Forschung

Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt

Technische und ökonomische Entwicklungen machen großindustrielle Produktionsverfahren hierzulande immer weniger rentabel. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsfelder in Produktion und Dienstleistung, deren Beschäftigungspotentiale noch lange nicht ausgeschöpft werden. Im Zentrum dieser Wandlungsprozesse stehen neue Organisations- und Arbeitsformen. Im Förderprogramm "Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt" verbindet das BMBF Arbeitsgestaltung und Kompetenzentwicklung als Ansatz, die Innovationsfähigkeit von Menschen und Unternehmen zu stärken.

Wirtschaft und Produktion in Deutschland sind hochgradig konkurrenzfähig. Im letzten Jahr hat Deutschland die USA vom ersten Platz als Exportweltmeister verdrängt - und das, obwohl die Volkswirtschaft der USA siebenmal größer ist. Von allen Ländern haben in den letzten Jahren nur zwei ihren Anteil am Welthandel vergrößern können: Die VR China und Deutschland. Die Produktivität in Deutschland ist gleich hoch wie in den USA, die Stückkosten aber deutlich geringer.

Diese Daten gelten als handfeste Belege dafür, dass sich die Wirtschaftskraft der deutschen Industrie in den zurückliegenden Jahren entscheidend verbessert hat. Es sind aber zugleich Belege für den seit einigen Jahren andauernden tiefgreifenden Umbau von Produktion und Dienstleistung in Deutschland, bei dem neue Strukturen entstehen und der für die Beschäftigten grundlegende Änderungen der Arbeitswelt bedeutet.

Die Arbeitswelt ist im Umbruch. In diesem Prozess fallen Arbeitsplätze weg oder werden umgestaltet, gleichzeitig entstehen neue. Mit den veränderten Arbeitsbedingungen sind neue Qualifikationsanforderungen verbunden. Tätigkeiten für gering Qualifizierte nehmen ab, der Arbeitsmarkt für höher Qualifizierte ist trotz der Arbeitsmarktlage deutlich besser.

Dieser Umbruch lässt sich nur dann bewältigen, wenn technische und soziale Entwicklungen verknüpft werden. Neue Produktionsverfahren lassen sich nur dann erfolgreich in Betrieben einsetzen, wenn die Belegschaften dort die Motivation und Kompetenzen einbringen, um neue Kenntnisse zu erwerben und neue Aufgaben zu erfüllen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Unternehmenskultur und Arbeitsgestaltung. Durch sie werden die Möglichkeiten des kontinuierlichen Lernens und des kreativen Umgangs mit Veränderungen maßgeblich bestimmt, die für erfolgreiche Innovationen notwendig sind.

Zur Unterstützung dieser betrieblichen Wandlungs- und Innovationsprozesse will das BMBF-Förderprogramm "Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt" dazu beitragen, dass

  • die Menschen ihr Können, ihre Kreativität und ihre Motivation in die Arbeitswelt einbringen und ihre Kompetenzen weiterentwickeln.
  • Unternehmen die Voraussetzungen für erfolgreiche Kompetenzentwicklungen schaffen und damit zur Quelle neuer Ideen, erfolgreicher Produkte und neuer Beschäftigung werden.
  • Netzwerke und Zusammenarbeit gestaltet werden, die Marktchancen und Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.

Dazu fördert das BMBF die Untersuchung ungeklärter Fragen wie Hemmnisse im Innovationsprozess bzw. Formen des Technikeinsatzes, die die Innovationsfähigkeit von individuellen Akteuren und Unternehmen gezielt erhöhen, aber auch die Entwicklung von Instrumenten, Methoden und Verfahren, die Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt ermöglichen oder erleichtern. Die Ergebnisse des Programms sollen auch für die Früherkennung von Entwicklungen genutzt werden, um frühzeitig politische Entscheidungen zu ermöglichen.

Die Untersuchungen gehen dabei sowohl auf Belegschaften und Management als auch auf Unternehmen als ganzheitliche Organisation ein und betrachten außerdem die Außenbeziehungen von Unternehmen, die mit anderen Betrieben oder mit ihren Kundinnen und Kunden bestehen. Von besonderem Interesse hierbei sind Netzwerke von kleinen und mittleren Unternehmen und neue Wertschöpfungspartnerschaften von Unternehmen und Kunden, in denen neue Produkte immer öfter von den individuellen Bedürfnissen der Abnehmer ausgehend entwickelt werden.

Das neue Programm baut auf Ergebnissen der voran gegangenen Förderpogramme auf. Es löst das laufende Rahmenkonzept "Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit" ab und integriert dabei auch Erkenntnisse aus Forschung zum Lernen im Prozess der Arbeit, die aus dem Programm "Lernkultur Kompetenzentwicklung" hervorgegangen sind.

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