
Der Berufsbildungsbericht 2006 behandelt die Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt 2005.Die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt, dass der "Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" wirkt, aber neue Dynamik braucht. 2005 wurden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Die ungünstige Entwicklung bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen der vergangenen Jahre hat sich damit fortgesetzt, das positive Ergebnis 2004 als nicht dauerhaft erwiesen. Um eine neue Dynamik am Ausbildungsstellenmarkt zu erzeugen, wird die Bundesregierung die Aktivitäten zur Gewinnung von Ausbildungsplätzen weiterführen.
Die duale Berufsausbildung ist eine ausgesprochen wichtige Basis für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Die Bundesregierung hält daran fest, allen Jugendlichen, die dies wollen und auch können, eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.
Die im Berufsbildungsbericht 2006 gezogene Bilanz des Ausbildungsstellenmarktes 2005 zeigt, dass der "Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" wirkt, aber neue Dynamik braucht. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2004 bis zum 30. September 2005 wurden bundesweit insgesamt 550.180 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen und damit 22.800 Verträge oder 4,0 % weniger als im Vorjahr. Nach dem positiven Ergebnis 2004 hat sich damit die ungünstige Entwicklung bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen der vergangenen Jahre wieder fortgesetzt. Betrachtet man die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge, wurden im Jahr 2005 mit 505.191 Verträgen immerhin noch rund 7.900 neue betriebliche Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen als vor dem Beginn des Ausbildungspaktes im Jahr 2003.
Auch die Zahl der am 30. September 2005 bei der Bundesagentur für Arbeit als unvermittelte Bewerber und Bewerberinnen gemeldeten Jugendlichen ist im Vorjahresvergleich um 3.161 oder -7,2 % auf 40.900 zurück gegangen. Durch die intensiven Nachvermittlungsaktionen, die die Arbeitsagenturen zusammen mit den Kammern im Rahmen des Ausbildungspaktes durchgeführt haben, konnte diese Zahl bis Mitte Dezember 2005 auf rund 17.500 verringert werden. Daneben gab es 2005 noch weitere rund 47.200 Bewerber und Bewerberinnen, die auf ihrem Vermittlungswunsch ausdrücklich weiter bestanden haben, obwohl sie in Alternativen vermittelt wurden. Ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt, dass der Anteil dieser Jugendlichen beständig zugenommen hat. Ende September haben zudem rund 7.800 Jugendlichen eine betriebliche Einstiegsqualifizierung begonnen, die zum großen Teil ursprünglich ebenfalls einen Ausbildungsplatz suchten.
Die Bundesregierung hat im Jahr 2005 zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten der Ausbildungsoffensive mit Nachdruck fortgeführt. Das BMBF hat ein Bund-Länder-Sonderprogramm für 14.000 zusätzliche Ausbildungsplätze in den neuen Ländern aufgelegt und hierfür rund 95 Mio. € bereitgestellt. Im Rahmen des Sonderprogramms "Einstiegsqualifizierung Jugendlicher" (EQJ-Programm) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wurde der Unterhalt der Jugendlichen sowie die Sozialversicherung mit rund 40 Mio. € bezuschusst. Die Bundesverwaltung hat das Niveau des im vergangenen Jahr überproportional gesteigerten Ausbildungsplatzangebots weiter erhöht (+ 1.100 neue Ausbildungsverträge). Mitte Oktober 2005 gab es rund 18.800 Auszubildende. Sie fordert zudem alle öffentlichen Verwaltungen auf, dies in ihrem Verantwortungsbereich ebenfalls zu tun.
In der Koalitionsvereinbarung hat sich die Bundesregierung klar zur Bedeutung von Bildung, Ausbildung und Qualifizierung bekannt: Um eine neue Dynamik am Ausbildungsstellenmarkt zu erzeugen, werden die im Ausbildungspakt vereinbarten Aktivitäten zur Gewinnung von neuen Ausbildungsplätzen weitergeführt. Die Bundesregierung wird die Wirtschaft durch verschiedene staatlich finanzierte Programme flankierend unterstützen. Darüber hinaus hat das BMBF eine neue Initiative gestartet, um Strukturverbesserungen in der berufliche Bildung zu erreichen und dabei das Zusammenspiel zwischen den Verantwortlichen in der Berufsbildung, aber auch zwischen dem Berufsbildungs- und Hochschulbereich zu optimieren. Um den wirtschaftlichen und demografischen Wandel besser bewältigen zu können, sollen gemeinsam Strategien für Veränderungen entwickelt werden. Das BMBF hat seine Aktivitäten im neuen Programm "Jobstarter" zusammengeführt. Mit differenzierten und regionalspezifischen Förderinstrumenten werden ab 2006 Ausbildungsinitiativen und -kooperationen noch breiter und wirkungsvoller unterstützt und damit das betriebliche Ausbildungsplatzangebot verbessert.
Vorrangige übergreifende Handlungsfelder sind u. a. die:
Bei der Nachfragevorausschätzung für 2006 rechnet das BiBB in der mittleren Variante damit, dass die Ausbildungsplatznachfrage leicht auf insgesamt 593.000 ansteigen wird. Dies wären etwa 2.000 Nachfrager bzw. 0,3 % mehr als im Vorjahr 2005. Der Nachfragezuwachs geht etwas über den Anstieg bei den Absolventen aus allgemein bildenden Schulen hinaus und ist insbesondere auf das Plus bei den beruflichen Schulabgängern sowie auf die gestiegene Zahl der Altbewerber und Altbewerberinnen zurückzuführen. Bundesweit werden nach Vorausschätzungen des Statistischen Bundesamtes aus allgemein bildenden Schulen 950.000 (+ 1.700) Schulabgänger und Schulabgängerinnen, aus beruflichen Schulen 371.500 (+ 7.200) erwartet. Für die alten Länder ist demnach mit einem Nachfragezuwachs von 7.500 Jugendlichen (+ 1,6%) auf gut 471.000 zu rechnen (Vorjahr: 463.900). In den neuen Ländern und Berlin dürfte die Zahl der Ausbildungsplatznachfrager um rund 5.500 auf knapp 122.000 Jugendliche (2005: 127.200) abnehmen.

2006, 28 Seiten
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2006, 30 Seiten
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2006, 437 Seiten
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