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Abbildung einer kanadischen Nationalflagge

Kanada & Deutschland: Vier Dekaden erfolgreiche Kooperation

Unter den Industrieländern ist Kanada ein zunehmend wichtiger Partner in der Zusammenarbeit in Bildung und Forschung. Themen gemeinsamen Interesses sind Umweltforschung, Energie, Biotechnologie und medizinische Forschung, Nanotechnologie sowie Arktisforschung. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses in die bilaterale Kooperation und den deutsch-kanadischen Wissenschaftleraustausch gelegt. Auf ihrer Kanada-Reise Anfang November war die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, Gast und Rednerin beim interdiszipliären Kolloqium "Excellence in Research" in Toronto. Logo zum Deutsch-kanadischen Jubiläumsjahr©BMBFVeranstaltet wurde das Kolloqium von der Alexander von Humboldt-Stiftung anlässlich des 40. Jahrestags des deutsch-kanadischen Wissenschaftsabkommens und des zehnten Geburtstags der kanadischen Humboldt-Alumni-Vereinigung veranstaltet. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch hier.

 

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Deutschland ist eines der wenigen Länder, mit denen Kanada ein Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit abgeschlossen hat. Das Abkommen trat am 30. Juni 1971 in Kraft und hat zu einer regen bilateralen wissenschaftlichen und technologischen Kooperation geführt. Im Jahr 2011, dem 40. Jubiläumsjahr, wurde die Kooperation intensiviert.

Seit 1975 besteht darüber hinaus ein Kulturabkommen. Im Jahr 2002 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Bundesregierung mit Kanada eine gemeinsame Erklärung über ein Austauschprogramm für junge Arbeitnehmer unterzeichnet. 1999 wurde ein Abkommen zwischen Kanada und der EU abgeschlossen.

Neben diesen vertraglichen Rahmenbedingungen ist hervorzuheben, dass Kanada in den letzten Jahren erhebliche F&E-Neuinvestitionen in Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie getätigt hat. Die Ausstattung der Forschungsinstitute hat sich seitdem deutlich verbessert, neue Institute werden und wurden gegründet und die Förderorganisationen beziehungsweise strategischen Förderprogramme konnten in den letzten Jahren erhebliche Zuwächse verzeichnen. Daraus ergeben sich wichtige Potenziale für die Zusammenarbeit.

Schwerpunkte der Kooperation zwischen Deutschland und Kanada

Die Schwerpunkte der Kooperation wurden im Laufe der Zusammenarbeit an die nationalen Prioritäten beider Länder angepasst und konzentrieren sich derzeit im Wesentlichen auf folgende Bereiche:

  • Zwei bilaterale Projekte zu Themen der Qualitätsverbesserung und Resistenz gegen Pflanzenkrankheiten von Weizen und Raps wurden bis 2009 bzw. 2010 von Seiten des BMBF gefördert. Kanada wie auch Deutschland sind außerdem Partner im ERA-NET Plant Genomics.

  • In den Geowissenschaften führen die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Geological Survey of Canada (GSC) vor allem in den Themenbereichen mariner und terrestrischer Umweltgeologie sowie Polargeologie durch.

  • Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kooperiert direkt mit der Canadian Space Agency (CSA). Forschung in der Robotik, gemeinsame Nutzung von Radardaten und die wechselseitige Nutzung der Bodenstationen stehen hier im Fokus.

  • Das Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung (GSI) arbeitet intensiv und erfolgreich mit kanadischen Partnern am Forschungsinstitut TRIUMF zusammen.

  • Am 29.09.2009 wurde die Helmholtz-Alberta-Initiative unterzeichnet, in der eine Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen Umweltforschung  und Geowissenschaften vereinbart wurde.

  • Einen weiteren Baustein der Kooperation bilden die Partnerschaften zwischen einzelnen Ländern und Provinzen: Hier kooperieren  Baden-Württemberg mit Ontario, Bayern mit Quebec sowie Sachsen mit Alberta. Zuletzt wurde im Februar 2010 die "Alberta-Saxony Intercultural Internship Alliance" gestartet. An diesem Praktikantenaustausch-Programm sind 15 Hochschulen aus Sachsen und neun Hochschulen aus Alberta beteiligt.

  • Multilaterale Projekte spielen auf Grund der globalen Herausforderungen eine zunehmende Rolle, beispielsweise in der Umwelt- und Meeresforschung, der Raumfahrt und dem Klimaschutz. Deutschland und Kanada sind enge Partner in entsprechenden Netzwerken.

  • Im Rahmen der Aktivitäten des 7. Forschungsrahmenprogramms haben im Herbst 2009 das Projekt "Access2Canada - Supporting EU Access to Canadian Research and Innovation Programmes" und im Herbst 2010 das BILAT-Projekt mit Kanada begonnen, beide mit Beteiligung des BMBF.

Ein Höhepunkt der bilateralen Kooperation

Eine  strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Kanada im Bereich der Brennstoffzellenforschung wurde von Seiten des BMBF seit 2007 angebahnt. Das BMBF fördert derzeit ein deutsch-kanadisches Verbundprojekt zum Thema PEM-Brennstoffzellen. Außerdem wurde im Jahr 2010 von Seiten des Landes NRW ein bilaterales Projekt in die Förderung aufgenommen, in dem deutsche und kanadische Wissenschaftler an der Entwicklung vielseitig einsetzbarer, günstiger Brennstoffzellen arbeiten.

Förderung der Zusammenarbeit mit Kanada

Neben der Förderung durch die Fachprogramme des BMBF unterstützt das zuständige Länderreferat unter anderem Anbahnungsaktivitäten, wie etwa Workshops, sowie die Nachwuchsförderung. Außerdem gewinnen Aktivitäten zur Werbung für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland an Bedeutung.

Besondere Aktivitäten des BMBF (Fachabteilungen) und der Wissenschafts- und Mittlerorganisationen

Im Max Planck - University of British Columbia Center for Quantum Materials kooperieren deutsche und kanadische Wissenschaftler auf dem Gebiet der neuen Materialien. Diese Aktivität wird vom BMBF-Amerikareferat in den kommenden Jahren mit ca. 40.000 € pro Jahr finanziell unterstützt.

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    • Kanada, USA
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