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Forschung
BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel bei seiner Begrüßungsansprache am Rednerpult

Den demografischen Wandel aktiv gestalten

Der 6. Deutsche AAL-Kongress im Januar in Berlin richtete seinen Fokus auf das Thema Lebensqualität im Wandel von Demografie und Technik. So sollten viele Lebensbereiche einbezogen werden, in denen AAL-Systeme neue und zusätzliche Lebensqualität bieten können. Eine verbesserte Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen durch die Erforschung und Entwicklung neuer Lösungen, Produkte und Dienstleistungen ist auch das Ziel der Forschungsagenda "Das Alter hat Zukunft", die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) konsequent in die Tat umsetzt.

Forschungsagenda "Das Alter hat Zukunft"

Die vom Bundesforschungsministerium vorgelegte "Forschungsagenda der Bundesregierung für den demographischen Wandel: Das Alter hat Zukunft" ist das erste ressortübergreifende Forschungskonzept zu diesem Thema. Mit der Agenda richtet die Bundesregierung die Forschungsprogramme der Bundesministerien konsequent auf Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels aus. Ziel ist es, durch Forschung die Entwicklung neuer Lösungen, Produkte und Dienstleistungen voranzutreiben. So soll die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verbessert werden. Und: Zum Wohle aller Generationen sollen die verborgenen Schätze einer Gesellschaft des längeren Lebens gehoben werden. 

Verbesserte Lebensbedingungen, Frieden, und soziale Sicherungssysteme haben in den Industrienationen einen Wandlungsprozess in der Altersstruktur der Bevölkerung zur Folge. Das Ansteigen des Altersdurchschnitts zieht wiederum Veränderungen im Lebens- und Berufsalltag nach sich. Wie geht die Gesellschaft damit um? Wie können wir Chancen nutzen und von Erfahrungen profitieren? Lösungen aus der Gesundheitsforschung sind hier ebenso gefragt wie aus Produktion und Dienstleitung, für die Aus- und Weiterbildung und für die Umgestaltung unserer Städte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in verschiedenen Fachprogrammen Ansätze zum Umgang mit dem demografischen Wandel.

Auf www.das-alter-hat-zukunft.de finden Sie detaillierte Informationen zur "Forschungsagenda der Bundesregierung für den demographischen Wandel: Das Alter hat Zukunft".

Alle weiteren Informationen sowie Materialien zur  Demografiestrategie der Bundesregierung erhalten sie über das Bundesministerium des Innern hier.

Gesellschaft im demografischen Wandel

Die Veränderungen in der Altersstruktur der Gesellschaft kommen weder unerwartet noch ist dieser Prozess unerforscht. Die heutige Alterspyramide ist Ergebnis der schon seit vielen Jahren zu beobachtenden langfristigen Bevölkerungsentwicklung.

Die ersten Folgen waren bereits umgesetzte Anpassungen in der Struktur der sozialen Sicherungssysteme. Gegenwärtig wird die Zahl der Schulen der verringerten Anzahl von Kindern im schulpflichtigen Alter angepasst. Und wenn in zehn Jahren aus den Kindern Jugendliche geworden sind, wird unter diesen veränderten Bedingungen ein Nachwuchsmangel an Auszubildenden und damit ein Fachkräftemangel spürbar werden.

Wie bei allen langfristigen Entwicklungen, deren Folgen für die Allgemeinheit erst im Jahr 2020, oder 2050 sichtbar werden, droht die Zeit ungenutzt zu verstreichen, die für die Entwicklung von Alternativen und ein Umdenken in der Praxis benötigt wird.

Der demografische Wandel ist ein Schwerpunkt der Forschungsförderung des BMBF. Die im November 2011 vom Bundeskabinett verabschiedete "Forschungsagenda für den demographischen Wandel: Das Alter hat Zukunft" benennt dazu sechs Handlungsfelder:

  1. Grundsatzfragen einer Gesellschaft des längeren Lebens
  2. Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen für Wirtschaft und Gesellschaft nutzen
  3. Älter werden bei guter Gesundheit
  4. Gesellschaftliche Teilhabe: Mobil in Verbindung bleiben
  5. Sicher und unabhängig Wohnen
  6. Mit guter Pflege zu mehr Lebensqualität.

