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Mexiko

Mexiko nimmt für Deutschland eine Sonderstellung in Lateinamerika ein. Das liegt sowohl an der regionalen Bedeutung und Wirtschaftskraft Mexikos als auch an den traditionell engen kulturellen und wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen den Ländern. Das Abkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) bildet seit Jahrzehnten die Grundlage für bilaterale Kooperationen in Bildung, Forschung und Technologie und hilft, die guten Beziehungen weiter zu vertiefen. Mexiko hat 2008 ein ehrgeiziges Programm aufgelegt (PECITI - 2008-2012) und will bis 2030 zur Gruppe der 20% wettbewerbsfähigsten Länder der Welt aufrücken.

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung

Grundlage der Zusammenarbeit mit Mexiko ist das am 06.02.1974 geschlossene Regierungsabkommen zur WTZ. Die Zuständigkeit liegt in Mexiko beim Außenministerium (SRE). Der Nationale Forschungs- und Technologierat (CONACYT) ist im Auftrag des Außenministeriums koordinierende und finanzierende Behörde für die WTZ. Zusätzlich zum WTZ-Abkommen gibt es weitere Einzelvereinbarungen des BMBF mit mexikanischen Institutionen: 

  • zu Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Nutzung der Solarenergie (02.05.1978) und
  • zu umweltfreundlichen Produktionstechniken (10.02.1982).

Die Schwerpunkte der deutsch-mexikanischen Zusammenarbeit werden von einer Gemischten Kommission festgelegt, die sich zuletzt im September 2009 in Mexico-City traf. Das nächste Treffen ist für 2011 in Berlin vorgesehen. 

Schwerpunkte der Kooperation

Die Gemischte Kommissionsitzung im Jahr 2009 hat sich dafür ausgesprochen, dass die Zusammenarbeit weiter verstärkt werden soll. Bildung und Forschung soll künftig noch mehr für Innovationsprozesse genutzt werden. Deshalb sollen KMUs künftig noch wirksamer in die bilaterale F&E-Kooperationen eingebunden werden. Auch die berufliche Bildung soll an Bedeutung gewinnen. Das grundsätzliche Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region und der Zugänge zu neuen Märkten für deutsche Unternehmen. Aktuelle thematische Schwerpunkte sind: Biotechnologie, Umwelttechnologien, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, Meeresforschung und -technik, Produktionstechnologien, Informations- und Kommunikationstechnologien, grundlagenorientierte Forschung zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, Materialforschung, Nanotechnologie sowie Gesundheitsforschung.

Höhepunkte der Kooperation

Der Start des deutsch-mexikanischen Masterstudiengangs für Umwelt- und Ressourcenmanagement zwischen der Fachhochschule Köln und der Universidad Autónoma de San Luis Potosí war im August 2008.. Im Rahmen des Masterstudiengangs finden die ersten beiden Semester an der UASLP statt, das 3. Semester wird an der FH Köln durchgeführt. Das 4. Semester dient einem Feldforschungsaufenthalt in einem lateinamerikanische Land und dem Verfassen der Masterarbeit. Bislang wurden in zwei Jahrgängen insgesamt 46 Studenten gefördert. Im März 2010 fand die Auswahl der Bewerber für den dritten Jahrgang in San Luis Potosí unter Beteiligung der beiden Hochschulen, des CONACYT und der DAAD-Außenstelle Mexiko statt. Der Kurs des dritten Jahrgangs ist im Juli 2010 mit 9 deutschen und 20 lateinamerikanischen Stipendiat/innen gestartet. Das Programm wird gemeinsam durch BMBF, BMZ und CONACYT finanziert und auf deutscher Seite vom DAAD verwaltet. Zurzeit wird im Auftrag des DAAD eine Evaluierung des Masterstudiengangs in Deutschland und Mexiko durchgeführt.

