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Forscherin erstellt eine Formel auf einer Tafel

Frauen in Bildung und Forschung

Spitzenergebnisse und bahnbrechende Innovationen erreichen Wissenschaft und Forschung, wenn Frauen und Männer gleiche Chancen haben, ihre Ideen zu erproben.

Die nachhaltige Einbindung der Talente und Potenziale von Frauen ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Gemischte Teams führen, wenn sie geeignete Rahmenbedingungen vorfinden, zu besseren Forschungs- und Entwicklungsergebnissen. Die größere Vielfalt kann zu einer Erweiterung der Forschungsperspektive führen. Das gilt auch für die Berücksichtigung von Geschlechterfragestellungen als Forschungsgegenstand. Die beiden Dimensionen Frauen in der Wissenschaft und Gender in der Forschung werden vom BMBF als Querschnittthemen in allen Arbeitsbereichen berücksichtigt.

Die Schere schließt sich langsam

Heute sind Frauen in Deutschland so hervorragend ausgebildet wie noch nie. In Wissenschaft und Forschung sind Frauen und Männer bis einschließlich der Promotion durchschnittlich zu annähernd gleichen Teilen vertreten. Auf den danach folgenden Karrierestufen zeigt sich hinsichtlich ihrer Anteile ein anderes Bild.

Retrospektive Qualifikationsverläufe – 1986-2005 und 1993-2013 im Vergleich (Quelle: Center of Excellence Women and Science (CEWS) in: GWK Materialien, Heft 40, 18. Fortschreibung des Datenmaterials zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, S. 12)

Ziel des Bundesministeriums ist es, diese Schere im weiteren Karriereverlauf zu schließen. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass Hochschulen und Forschungsorganisationen Maßnahmen für mehr Chancengleichheit ergreifen. Um dies zu fördern, arbeitet das BMBF in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz eng mit den Ländern zusammen. Forum für diese Zusammenarbeit ist der Arbeitskreis Chancengleichheit der Wissenschaftskonferenz. 2014 veröffentlichte der Arbeitskreis bereits die 18. Fortschreibung des Datenmaterials zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen.

Maßnahmen für mehr Chancengleichheit greifen ineinander

Eine zentrale Maßnahme zur Verwirklichung von Chancengleichheit an Hochschulen ist das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder. Seit 2007 werden Universitäten, Fachhochschulen und Künstlerisch-Musikalische Hochschulen mit dem Professorinnenprogramm in ihrem Engagement für mehr Chancengleichheit unterstützt. Die Hochschulen qualifizierten sich für eine Teilnahme am Programm durch Gleichstellungskonzepte, die von einem unabhängigen Begutachtungsgremium bewertet wurden. Positiv bewertete Konzepte umfassen unter anderem die Entwicklung maßgeschneiderter gleichstellungsfördernder und familienfreundlicher Maßnahmen für die jeweilige Hochschule. Nur Hochschulen mit erfolgreichen Gleichstellungskonzepten erhalten eine Förderung von bis zu drei weiblich besetzten Professuren für die Dauer von fünf Jahren. Das Programm erhöht die Zahl der Professorinnen an deutschen Hochschulen und stärkt strukturell die Ausrichtung von Hochschulen auf Chancengleichheit.

Auch in der Exzellenzinitiative nimmt Chancengerechtigkeit einen wichtigen Stellenwert ein. Die von den Hochschulen vorgelegten erfolgreichen Zukunftskonzepte weisen vielfältige Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Wissenschaft und Sorgetätigkeit vor. Von einzelnen Hochschulen werden Zielquoten für die Erhöhung des Anteils hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen an Spitzenpositionen definiert.

2011 verabschiedete die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz das sogenannte Kaskadenmodell. Danach soll der Frauenanteil jeder wissenschaftlichen Karrierestufe mindestens so hoch sein, wie derjenige der direkt darunter liegenden Qualifizierungsstufe. Das Kaskadenmodell berücksichtigt so die spezifischen Gegebenheiten jedes Fachs und ermöglicht damit angemessene Zielvorgaben. Die außerhochschulischen Forschungsorganisationen haben sich im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation (PFI) zur Umsetzung des Kaskadenmodells mit ambitionierten Zielvorgaben verpflichtet und dazu unterschiedliche Einzelmaßnahmen aufgelegt.

Die familienfreundliche Wissenschaft ist unser Ziel

Die bessere Vereinbarkeit von Wissenschaft als Beruf und Familie ist ein übergeordnetes Politikziel des BMBF. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) und das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG) wurden bereits entsprechend angepasst. Außerdem fördert das BMBF Forschungsvorhaben, die hierzu auf dem Hintergrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen Maßnahmen und Instrumente entwickeln.

Weitere Informationen zur Projektförderung im Bereich Chancengerechtigkeit erteilt Ihnen gerne unser Protjektträger:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Projektträger im DLR, Chancengleichheit/Genderforschung
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn

Zusatzinformationen

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