Gesundheitsforschung

Natürlich liegt auch ein besonderer Schwerpunkt des BMBF im Bereich Gesundheitsforschung. Neben der besseren Vermeidung, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten, deren Häufigkeit bei einer alternden Bevölkerung zunimmt, geht es insbesondere auch um Forschungsarbeiten und Entwicklungen, die darauf abzielen, Autonomie und Mobilität zu erhalten.

  • Forschung

    Alt werden - bei guter Gesundheit

    Die Chancen, gesund zu altern, stehen heute besser denn je. Die durchschnittliche Lebenserwartung stieg - vor allem aufgrund der rasanten Fortschritte in der Medizin - in den vergangenen 100 Jahren kontinuierlich an und wird nach allgemeiner Erwartung auch weiterhin steigen. Wichtig für Gesundheit im Alter ist der Ausbau von Prävention und Früherkennung zahlreicher Erkrankungen. Das gilt besonders für die Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/10849.php)

Lebenswelt

Ebenso müssen wir unseren Lebensalltag an die Veränderungen der Altersstruktur in Deutschland anpassen. Durch den steigenden Anteil der Älteren in unserer Gesellschaft verändern sich die Anforderungen an Produkte und Dienstleitungen, an die Aus- und Weiterbildung und an die Gestaltung des direkten Lebensraums. Welche Konsequenzen hat der demografische Wandel für das Wohnen, die Mobilität und damit für die Struktur der Städte? Um langfristig auf Veränderungen reagieren zu können, müssen wir sie bereits jetzt in den Blick nehmen. Das BMBF untersucht alle diese Bereiche in verschiedenen Forschungsprogrammen und verhindert, dass Zeit ungenutzt verstreicht und für die Entwicklung von Alternativen nicht mehr zur Verfügung steht.

Bildung

Das Lebenslange Lernen eröffnet dabei auch älteren Menschen neue Möglichkeiten, mit den Veränderungen im täglichen Leben Schritt zu halten. Die ältere Generation ist eine wichtige und Impulse gebende Stütze der Gesellschaft, denn sie ist anderen Generationen in zahlreichen Bereichen in ihrem Wissen voraus. Der besondere Wissensvorsprung kann die Gesellschaft einerseits durch Erschließen dieses Erfahrungsschatzes bereichern und andererseits helfen, angesichts der demographischen Entwicklung ein größeres Wertschöpfungspotenzial freizusetzen.

Mit dem Altersaufbau unserer Bevölkerung verändert sich auch die Zusammensetzung der Belegschaften in den Betrieben: Es rücken weniger junge Berufsanfängerinnen und -anfänger nach, die Potenziale des älteren Personals gewinnen an Bedeutung. Die Gesellschaft hat erkannt, dass wir durch eine kontinuierliche, lebensbegleitende Weiterbildung die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen bis zum Rentenalter sichern und somit die Innovationskraft und Produktivität unserer Gesellschaft auch im demographischen Wandel erhalten können. Wenn Kenntnisse und Fähigkeiten immer wieder auf neue berufliche Anforderungen eingestellt werden, erhöhen sich die Beschäftigungsmöglichkeiten gerade für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ein 55jähriger, der sich kontinuierlich weiterbildet und sein Wissen auf den neuesten Stand bringt, hat dem 25jährgen eines voraus: 30 Jahre Berufserfahrung. Ein solche Kombination aus Erfahrungswissen und dem aktuellen Wissensstand bringt sowohl den Beschäftigten als auch den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern erhebliche Vorteile. Diese Chancen gilt es gemeinsam entschlossen zu nutzen.

  • Bildung

    Lernen im Lebenslauf

    Lernen hört nach Schule, Ausbildung oder Studium nicht auf, denn Lernen ist das wesentliche Werkzeug zum Erlangen von Bildung und damit für die Gestaltung individueller Lebens- und Arbeitschancen. Um die Bedingungen in diesem Bereich zu verbessern hat die Bundesregierung am 23. April 2008 die Konzeption für das Lernen im Lebenslauf verabschiedet. Diese Konzeption knüpft unmittelbar an das an, was im Rahmen der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung umgesetzt wird.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/lebenslangeslernen.php)

Wirtschaft

Die Wirtschaftskraft unseres Landes hängt davon ab, wie gut es uns gelingt, die Arbeitsbedingungen in Produktion und Dienstleistung zu verändern, wenn der Altersdurchschnitt der Arbeitsbevölkerung steigt und zugleich der Arbeitskräftenachwuchs mit der abnehmenden Zahl von Jugendlichen schrumpft. Für die Unternehmen wird es in wenigen Jahren überlebenswichtig, Antworten auf eine Reihe drängender Fragen zu finden:

