
Nach den Finanzkrisen zu Beginn des Jahrtausends hat sich Brasilien wirtschaftlich stabilisiert und befindet sich derzeit in der besten Verfassung seit mehreren Jahrzehnten. Industrieproduktion und vor allem der Export nehmen wieder zu. Diese Entwicklung wurde begünstigt durch den Zugang Brasiliens zu dem boomenden chinesischen Markt, vor allem für seine Agrarprodukte, die hohen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt aber auch einen boomenden Binnenmarkt. Brasiliens reales BIP hat in den letzen Jahren mit bis zu 5,4% (2007) zugenommen. 1200 deutsche Unternehmen erzielten mit etwa 250.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von USD 33 Mrd. und 6,5 % des brasilianischen BIP.
Die Kontakte mit den lateinamerikanischen Schwellenländern in Forschung, Technologie und Bildung werden von der deutschen Regierung zur Weiterentwicklung der traditionell engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen systematisch ausgebaut. Bei dem Besuch von BK Merkel in Brasilien im Mai 2008 wurde der "Aktionsplan der deutsch-brasilianischen strategischen Partnerschaft" beschlossen. Im Aktionsplan wird die WTZ als wichtiger Schwerpunkt der Beziehungen zwischen beiden Ländern genannt wird. Vor allem die Bedeutung der Forschungsbereiche mit Bezug zur Nachhaltigkeit wird für die WTZ der beiden Länder betont. Brasilien nimmt bei dem Forschungsdialog auf den EU-Lateinamerikagipfeln zwischen den Mitgliedsstaaten der EU und Lateinamerika eine Vorreiterstellung für die lateinamerikanischen Länder ein.
Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Brasilien basiert auf dem 1996 aktualisierten Rahmenabkommen zur wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung zwischen Deutschland und Brasilien, das u.a. die Einbeziehung industrieller Partner in Kooperationsprojekte zwischen beiden Ländern vorsieht. Das Rahmenabkommen wurde durch mehrere Einzelvereinbarungen vervollständigt und konkretisiert. Thematische Schwerpunkte der Zusammenarbeit werden auf den Sitzungen der gemeinsamen Kommission im zweijährigen Rhythmus vereinbart. Die letzte Sitzung fand im November 2007 in Brasilia statt.
Die brasilianische Regierung verabschiedete im November 2007 den Nationale Aktionsplan Wissenschaft, Technologie und Innovation von der brasilianischen Regierung. In dem vom Forschungsministerium erarbeiteten Plan stehen im Zeitraum 2007 - 2010 etwa 16 Mrd. Euro für die Förderung der Wissenschaft zur Verfügung. Die Politik der brasilianischen Regierung zielt unter anderem auf eine stärkere Beteiligung und Einbindung der Wirtschaft in die Forschung. Der Aktionsplan zielt u.a. auf die Förderung der Forschung im Bereich: Nano- , Bio- , Informations- und Kommunikationstechnologie, Gesundheits- sowie Energieforschung.
In Brasilien ist die Forschungslandschaft weit gefächert. Neben staatlichen, bundesstaatlichen und privaten Hochschulen gibt es große Forschungseinrichtungen mit Finanzierung des Bundes und der Länder sowie wichtige Forschungszentren von Unternehmen (z.B. PETROBRAS).
Für einzelne Fachbereiche wurden auf den Kommissionssitzungen im Dialog mit dem brasilianischen Außenministerium (MRE) und gemeinsam mit den brasilianischen Partnerministerien MCT (Forschung und Technologie), MEC (Bildung) sowie MMA (Umwelt) die Schwerpunktthemen für die Kooperation festgelegt. Die WTZ mit Brasilien konzentriert sich auf die Bereiche Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeit, Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft, Gesundheit sowie auf die Zusammenarbeit in der Hochschul- und beruflichen Bildung. Eine Intensivierung der Kooperation auf den Gebieten Neue Materialien, Biotechnologie, Produktionstechnologie, Nanotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien wurde im Rahmen der WTZ-Sitzung 2007 vereinbart.
Aufgrund der intensiven Besiedelungsgeschichte und der Konzentration von zwei Dritteln der brasilianischen Bevölkerung in der Küstenregion ist die ursprüngliche Vegetation, der brasilianische Küstenregenwald (Mata Atlântica), weitgehend zerstört und hoch fragmentiert. Der Küstenregenwald ist reich an endemischen und bedrohten Tier und Pflanzenarten. Vor diesem Hintergrund startete 2003 das Forschungsprogramm "Mata Atlântica" mit dem Ziel, Strategien für die Erhaltung der Restwälder zu entwickeln. Derzeit werden vom BMBF vier interdisziplinäre Projekte gefördert, die eine nachhaltige Nutzung sowie den Schutz der Biodiversität in den natürlichen Waldflächen untersuchen. Von brasilianischer Seite werden die Projekte durch den CNPq finanziert. Das Programm ging 2006 in die zweite Förderphase.
In der Forschungsförderlandschaft gibt es neben den Bundesförderinstitutionen (CNPq, CAPES, FINEP, etc.) auch auf Ebene der Bundesländer Brasiliens bedeutende Förderinstitutionen, wie z.B. FAPESP in São Paulo und der FPERGS in Rio Grande do Sul. Mit allen genannten Institutionen bestehen bilaterale Kontakte zu Deutschland, wobei der Nationale Wissenschaftsrat Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico - CNPq Hauptansprechpartner ist.
Zur Unterstützung der Initialphase von Kooperationsprojekten in Forschung und Entwicklung finden jährliche Förderbekanntmachungen statt. Die Förderung erfolgt auf deutscher Seite durch das BMBF über das IB, auf brasilianischer Seite durch CNPq und umfasst vor allem den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Mobilitätsprojekte). Aus den Fachprogrammen des BMBF werden zudem umfangreichere Forschungsvorhaben gefördert.
Bedeutung von globalem Interesse fällt den Projekten der Umweltforschung und -technologie zu, einem der finanziell umfangreichsten Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien. Verschiedene Forschungsprogramme beschäftigen sich mit dem Schutz des brasilianischen Küstenregenwaldes, der Küstengewässer sowie dem nachhaltigen Management von Häfen.
Im Jahr 2008 startete das Forschungsprojekt "Agua DF" in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Das Projekt ist Teil des BMBF-geförderten Verbundvorhabens "Internationale Wasserforschungsallianz Sachsen (IWAS) - Management von Wasserressourcen in hydrologisch sensitiven Weltregionen". Wie in vier weiteren Standorten weltweit werden in Brasilia die Auswirkungen von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und anderer Rahmenbedingungen auf die Wasserversorgung in der Zukunft untersucht.
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