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Frauen im Wissenschaftssystem

An Deutschlands Hochschulen ist der Frauenanteil unter den Professuren auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im vergangenen Jahr lehrten und forschten nach den Daten des Statistischen Bundesamtes rund 6.725 Professorinnen. Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg seit 1995 von acht auf rund 17 Prozent an. Um den Anteil von Professorinnen an den deutschen Hochschulen gezielt zu steigern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit den Ländern das Professorinnenprogramm gestartet.

Professorinnen-Programm

An Deutschlands Hochschulen ist der Frauenanteil unter den Professuren auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im vergangenen Jahr lehrten und forschten nach den Daten des Statistische Bundesamtes dort rund 5700 Professorinnen. Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg seit 1995 von acht auf 15 Prozent an - bei unveränderter Gesamtzahl der Professuren. Dabei unterscheidet sich der Frauenanteil deutlich zwischen den einzelnen Fachrichtungen: Nur in den Kunstwissenschaften sowie den Sprach- und Kulturwissenschaften lag der Anteil der Professorinnen über 20 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften beträgt ihr Anteil nur sieben Prozent , im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften zehn Prozent.

In der Sitzung der BLK am 19. November 2007 einigten sich Bund und Länder auf ein Programm, das in den kommenden fünf Jahren 200 neue Stellen für Professorinnen an den deutschen Hochschulen schaffen soll. Dafür stellt das BMBF insgesamt 75 Millionen Euro zur Verfügung, die Länder beteiligen sich anteilig an dem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro. Universitäten, Fachhochschulen und künstlerische Hochschulen sollen auf der Grundlage einer positiven Begutachtung ihres Gleichstellungskonzeptes die Möglichkeit erhalten, bis zu drei Berufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren für fünf Jahre mit einem Betrag von bis zu 150.000 Euro pro Jahr finanziert zu bekommen.

Eine Übersicht über die bereits bewilligten Professuren können Sie hier einsehen

Weiterhin bleiben jedoch wertvolle Kompetenzen ungenutzt. Das BMBF fördert durch Maßnahmen und Projekte darüber hinaus die Chancengleichheit in Hochschulen und Forschungseinrichtungen, damit die wertvollen Kompetenzen von qualifizierten Frauen im Wissenschaftssystem Wirkung erzielen.

Kompetenzzentrum "Frauen in Wissenschaft und Forschung" (CEWS)

Als Informations-, Service und Koordinationszentrum mit internationaler Ausrichtung trägt das Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und Forschung - Center of Excellence Women and Science (CEWS) - als Abteilung des GESIS - Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen e.V. - zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Wissenschaft und Forschung bei. Es dient als nationale Koordinierungs-, Informations- und Beratungsstelle für wissenschaftliche und politische Einrichtungen, Institutionen, Wissenschaftlerinnen sowie Unternehmen. Ziele sind die Erhöhung des Frauenanteils in den Führungspositionen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Erhöhung der Effizienz der gleichstellungspolitischen Maßnahmen und die Beachtung von geschlechterbezogenen Aspekten in allen Wissenschafts- und Forschungsbereichen. Ein zentrales Instrument zur Erhöhung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen ist die Datenbank Femconsult, über die derzeit auf Datensätze von 7.000 Wissenschaftlerinnen zurückgegriffen werden kann. Seit dem 1. Januar 2006 ist das Kompetenzzentrum eine Abteilung des Informationszentrums Sozialwissenschaften der Gesellschaft Informationssysteme mbH.

Ausführungsvereinbarung Gleichstellung (AV-Glei): http://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/AV_Glei.pdf

Hochschulen:

Anstoß zum Aufstieg

Das Projekt "Anstoß zum Aufstieg" hatte das Ziel, den Frauenanteil an den Führungspositionen vor allem in Hochschulen nachhaltig zu erhöhen. Damit Wissenschaftlerinnen ihre Karrierechancen im Rahmen von Bewerbungen auf Juniorprofessuren, Professuren und Führungspositionen in Forschungseinrichtungen optimal nutzen können, bot das Projekt spezielle Karriere- und Bewerbungstrainings an. Bundesweit hatten im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts in den Jahren 2001-2004 über 700 Teilnehmerinnen
ihre Karrierechancen in Wissenschaft und Forschung durch Teilnahme an den Trainings verbessern können. Seitdem wird das Trainingsangebot unter dem Titel "Potenziale nutzen" in Kooperation zwischen dem Deutschen Hochschulverband (DHV) und dem Kompetenzzentrum "Frauen in Wissenschaft und Forschung" (CEWS) kontinuierlich weitergeführt, so dass die Ergebnisse des Projekts nachhaltig gesichert werden konnten.

femtec.network - Careerbuilding für den weiblichen Führungsnachwuchs aus Ingenieur- und Naturwissenschaften

Im Rahmen des Projektes wird ein Karriere-Förderprogramm für besonders begabte Studentinnen der Natur- und Ingenieurwissenschaften entwickelt, erprobt und evaluiert. Das BMBF fördert aus dem Gesamtprojekt die Steuerungs- und Koordinierungsaufgaben. Den Teilnehmerinnen werden im Rahmen von Summerschools fachübergreifende Schlüsselqualifikationen vermittelt, sie erhalten Unterstützung bei ihrer Karriereplanung und es werden individuelle Kontakte zur Berufswelt aufgebaut. Zusätzlich steht ihnen eine erfahrene Führungskraft der kooperierenden Unternehmen als Mentorin zur Seite. Ziel ist eine chancengerechte Förderung und Vernetzung des weiblichen Führungsnachwuchses in den Natur- und Technikwissenschaften und damit das Umsetzen von Gender Mainstreaming sowie das Anheben des Frauenanteils in diesen Bereichen.

Weitere Informationen: http://www.femtec-network.de/

Total E-Quality Prädikat

Mit Hilfe der Ausschreibung des "Total E-Quality Prädikats" soll ein Qualitätsvergleich der Maßnahmen durchgeführt werden, die zur Durchsetzung der Chancengleichheit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen eingeleitet worden sind. Die Preisvergabe des Total E-Quality Prädikats soll Hochschulen und Forschungseinrichtungen motivieren, innovative Formen der Gleichstellung von Frauen in Organisationsprozesse zu integrieren.

Forschungseinrichtungen:

Peer Mentoring

Peer Mentoring ist ein Karriereförderungs-Konzept, über das der Frauenanteil in den Führungspositionen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen gesteigert werden soll. Im Zentrum steht die selbstorganisierte Vernetzung und gegenseitige Unterstützung von hochqualifizierten, promovierten Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zu Führungspositionen. Dabei wurden effektive Organisationsformen sowie Qualifizierungs- und Finanzierungskonzepte für Peer Mentoring-Gruppen entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse der Pilotphase sollen die Weiterentwicklung von Metoringprozessen anstoßen.

Kinderbetreuung an Forschungseinrichtungen

Durchsetzung von Chancengleichheit bedeutet auch, die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Arbeit und Familie zu verbessern. Daher bieten die meisten institutionell geförderte Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fraunhofer Gesellschaft (FhG) Kinderbetreuungsangebote für ihre Beschäftigten an. Das BMBF hat diese Angebote durch die Ermächtigung, Haushaltsmittel kostenneutral für Kinderbetreuung aufzuwenden, ermöglicht.

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