Im Rahmen der Bicentenario-Feierlichkeiten hat die Max-Planck-Gesellschaft mit Unterstützung des BMBF ab Juni 2010 den Science Tunnel an vier Standorten in Mexiko präsentiert. Die Eröffnung des ersten Ausstellungsortes fand im Juni im Rahmen der 12. Lateinamerika-Konferenz der Deutschen Wirtschaft im World Trade Center in Mexiko-Stadt statt. Weitere Präsentationen waren in Monterrey und León zu sehen. Parallel zur Eröffnung des Science Tunnel hat das BMBF am 17. Juni ein Innovationsforum zum Thema "Innovative Netzwerke und Cluster" mit deutschen und lateinamerikanischen Referenten veranstaltet.

Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in Kooperation mit mexikanischen Partnern eine Satelliten-Empfangsanlage in Chetumal (Yucatan) errichtet, die im Oktober 2007 durch den mexikanischen Staatspräsidenten Caldéron eingeweiht wurde. Mittlerweise konnte eine exzellente Fernerkundungsabteilung aufgebaut werden, die die empfangenen Satellitendaten aufbereitet und die gewonnenen Informationen zum Beispiel zur Waldbrandbekämpfung weiträumig zur Verfügung stellt. Dies dient ebenfalls der Positionierung der deutschen Raumfahrtindustrie in Mittel- und Südamerika. Die Ausweitung der wissenschaftlichen und operationellen Nutzung der Daten der Station ist ebenso geplant wie die Einbindung weiterer Satelliten. Da Mexiko den Aufbau einer eigenen Raumfahrtagentur plant, kann das DLR als Partner in der Aufbauphase, aber auch durch die Kooperation im Rahmen von Forschungsvorhaben zur Anwendung von Erbeobachtungsdaten wesentlich zur Positionierung der deutschen Raumfahrtindustrie beitragen.

Im Mai 2009 hat die DFG das erste Internationale Graduiertenkolleg in Lateinamerika im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften bewilligt. Thema ist Mexiko als Durchgangsraum zwischen Ost und West, Nord und Süd.Koordinierender Partner auf deutscher Seite ist die Freie Universität Berlin, auf mexikanischer Seite das Colegio de México. Im April 2010 hat es eine festliche Kick-off-Veranstaltung des Graduiertenkollegs im Rahmen der Bicentenario-Feierlichkeiten gegeben.

In Mexiko-Stadt und Monterrey wurde im November 2009 zum fünften Mal die europäische Hochschulmesse EuroPosgrados von DAAD und anderen europäischen Partnern veranstaltet.

 

Förderung der Zusammenarbeit

Das Internationale Büro fördert in den oben genannten Schwerpunktbereichen der Kooperation Mobilitätsprojekte. Hier wurde eine Förderbekanntmachung am 30. September 2010 erfolgreich beendet. Derzeit werden 18 gemeinsame Mobilitätsprojekte mit Mexiko gefördert.

Aus 15 Workshops, die die DFG 2008 in Mexiko durchgeführt hat, sind eine Vielzahl von Anträgen für gemeinsame Forschungsprojekte entstanden. Rund 10 deutsch-mexikanische Projekte sollen aus Mitteln von CONACYT und DFG gefördert werden.

Mit Unterstützung der EU hat CONACYT einen Fonds (FONCICyT) aufgelegt. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 20 Millionen Euro (je 10 Millionen Euro von der EU und von CONACYT). Ausgewählte Projekte sind im Mai/Juli genehmigt worden. Von den 41 beteiligten deutschen Institutionen haben acht einen Zuschlag bekommen.

Bei Förderungen durch das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm waren bislang 33 mit mexikanischer Beteiligung erfolgreich. Davon hatten 10 auch einen deutschen Partner.

Zusatzinformationen

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Ansprechpartner

  • Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

    • Chile, Mexiko und sonstige lateinamerikanische Länder
    • Inge Lamberz de Bayas
    • Königswinterer Str. 522 - 524
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-1436
    • Faxnummer: +49 228 3821-1400
    • E-Mail-Adresse: inge.lamberzdebayas
    • Homepage: http://www.internationales-buero.de
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