
Das neue Rahmenprogramm "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" unterstreicht, dass Nachhaltigkeitsforschung als Forschungsgebiet von hoher gesellschaftlicher Relevanz und mit hohem Problemlösungsanspruch auf profunde wirtschaftswissenschaftliche Beiträge angewiesen ist. Die Wirtschaftswissenschaften können auf eine lange Tradition von nachhaltigkeitsrelevanten Ansätzen zurückgreifen (etwa das Management erneuerbarer Ressourcen oder die Generationenbilanzierung in der Finanzwissenschaft). Dieses Potenzial gilt es bei der Konkretisierung, Weiterentwicklung und Umsetzung von Konzepten und Strategien für mehr Nachhaltigkeit noch intensiver als bisher zu nutzen.
Der Förderschwerpunkt "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" (WiN) entwickelt relevante Lösungsvorschläge für zentrale Zukunftsfragen:
Ziel des Förderschwerpunkts ist es, wirtschaftswissenschaftliche Forschung aus dem gesamten Spektrum der Volkswirtschaftslehre zu initiieren, die praktikable Lösungen für Fragen der Nachhaltigkeitspolitik anstößt und zu einer stärkeren Verankerung der Wirtschaftswissenschaften im deutschen und internationalen Nachhaltigkeitsdiskurs führt.
Ziel ist somit einerseits die Neuorientierung der Wirtschaftsforschung durch Fragen der Nachhaltigkeitspolitik, andererseits die notwendige Bereicherung der Nachhaltigkeitsforschung durch realitätsnahe ökonomische Ansätze. Ökonominnen und Ökonomen arbeiten mit relevanten Praxispartnern aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam entwickeln sie empirisch fundierte und fächerübergreifend anknüpfungsfähige Handlungsstrategien.
1. Förderphase - WiN I: 2006-2010
Die gezielte Förderung wirtschaftswissenschaftlicher Nachhaltigkeitsforschung wurde im BMBF mit der ersten Bekanntmachung "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit" im Jahre 2005 begonnen. Die damit verbundenen förderpolitischen Ziele orientierten sich an der Verbesserung struktureller Schwächen der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung, insbesondere an Defiziten bei der empirischen Forschung und der zu geringen Anwendungsnähe und Politikrelevanz der Hochschulforschung, wie sie in der Evaluation der Wirtschaftswissenschaften durch den Wissenschaftsrat 2002 festgestellt worden waren.
Die 15 Projekte der ersten Bekanntmachung entwickelten ökonomische Konzepte für eine gesellschafts- und umweltverträgliche Globalisierung, entwarfen im Rahmen einer "Ökonomie nachhaltigen Konsums" Strategien zur Aktivierung und Verbreitung nachhaltigerer Konsumstile, untersuchten anhand integrierter Modelle, welche ökonomischen, ökologischen und sozialen Wechselwirkungen für eine nachhaltige Entwicklung zu beachten sind, entwickelten neue Methoden zur Bewertung von Naturkapital und Ökosystemdienstleistungen und zur Bewertung und Weiterentwicklung der ökologischen Steuerung durch Umweltpolitik. Das Thema der Nachhaltigkeitsinnovationen nahm als Querschnittsdimension einen besonderen Stellenwert ein.
Die Ergebnisse der Projekte lassen sich, bezogen auf die anwendungsorientierten bzw. wissenschaftlichen Ziele, folgendermaßen charakterisieren:
2. Förderphase - WiN II (2010-2013)
Im April 2009 wurde eine zweite Bekanntmachung zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsökonomik veröffentlicht, die stark auf die globalen Zusammenhänge und auf integrative Lösungen für Fragen der Nachhaltigkeitspolitik ausgerichtet ist.
Die Projekte befassen sich insbesondere mit Fragen der Governance, also mit neuen Steuerungsformen und Grenzziehungen im Verhältnis von Staat und Markt und institutionellen Aspekten der Nachhaltigkeitspolitik. Dies beinhaltet auch die Beschäftigung mit Fragen der Gerechtigkeit und der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit.
Zudem sollen die Projekte der zweiten Förderphase einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung einer erst in Ansätzen vorhandenen "Nachhaltigkeitsökonomik" liefern.
Damit wird eine stärkere Vereinheitlichung von Forschungszugängen, Methoden und Schwerpunktsetzungen angestrebt, um auf dieser Basis Wissens- und Entscheidungsgrundlagen für die Nachhaltigkeitspolitik auf einer breiten und systematisch fundierten wissenschaftlichen Basis bereitstellen zu können.
Die 18 Projekte befassen sich beispielsweise mit internationaler Umweltregulierung und Politikdiffusion (z.B. globales Wassermanagement), der Grenzziehung zwischen Staat und Markt, etwa bei Landnahmen (Auslandsinvestitionen im Land), bei der Ausgestaltung regionaler Märkte für Erneuerbare Energien, der Wasserressourcenbewirtschaftung (EU-Wasserrahmenrichtlinie), der langfristigen Ausgestaltung von Infrastruktursystemen oder der Einführung und der Bewertung von (marktwirtschaftlichen) umweltpolitischen Instrumenten (z.B. Schutz der Artenvielfalt, Immissionsschutz). In den Projekten werden Vorschläge zur Bewertung von Nachhaltigkeit gemacht, etwa in Bezug auf Verwirklichungschancen. Des Weiteren wird das Entscheidungsverhalten staatlicher und ökonomischer Akteure (z.B. Bedeutung von Gerechtigkeitsprinzipien bei Klimaverhandlungen) oder die Steuerung von Innovationsverhalten untersucht.
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