Ministerium

Republik Korea (Südkorea)

Südkorea hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich. Noch in den 1960er Jahren gehörte es zu den ärmsten Ländern der Welt. Heute ist die Republik Korea die viertgrößte Volkswirtschaft in Asien. Gemessen am Bruttosozialprodukt liegt Südkorea0s Wirtschaft derzeit auf dem 15.Rang weltweit und ist dabei die 9.größte Exportnation. Für Deutschland ist Südkorea einer der wichtigsten asiatischen Absatzmärkte. Gleichzeitig ist Deutschland mit einem Handelsvolumen von 25 Mrd. US$ im Jahr 2008 der viertgrößte Handelspartner Südkoreas und der wichtigste Partner unter den EU-Ländern.

Allgemeine Entwicklung

Der wirtschaftliche Aufstieg Südkoreas und die damit einhergehende rasche Entwicklung der koreanischen FuE-Landschaft haben in den letzten Jahren die Bedeutung dieses Landes für die wissenschaftlich-technologische Kooperation und die Zahl der engagierten deutschen Akteure deutlich ansteigen lassen. In der Bildung und Forschung nimmt das Land mit Ausgaben von mittlerweile knapp 3,5 % des BIP im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein und liegt damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt. FuE ist vor allem anwendungsorientiert und hat in Bereichen wie z.B. der Informations- und Kommunikationstechnologie eine hohe Leistungsfähigkeit erreicht.

Die Internationalisierung ihrer FuE-Landschaft ist zudem ein wichtiger Bestandteil der koreanischen Innovationspolitik und wird durch die zuständigen Ministerien entsprechend forciert. Neben dem Ausbau bestehender bilateraler Kooperationen mit strategisch wichtigen Partnern gehört auch die verstärkte Beteiligung an multilateralen Institutionen und Forschungsvorhaben dazu.

Für die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere der Großunternehmen Südkoreas fehlt es trotz aller bisherigen nationalen Anstrengungen an innovativen KMU als Zulieferern. Entsprechend ergeben sich Chancen für deutsche Unternehmen vor allem in technologieintensiven Bereichen wie beispielsweise Elektronik, Automobil- und Schiffsbau, Medizintechnik, Biotechnologie und Umwelttechnologie. Eine Forschungskooperation kann deutschen Anbietern in diesen Bereichen möglicherweise den Markteinstieg erleichtern.

Das besondere Interesse Koreas an der Zusammenarbeit mit Deutschland zeigt sich u.a. auch darin, dass das Korean Institute of Science and Technology mit dem KIST-Europe seit 1996 ein eigenes Forschungsinstitut nach deutschem Recht in Deutschland betreibt. Koreaner stellen zudem relativ zur Bevölkerung mit ca. 5000 Studierenden die größte asiatische Gruppe in Deutschland.
Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit
  
Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit ist das Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Korea über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit vom 11. April 1986 (BGBI 1986 II 928). Nachfolgend wurden zahlreiche Einzelvereinbarungen zwischen Hochschulen sowie Forschungs- und Forschungsförderinstitutionen beider Länder geschlossen.

Seit dem Dezember 2007 wird die bilaterale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung auf Regierungsebene vom "Korean-German Cooperation Committee on Science & Industrial Technology" koordiniert. Dieser Ausschuss ist aus den erfolgreichen Aktivitäten zweier von Forschungsorganisationen geleiteter Komitees hervorgegangen und soll die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Er wird unter Beteiligung zahlreicher Forschungs- und Mittlerorganisationen auf deutscher Seite vom BMBF geleitet. Auf koreanischer Seite liegt die Leitung alternierend beim Ministry of Education, Science and Technology (MEST) bzw. beim Ministry of Knowledge Economy (MKE).
Mittlerweile können wir auf drei erfolgreiche bilaterale KGCCSIT-Sitzungen zurückblicken. Als Ergebnis wurde ein KGCCSIT Steering committee konstituiert, um die Themen der künftigen Zusammenarbeit besser und intensiver zu erarbeiten.

