"Pluspunkte? Ja, aber nur für Profis!"

Ständig kommen neue Wellnessprodukte und Dienstleistungen auf den Markt. Und mit ihnen entstehen neue Tätigkeitsfelder und Fortbildungen. So wie der Wellnessberater, der entspannungsbedürftigen Gästen Wohlfühlpakete in Hotels und Day Spas schnürt. Doch trotz IHK-Rahmenlehrplan und -Prüfung: Alle Fortbildungen zum Wellnessberater hatten Lücken, wie die STIFTUNG WARENTEST bei einem bundesweiten Test festgestellt hat.

Untersuchung

Ständig kommen neue Wellnessprodukte und Dienstleistungen auf den Markt. Und mit ihnen entstehen neue Tätigkeitsfelder und Fortbildungen. So wie der Wellnessberater, der entspannungsbedürftigen Gästen Wohlfühlpakete in Hotels und Day Spas schnürt. Doch trotz IHK-Rahmenlehrplan und -Prüfung: Alle Fortbildungen zum Wellnessberater hatten Lücken, wie die STIFTUNG WARENTEST bei einem bundesweiten Test festgestellt hat.

Qualitätskriterien

Die fachlich-inhaltliche Qualität der etwa 90-stündigen Fortbildungen für 790 bis 1250 Euro wurde getestet, indem geschulte Testpersonen verdeckt an den Kursen und Prüfungen zum Wellnessberater teilnahmen. Weitere Prüfpunkte waren die Vorabinformationen der Anbieter im Internet und in ihren Broschüren, die Kursorganisation und -durchführung sowie die Vertragsbedingungen, die auf unzulässige Klauseln untersucht wurden.

Ergebnisse

Die inhaltlichen Schwerpunkte variierten trotz des IHK-Rahmenlehrplans sehr stark. Ein Schwachpunkt war bei vielen Kursen die Ernährungslehre. Medizinische Grundlagen wiederum wurden auf zu hohem Niveau vermittelt. Auf rechtliche Grauzonen zwischen allgemeiner Lebensberatung, die der Wellnessberater leisten darf, und verhaltensändernder Beratung, die Experten wie Ärzten, Physiotherapeuten oder Ernährungsberatern vorbehalten bleibt, wurde in den Kursen nicht immer hingewiesen. Dem entsprechend locker gingen die Anbieter mit den Anmeldungen um und nahmen auch Interessenten auf, die keine Berufsausbildung aus einem angrenzenden Bereich vorweisen konnten.

Verbrauchertipps

Nach Meinung der Stiftung Warentest ist die Weiterbildung zum Wellnessberater eher für Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Sport oder Ernährung geeignet, die in die Wellnessbranche einsteigen wollen, als für Teilnehmer ohne einschlägige Berufsausbildung. Letztere könnten allenfalls eine informierende Rezeptionstätigkeit ausüben. Die Stiftung Warentest rät Interessenten deshalb, sich vorab genau über die Schwerpunkte des jeweiligen Lehrgangs zu informieren und zu überprüfen, ob (potenzielle) Arbeitgeber tatsächlich etwas mit diesem Wellnessberater-Zertifikat anfangen können.


Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie [hier]