  • Sollte die Produktion noch stärker automatisiert werden, um fehlende Arbeitskräfte zu ersetzen?
  • Wie lässt sich die Arbeit organisieren, um die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft zu erhalten - wie können Arbeit  und Weiterbildung besser miteinander verbunden werden? 
  • Welche Folgen hat im Bildungsbereich eine Verschiebung der Schwerpunkte von der Erstausbildung zum Lebenslangen Lernen?
  • Welche Folgen für die Betriebe hat es, wenn immer weniger junge Arbeitskräfte eine Ausbildung beginnen und dann einen Beruf ergreifen?

Das BMBF fördert mit den Sozialpartnern Lösungskonzepte für diese Fragen. 

Ergebnisse der Demografie-Initiative für die Praxis nutzen

In einer ersten Phase wurden betriebliche Werkzeuge in Kooperation von Verbänden, Sozialpartnern und über 130 Unternehmen unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeitet. Auf einem Kongress am 28. Juni 2005 in Berlin wurden die Ergebnisse vorgestellt. In der zweiten Phase geht es darum, diese erfolgreichen Beispiele in einen möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen.

Auf dem jetzt mit den Sozialpartnern aufgebauten Portal http://www.demowerkzeuge.de/ stehen allen Unternehmen spezielle neue Werkzeuge zur Verfügung, die auf demografisch bedingte Änderungen in den Betrieben ausgerichtet sind. Dies umfassen unter anderem neu gestaltete

  • Instrumente zur Personalplanung wie die Altersstrukturanalyse, die vereinfacht wurden, um sie auch für KMU nutzbar zu machen.
  • traditionelle Instrumente des Personaleinsatzes und der Personalerfassung wie eine Personaleinsatzmatrix.
  • Vorschläge zur Personalstruktur und Arbeitsgestaltung - wie etwa zur altersgemischten Teambildung, zum Wissenstransfer zwischen demnächst ausscheidenden Erfahrungsträger und künftigem Nachfolger oder zur Bildung von Tandems zur engen Zusammenarbeit über bestimmte Zeitspannen.

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/4657.php)

Gebündelte Informationen zum Thema Demografischer Wandel finden Sie im BMBF-Dossier "Demografischer Wandel - den Wandel aktiv gestalten"

Reden

  • 22.01.2013

    Eröffnung des 6. Deutschen AAL-Kongress

    Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel, MdB anlässlich der Eröffnung des 6. Deutschen AAL-Kongresses am 22. Januar 2013 in Berlin

    Download

    [PDF - 135,7 kB]  barrierefrei

    [URL: /pub/reden/pstr_20130122.pdf]
  • 24.01.2012

    Eröffnung des 5. Deutschen AAL-Kongress

    Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel, MdB zur Eröffnung des 5. Deutschen AAL-Kongresses am 24. Januar 2011 in Berlin

    Download

    [PDF - 83,5 kB]  barrierefrei

    [URL: /pub/reden/pstr_20120124.pdf]

Dokumente

  • Assistenzsysteme im Dienste des älteren Menschen

    [PDF - 1,25 MB]

    Screenshot des Dokuments: Assistenzsysteme im Dienste des älteren Menschen

    Steckbriefe der ausgewählten Projekte in der BMBF-Fördermaßnahme "Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben - AAL" (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/projekte_aal_2012.pdf)

  • Mobil bis ins hohe Alter

    [PDF - 2,77 MB]

    Steckbriefe der ausgewählten Projekte der BMBF-Fördermaßnahme (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/Mobi-Steckbriefe-komplett.pdf)

Publikationen

  • Das Alter hat Zukunft ID = 1434

    Titelbild der Publikation

    Forschungsagenda der Bundesregierung für den demographischen Wandel

    2011, 24 Seiten
    Bestell-Nr.: 30668

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 876,0 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/alter_hat_zukunft.pdf)

  • Demografischer Wandel - (k)ein Problem! ID = 682

    Titelbild der Publikation

    Werkzeuge für betriebliche Personalarbeit

    2010, 85 Seiten

    Download [PDF - 1,36 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/demografischer_wandel_kein_problem_br.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)