Förderung der Zusammenarbeit mit dem Partnerland

Basierend auf den Initiativen einzelner Institute der deutschen Forschungsorganisationen und Hochschulen sowie der Mobilitäts- und Projektförderung verschiedener BMBF-Programme deckt die bilaterale FuE-Kooperation ein sehr breites thematisches Spektrum ab. Zur Intensivierung der Kooperation in Forschung und Technologie mit Südkorea werden vom BMBF über dessen Internationales Büro verstärkt Mobilitätsmaßnahmen gefördert. Hierzu gehören auch spezielle Mobilitätsförderprogramme zur Vorbereitung von Kooperationen, die im Zusammenhang mit den aktuellen Themenschwerpunkten des bilateralen Kooperationsausschusses stehen und sich an den strategischen Schwerpunkten der jeweiligen nationalen Förderprogramme sowie potentiellen Synergien zwischen diesen Schwerpunkten orientieren.

Die bilaterale FuE-Kooperation deckt ein sehr breites thematisches Spektrum ab, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen Lebenswissenschaften (Biotechnologie, Regenerative Medizin, Neurowissenschaften etc.), physikalische Grundlagenforschung, Materialforschung, Meerestechnik, Polar-, Meeres- und Klimaforschung, Mikrosystemtechnik und Neue Energien/Umwelttechnik liegen.

Die BMBF-Initiative "Deutschland und Korea: Partner in Forschung und Entwicklung" hat zu einem deutlichen Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit geführt. Die Initiative fand im Rahmen der Standortkampagne "Germany - Land of Ideas" statt; Südkorea wurde als renommiertes Hochtechnologieland in Asien ausgewählt. Neben den zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten einer Dachkampagne wurde die Initiative vor allem durch Forschungsorganisationen und verschiedene, ursprünglich vom BMBF geförderte "Kompetenznetze" getragen.

ADeKo - Das Alumninetzwerk Deutschland-Korea

ADeKo ist der im Mai 2008 gegründete Gesamtverband koreanischer Deutschland-Alumni, ein erstmals weltweit erfolgreich umgesetztes Konzept. Durch die Vereinigung und das große Engagement seiner derzeit ca. 6.000 Mitglieder hat sich ADeKo der Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen auf allen Gebieten beider Länder verschrieben und sieht sich als Impulsgeber der weiteren Entwicklung Koreas.

ADeKo setzt sich aus seinen 49 Einzelvereinen und zahlreichen Einzelvereinen zusammen, die einen 10köpfigen Vorstand gewählt haben, der sich aus angesehenen Persönlichkeiten des Landes rekrutiert und sich um die beiden Ex-Officio-Mitglieder, nämlich die Botschafter Koreas und Deutschlands, erweitert. Fach- und sachspezifische Ausschüsse unterstützen den Vorstand in seiner Arbeit. ADeKo hat neben seinem Seouler Büro Ansprechpartner in verschiedenen koreanischen Städten und seit diesem Jahr auch eine offizielle Ansprechbasis in Deutschland.

 ADeKo organisiert regelmäßig in verschiedenen Formaten Veranstaltungen von und für Alumni, zielt in seinen größeren Veranstaltungen, wie beispielsweise einer jährlich stattfindenden interdisziplinären Konferenz oder einem speziellen jährlichen Workshopangebot in Deutschland erfolgreich auf ein Serviceangebot für die koreanische und deutsche Öffentlichkeit. Zudem ist ADeKo für die deutsche Seite das einzige Alumninetzwerk, das an den regelmäßigen bilateralen Verhandlungen zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (WTZ) offiziell beteiligt ist.

 ADeKo wurde vom BMBF erfolgreich anschubfinanziert und erhält künftig sowohl vom BMBF als auch von den koreanischen Ministerien MEST und MKE projektbezogene Unterstützung. Zudem konnte ADeKo inzwischen mit Erfolg Sponsoren gewinnen und erste eigene Mittel generieren.

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