
Die Nanotechnologie ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Zwischen 50.000 und 100.000 Arbeitsplätze hängen in Deutschland heute direkt oder indirekt von der Nanotechnologie ab. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2015 fast jeder Industriebereich durch Nanotechnologie beeinflusst wird. In drei ITA-Studien wurden besonders wichtige Bereiche der Nanotechnologie untersucht.
In einer gemeinsam vom VDI-Technologiezentrum, der Deutschen Bank und der Hochschule für Bankwirtschaft erarbeiteten Studie für das BMBF wurden erstmals belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung der Nanotechnologie erhoben, die nach Einschätzung der Experten heute bereits vergleichbar ist mit der anderer Zukunftstechnologien, z. B. der Biotechnologie.
Im Bereich Nanotechnologie sind sowohl große Konzerne als auch kleine Unternehmen engagiert. 450 Wirtschaftsakteure aus dem Bereich KMU und Großunternehmen wurden in Deutschland identifiziert.
Direkt oder indirekt hängen in Deutschland von der Nanotechnologie heute zwischen 50.000 und 100.000 Arbeitsplätze ab. Die Befragung der 450 in Deutschland tätigen Nanotechnologie-Unternehmen erlaubt eine Abschätzung der Personalsteigerungen in Deutschland im Zeitraum von 2003-2006. Von den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rechnet knapp die Hälfte mit einem Mitarbeiterzuwachs von mehr als 20 Prozent, ein Drittel mit mehr als 50 Prozent und fast 20 Prozent der KMU mit einem noch höheren Beschäftigungswachstum. Legt man diese Daten zugrunde, ist im Zeitraum von 2003-2006 ein Beschäftigungszuwachs von mehreren zehntausend Arbeitsplätzen bei Nanotechnologie-Unternehmen zu erwarten.
Bis 2015 wird nach Einschätzung der Experten in allen Industriezweigen mit nanotechnologischen Komponenten bzw. Verfahren gearbeitet werden. Die wichtigsten Bereiche sind dabei Elektronik, Chemie, der Automobilbau, die optische Industrie und der Gesundheitsbereich.
Europa investiert im Vergleich in etwa ebenso viele Fördermittel aus dem staatlichen Bereich in die Nanotechnologieforschung wie die USA und Japan. Deutschland wendete nach den letzten vergleichbaren Daten 2003 für Forschung zur Nanotechnologie allein 250 Mio. € auf, weitere 87 Mio. € flossen aus EU-Fördermitteln nach Deutschland. Damit wurden in Deutschland 2003 etwa 337 Mio. € öffentliche Mittel in Nanotechnologieforschung investiert. Pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, liegt Deutschland leicht vor den USA und Frankreich, aber hinter Japan.
Im Vergleich von deutschen Firmenvertretern nimmt Deutschland in der Forschung zur Nanotechnologie weltweit den zweiten Platz nach den USA ein. In der Umsetzung in marktfähige Produkte und Anwendungen liegt es allerdings hinter den USA und Japan.
Nach Expertenmeinung weltweit eindeutig führend ist Deutschland bei der Entwicklung von Nanotechnologieanwendungen im Gesundheitswesen, obwohl die Zahl der Patentanmeldungen hinter den USA liegt. Das ist das Ergebnis einer zweiten Studie "Nanotechnologie pro Gesundheit" der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer mbH, dem Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik. Hier werden neue Märkte in der Diagnostik und Analytik gesehen - beispielsweise bei neuen Kontrastmitteln oder chipbasierten Analyseinstrumenten - und zur Medikamentierung, bei der kleinste Mengen von Medikamenten mit Hilfe beschichteter Nanopartikel eingebracht werden. Dabei wird die Nutzung der Nanotechnologie im Bereich Gesundheit/Medizin von den Experten insgesamt als "relativ risikoarm" gesehen. Folgeprobleme werden am ehesten im Bereich steigender Kosten der Gesundheitsversorgung gesehen.
Nanotechnologie bringt nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Vorteile - das zeigt die dritte Studie "Nachhaltigkeitseffekte der Nanotechnologie" des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung der Universität Bremen. Die Ökobilanzen verschiedener Anwendungsbeispiele zeigten positive Nachhaltigkeitseffekte durch den Einsatz der Nanotechnologie.
Die beeindruckendsten Ergebnisse zeigen Lacke mit nanotechnologischen Komponenten, deren Energie- und Schadstoffbilanz wesentlich besser ist als bei herkömmlichen Verfahren.
Ein weiteres Beispiel ist die lichtemittierende Diode (LED). Sie ist schon heute energetisch günstiger als die herkömmliche Glühbirne, in den Labors wird daran gearbeitet, ihre Lichtausbeute noch erheblich zu steigern. Dann ist ihre Energiebilanz noch günstiger als bei Energiesparlampen
Nanotechnologie ist damit eine der wichtigsten Zukunftstechnologien mit großen Potenzialen für zukunftssichere Arbeitsplätze, ein nachhaltiges ressourcenschonendes Wachstum sowie eine bessere Gesundheitsvorsorge und -versorgung.
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Studie der Deutschen Bank, VDI, Hochschule für Bankwirtschaft und ICMT für das BMBF (URL: http://www.bmbf.de/pub/nanotech_als_wachstumsmarkt.pdf)
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Studie der AGIT, AKM, FhG ILT, FhG IME und IGES Berlin für das BMBF (URL: http://www.bmbf.de/pub/nano_pro_gesundheit_bericht.pdf)
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Studie des IÖW für das BMBF (URL: http://www.bmbf.de/pub/nano_nachhaltigkeit_ioew_endbericht.pdf)