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Bildung

Bildung auf einen Blick 2004

Diese Bundesregierung hat nach jahrelangen Kürzungen im Bildungsbereich mit Investitionen in Bildung und Forschung ernst gemacht und seit ihrem Antritt die Mittel um 36% erhöht. Mit dem Ganztagsschulprogramm wurde das bundesweit größte Schulentwicklungsprogramm aufgelegt, das es jemals gab. Bildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und die beste Versicherung für eine funktionierende Volkswirtschaft. Die Anstrengungen in Bildung und Forschung müssen weiter verstärkt werden.

Bei den Bildungsausgaben liegt Deutschland im Jahr 2001 mit 5,3% des BIP leicht unter dem OECD-Schnitt von 5,6%. Das ist unbefriedigend. Unsere Investitionen in die Köpfe müssen weiter steigen, denn diese sind und bleiben die wichtigste Ressource in unserem Land.

Bei den Ausgaben im Sekundärbereich II pro Schüler/Auszubildender im Verhältnis zum BIP ist Deutschland im internationalen Vergleich gut (36% im Verhältnis zu 26%). Auch im Tertiärbereich A - das sind Universitäten und Fachhochschulen - steht Deutschland mit 44% im Vergleich zum OECD-Mittel (43%) gut da.

Im Primarbereich und Sekundarbereich I sieht das anders aus. Dort liegt Deutschland mit 17% und mit 20% jeweils unter dem OECD-Länder-Mittel von 21 bzw. 23%. Hier besteht erheblicher Nachholbedarf. Gerade in jungen Jahren werden die Weichen für eine erfolgreiche Bildungskarriere gestellt.

Das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung und auch das Programm zur Betreuung von unter Dreijährigen zielen genau auf eine bessere und vor allem frühere individuelle Förderung eines jeden einzelnen Kindes. Die ersten Auswertungen des Ganztagsschulprogramms für dieses Schuljahr zeigen, dass die Länder die Mittel insbesondere für den Ausbau von Grundschulen zu Ganztagsschulen verwenden. Und genau so ist es auch gedacht.

Der Hochschulstandort Deutschland ist stark

Erfreulich ist die in Deutschland stark wachsende Zahl der Studienanfängerinnen und  anfänger. Sie ist von 1998 von 28 auf 36% im Jahr 2003 gestiegen und sie steigt weiter. Acht Prozentpunkte mehr Studienanfänger sind ein Erfolg der großen BAföG-Reform. Derzeit erhalten im Jahresdurchschnitt 505.000 Schüler und Studierende BAföG - das sind 47% (von 343.000) mehr als 1998. Die BAföG-Ausgaben sind seit 1998 um 74% von 1,2 Mrd. € auf 2,1 Mrd. € gestiegen.

Der OECD-Bericht zeigt deutlich: Ein Studium lohnt sich! Die Wahrscheinlichkeit anschließend auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, ist wesentlich höher als bei allen anderen Ausbildungen. Mit 19% Studienanfängern eines Jahrgangs liegt Deutschland zurzeit noch deutlich unter dem OECD-Mittelwert von 32%.

Ein Drittel aller Hochschulabsolventen beendet sein Studium in einem Fach mit natur- und ingenieurwissenschaftlicher Ausrichtung. Deutschland belegt bei diesen besonders zukunftsträchtigen Fächern Platz 2. Besonders erfreulich ist, dass in den Naturwissenschaften die Studienanfängerzahlen seit 1998 um 72% (von 37 600 auf 64.600) und in den Ingenieurwissenschaften um 35% (von 44.900 auf 60.800) gestiegen sind. Noch gab es in Deutschland so viele Studierende in diesen Fächern.

Hier zeigt sich der Erfolg der Informations- und Imagekampagnen der letzten Jahre.  Die Jahre der Wissenschaften, die seit 1999 durchgeführt werden, von der Physik über die Chemie, Lebenswissenschaften bis hin zum Jahr der Technik jetzt in 2004, haben dazu beigetragen, dass im natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereich die Studienanfängerzahlen erheblich gestiegen sind.

Erfolgreich war auch das Bemühen, die internationale Attraktivität des Studienstandorts Deutschland zu erhöhen. Hier zeigen sich die ersten Früchte der Initiative „Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland“, die das BMBF zusammen mit dem DAAD und den Ländern durchführt. Deutschland ist ein attraktiver Studienstandort und international das zweitstärkste Zielland ausländischer Studierender. Der Anteil ausländischer Studierender ist innerhalb von vier Jahren um ein Viertel von 8 auf 10% gestiegen. Mit dem Zuwanderungsgesetz wurde eine Regelungen getroffen, die es ausländische Studierende erlaubt, nach Abschluss ihres Studiums hier zu arbeiten. Sie können ihr hier erworbenes Wissen einsetzen und Deutschland profitiert davon, wenn sie in ihre Heimatländer zurückkehren.

Berufliche Bildung – Erfolg mit Reformen

Die OECD hat sich in der diesjährigen Studie verstärkt auch der beruflichen Bildung gewidmet und dabei das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland ins Blickfeld gerückt. Die Ergebnisse zeigen, dass das duale System einen relativ reibungslosen Übergang von der Ausbildung in den Beruf gewährleistet. In Deutschland gibt es weniger Jugendliche unter 20 Jahren, die ohne Beschäftigung und Ausbildung sind als in den meisten anderen OECD-Staaten. Das bestätigt den von der Bundesregierung eingeschlagenen Weg zur Reform und Stärkung des dualen Systems. Seit 1998 wurden über 160 Ausbildungsverordnungen von Berufen aus allen großen Wirtschaftsbereichen modernisiert oder neu geschaffen. Mittlerweile werden über die Hälfte aller Jugendlichen genau in diesen Berufen ausgebildet. Mit dem jetzt auf den Weg gebrachten Gesetz zur Reform der beruflichen Bildung wird das Berufsbildungssystem leistungsfähiger, durchlässiger und internationaler.

Was zu tun bleibt

Die OECD-Zahlen zeigen deutlich, dass junge Menschen noch nicht all die Chancen erhalten, die sie brauchen. Zwar liegt der Anteil der Menschen mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II im erwerbsfähigen Alter mit 83% weit über dem OECD Durchschnitt von 68%. Aber bei den 25- bis 34-Jährigen wurden in den letzten Jahren keine nennenswerten Verbesserungen erreicht. Hier sind andere Länder besser geworden. Deutschland kann es sich aber nicht leisten, die Potenziale junger Menschen ungenutzt zu lassen.

Für die Zukunft ist es erforderlich, dass ein höherer Anteil eines Altersjahrgangs die Möglichkeit erhält zu studieren, entweder mit einer Schulausbildung oder mit einem qualifizierten Berufsabschluss. Dafür muss die frühe Förderung gestärkt und das deutsche Bildungssystem durchlässiger werden. Bund und Länder müssen auch in den kommenden Jahren intensiv zusammenarbeiten.

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