Am 15. November 2005 stach das Forschungsschiff Sonne mit den ersten Boje des Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean von der indonesischen Hauptstadt Jakarta aus in See. Mit dem Aussetzen der Bojen beginnt die Installation des Systems vor der Küste Indonesiens, um künftig die Menschen in den gefährdeten Regionen rechtzeitig vor Tsunamis zu warnen. Die ersten beiden GPS-Bojen des Tsunami-Frühwarnsystems wurden am 26. August auf der Behrens-Werft in Hamburg präsentiert und begleiteten nun die Aktion in Jakarta.
Am 15. November 2005 startete die Fahrt des deutschen Forschungsschiffs "Sonne", um die ersten Bojen des Tsunami-Frühwarnsystems zu installieren. Die "Sonne" hatte in den Wochen zuvor den Ozeanboden für die Installation der Meeresinstrumente in der Erdbebenregion und die Ankerpunkte für die Bojen festgelegt. Das Tsunami-Frühwarnsystem wurde vom GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern entwickelt.
Am 28. November 2005 wurden am GFZ in Potsdam fünf neue seismische Stationen für Indonesien verladen. Sie wurden für die speziellen Anforderungen an einen unterirdischen Einsatz in tropischen Feuchtgebieten entwickelt, wo es erhöhte Anforderungen an den Schutz vor Grundwasser und sonstigen Umwelteinflüssen gibt. Sie sind Teil des auf insgesamt 25 Stationen ausgelegten seismischen Netzes in Indonesien, das mit Hilfe von satellitengestützter Datenkommunikation die Früherkennung von tsunami-erzeugenden Erdbeben ermöglichen soll.
Zur Übergabe der ersten Bojen war der indonesische Forschungsminister Kusmayanto Kadiman im August 2005 nach Hamburg gereist. Dort enthüllte er mit der Bundesforschungsministerin die erste Boje auf der Hamburger Behrens-Werft. "Das schnelle Handeln Deutschlands bringt den Menschen in Indonesien viel Hoffnung und Zuversicht", so die Ministerin im August. Die mit GPS-Sendern ausgestatteten Mess-Bojen und Druckpegelmessgeräte auf dem Meeresgrund sind Kernstücke des Frühwarnsystems, das vom GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern entwickelt wurde. Bojen und Druckpegelmessgeräte liefern Informationen über die Höhe des Meeresspiegels und senden sie an Satelliten. Die ersten beiden GPS-Bojen wurden in Hamburg vorgestellt und danach für die Reise nach Indonesien verladen.
Das Tsunami-Frühwarnsystem liefert die Daten in Echtzeit. Dank der innovativen Technik des Systems sollen die Menschen in Indonesien und anderen gefährdeten Regionen künftig frühzeitig vor Tsunamis gewarnt werden. Die verheerenden Folgen einer Flutwelle ließen sich damit verringern.
Das Frühwarnsystem hat einen Gesamtwert von 45 Millionen Euro und wird Indonesien im Rahmen der Tsunami-Hilfe der Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Die Ministerin betonte, dass Deutschland mit seinen wissenschaftlich-technischen Kapazitäten führender Partner beim Aufbau des Frühwarnsystems sei. Der deutsche Beitrag ist Teil der konzertierten Hilfe, die von der Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC) der UNESCO im Auftrag der UN koordiniert wird.
Mit den seismischen Sensoren des Systems lassen sich künftig auch Erdbeben und Vulkanausbrüche erfassen. Das Frühwarnsystem ist so angelegt, dass jederzeit Verknüpfungen mit bestehenden regionalen und künftigen Systemen möglich sind. Im Rahmen der Tsunami-Hilfe strebt Deutschland eine Zusammenarbeit mit weiteren Ländern an. Anrainerstaaten Indonesiens wie Malaysia und Sri Lanka haben bereits ihr Interesse bekundet.
[Presse]
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