen Charakters des Kongresses zog die Geschäftsführerin der DKJS, Heike Kahl, ein ermutigendes Fait: "Der Ganztagsschulkongress ist eine bildungspolitische Instanz" geworden".

Dokumente

  • Konferenzflyer

    [PDF - 631,3 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pub/gts-kongress06.pdf)