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Ministerium
Eine Gruppe von drei Frauen

Frauen im Wissenschaftssystem

Ein Erfolgsmodell wird neu aufgelegt: An der ersten Ausschreibungsrunde zum zweiten Teil des Professorinnenprogramms beteiligten sich 131 Hochschulen aus allen 16 Bundesländern. 43 Hochschulen reichten erstmals ein Gleichstellungskonzept ein, 29 davon wurden positiv bewertet, insgesamt waren es 96. Diese Hochschulen können nun im Rahmen des Programms maximal drei Professorinnen berufen, deren unbefristete W2- oder W3-Stellen in den ersten fünf Jahren jeweils über eine Anschubfinanzierung von bis zu 150.000 Euro jährlich finanziert werden. An Deutschlands Hochschulen ist der Frauenanteil unter den Professuren auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im Jahr 2010 lehrten und forschten nach den Daten des Statistischen Bundesamtes rund 8.526 Professorinnen.

Professorinnen-Programm

Um den Anteil von Professorinnen an den deutschen Hochschulen gezielt zu steigern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit den Ländern im Jahr 2007 das Professorinnen-Programm (PP) gestartet. Die Fortführung des erfolgreichen Programms wurde 2012 beschlossen.

Das erste und das zweite Professorinnen-Programm mit dem Gesamtvolumen von je 150 Millionen Euro werden je hälftig vom BMBF und den Ländern finanziert. Universitäten, Fachhochschulen und künstlerische Hochschulen erhalten auf der Grundlage einer positiven Begutachtung ihres Gleichstellungskonzepts die Möglichkeit, bis zu drei Berufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren gefördert zu bekommen.

Fast zwei Drittel der staatlichen deutschen Hochschulen haben im Professorinnen-Programm I (PP I) ein Gleichstellungskonzept zur Begutachtung eingereicht, vier Fünftel von ihnen mit Erfolg. Zwei Wissenschaftlerinnen, die in einem Labor Messungen vornehmenZwischenzeitlich werden 260 Professuren gefördert, die Gleichstellungskonzepte werden umgesetzt. Das Programm wurde evaluiert und das Ergebnis im März 2012 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz GWK vorgelegt. Auf der Grundlage des Evaluationsberichts stimmte die GWK im Juni 2012 der Fortsetzung des Programms für weitere fünf Jahre zu.

Den Evaluationsbericht können Sie hier und den Anhang zum Bericht hier einsehen.

Eine Übersicht über die bereits bewilligten Professuren stehen hier zur Einsicht bereit.

Am 27. Dezember 2012 wurden die Förderrichtlinien für das Professorinnen-Programm II (PP II) veröffentlicht. Der Einreichungstermin ist zum 28. März 2014.

Die Förderbekanntmachung finden Sie hier

Hochschulen, welche im PP I ein positiv begutachtetes Gleichstellungskonzept eingereicht haben, dokumentieren für die Teilnahme am PP II ihre bisherigen Gleichstellungsbemühungen und stellen die Fortentwicklung ihres Gleichstellungskonzeptes dar. Hochschulen, welche im PP I kein (oder kein positiv begutachtetes) Gleichstellungskonzept eingereicht haben, erstellen für die Teilnahme an PP II ein Gleichstellungskonzept. Dokumentationen und Gleichstellungskonzepte werden im Sommer 2013 und im Sommer 2014 von einem mit einschlägigen Expertinnen und Experten besetzten Gremium begutachtet.

Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit: Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder"

BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen bei ihrer Eröffnungsansprache der Fachtagung zum Professorinnenprogramm am 18. Juni 2012 in Berlin.2012 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Berliner Congress Centrum (bcc) die Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit: Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder" veranstaltet. Die Tagung fand vor dem Hintergrund der Evaluation des Professorinnenprogramms statt. Gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Forschung wurden die Zielsetzungen und Erfolge des Programms reflektiert.

Beiträge von Hochschulen und geförderten Professorinnen in Fachvorträgen, Impulsreferaten und Podiumsdiskussionen sowie die Präsentation innovativer gleichstellungsfördernder Maßnahmen haben gezeigt, wie das Professorinnenprogramm wissenschaftliche Exzellenz an deutschen Hochschulen befördert. Um Herausforderungen und Perspektiven des Programms zu erörtern, wurden einerseits Fragen nach den Ursachen des immer noch unzureichenden Anteils von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenfunktionen ausgeleuchtet. Andererseits wurde aber auch nach den Strategien und Visionen der Hochschulen im Wettstreit um Exzellenz gefragt und wie diese geschlechtergerecht ausgestaltet werden können, beziehungsweise inwiefern wissenschaftliche Exzellenz und Gleichstellungspolitik sich wechselseitig befördern. Handelt es sich bei dem Ziel, die Zahl der Frauen in wissenschaftlichenGruppenbild Führungspositionen und in allen wissenschaftlichen Disziplinen zu erhöhen, nur um ein Gebot der Chancengerechtigkeit? Oder leistet das Erreichen dieses Ziels nicht auch einen wichtigen Beitrag, um den Anforderungen wissenschaftlicher Exzellenz gerecht zu werden? Dabei hat auch die Frage der Familienfreundlichkeit des Wissenschaftssystems eine wichtige Rolle gespielt.

Die Dokumentation der Fachtagung finden Sie hier.

Die auf der Fachtagung präsentierte Ausstellung "Gleichstellungsfördernde Maßnahmen - Best Practice" finden Sie hier

Bruch nach Promotion

Weiterhin bleiben wertvolle Kompetenzen hochqualifizierter Frauen ungenutzt. Nach wie vor findet nach erfolgreicher Promotion ein Bruch statt:

Der Frauenanteil bei den Promotionen liegt 2011 bei 44,9 Prozent, bei den Habilitationen sind es nur noch 25,5 Prozent.

In den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen 2011 insgesamt bei nur 12,0 Prozent. Wobei sich die Forschungsorganisationen dabei deutlich unterscheiden: Überdurchschnittlich ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen im Jahr 2011 weiterhin bei der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit 19,0 Prozent. Bei der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) entspricht der Frauenanteil in Führungspositionen mit 12,5 Prozent in etwa dem Durchschnitt.

Unterdurchschnittlich ist der Frauenanteil bei der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) mit 10,0 Prozent sowie insbesondere bei der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) mit lediglich 3,2 Prozent geblieben.

Das BMBF hat über das Professorinnen-Programm hinaus Maßnahmen initiiert, um die Chancengleichheit in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, weiter zu verbessern.

Kompetenzzentrum "Frauen in Wissenschaft und Forschung" (CEWS)

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung - Center of Excellence Women and Science (CEWS) ist der nationale Knotenpunkt zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung in Deutschland.

Das CEWS fungiert als Think Tank für dieses Politikfeld, gibt Denkanstöße, initiiert Veränderungsprozesse, die es wissenschaftlich begleitet und gestaltet die erforderlichen Transferprozesse zwischen Wissenschaft und Politik aktiv mit. Das CEWS bietet Fachkompetenz in den Bereichen sozialwissenschaftliche Forschung zum Themenfeld Gleichstellung in der Wissenschaft, Politikberatung, Wissenstransfer, Monitoring und Evaluation von Gleichstellungsmaßnahmen im Wissenschaftsbereich. Als wissens- und forschungsbasierte Dienstleistungseinrichtung steht das CEWS Wissenschaftlerinnen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und politischen Gremien mit seinen Leistungen zur Verfügung.

Ziele sind die Erhöhung des Frauenanteils in den Führungspositionen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Erhöhung der Effizienz der gleichstellungspolitischen Maßnahmen und die Beachtung von geschlechterbezogenen Aspekten in allen Wissenschafts- und Forschungsbereichen. Ein wichtiges Instrument zur Erhöhung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen ist die Datenbank Femconsult. Sie enthält aktuelle Profile von mehreren tausend Wissenschaftlerinnen. Seit dem 1. Januar 2006 ist das Kompetenzzentrum ein Arbeitsbereich des GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.

Forschungseinrichtungen

Kinderbetreuung an Forschungseinrichtungen

Durchsetzung von Chancengleichheit bedeutet auch, die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Arbeit und Familie zu verbessern. Daher bieten mittlerweile alle Einrichtungen der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), und zunehmend auch die Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Kinderbetreuungsangebote für ihre Beschäftigten an. Das BMBF hat diese Angebote durch die Ermächtigung, Haushaltsmittel kostenneutral für Kinderbetreuung aufzuwenden, ermöglicht.

Zudem fördert das BMBF Forschungsvorhaben, "die Ursachen für die Kinderlosigkeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzeigen. Zugleich geht es darum, strukturelle Maßnahmen zu identifizieren, um die Situation zu verbessern. Seit März 2011 führt das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS das Projekt "Effektiv! Für mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen" durch. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit. Es geht darum, ein forschungsbasiertes Online-Informationsportal aufzubauen, das Hochschulen über konkrete familienfreundliche Handlungslinien informiert. Es bietet allen Hochschulen die Möglichkeit, von den gemachten Erfahrungen zu profitieren. Als zentrale Plattform des Informationsaustausches kann es einen wichtigen Beitrag zu mehr Familienfreundlichkeit im Wissenschaftssystem leisten."

Weitere Informationen finden Sie in der BMBF-Broschüre "Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen. Schritt für Schritt".

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/494.php)

Dokumente

Publikationen

  • Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen ID = 1596

    Titelbild der Publikation

    Schritt für Schritt

    2013, 29 Seiten

    Download [PDF - 1,19 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/familienfreundlichkeit_an_deutschen_hochschulen.pdf)

  • Exzellenz und Chancengerechtigkeit ID = 1613

    Titelbild der Publikation

    Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder Fachtagung am 18. und 19. Juni 2012 in Berlin

    2013, 65 Seiten
    Bestell-Nr.: 30811

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,07 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/tagunsdokumentation_professorinnenprogramm.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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