
Nach der weltweiten Krise im Jahr 2009 hat sich Brasilien wirtschaftlich schnell stabilisiert und befindet sich derzeit in einer guten Verfassung. Industrieproduktion und vor allem der Export haben zugenommen. Diese Entwicklung wird begünstigt durch den Zugang Brasiliens zum chinesischen Markt, vor allem für seine Agrarprodukte, die hohen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt aber auch einen stabilen Binnenmarkt. Brasiliens reales BIP hat in den letzen Jahren mit bis zu 7,5% (2010) zugenommen. 1200 deutsche Unternehmen erzielten mit etwa 250.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von USD 33 Mrd. und 6,5 % des brasilianischen BIP.
Die Kontakte mit den lateinamerikanischen Schwellenländern in Forschung, Technologie und Bildung werden von der deutschen Regierung zur Weiterentwicklung der traditionell engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen systematisch ausgebaut. Bei dem Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Brasilien im Mai 2008 wurde der "Aktionsplan der deutsch-brasilianischen strategischen Partnerschaft" beschlossen. Im Aktionsplan wird die WTZ als wichtiger Schwerpunkt der Beziehungen zwischen beiden Ländern genannt. Vor allem die Bedeutung der Forschungsbereiche mit Bezug zur Nachhaltigkeit wird für die WTZ der beiden Länder betont. Brasilien hat auch im multilateralen Forschungsdialog, auf den EU-Lateinamerikagipfeln zwischen den Mitgliedsstaaten der EU und Lateinamerika eine wichtige Rolle.
Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Brasilien basiert auf dem 1996 aktualisierten Rahmenabkommen zur wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung zwischen Deutschland und Brasilien, das u. a. die Einbeziehung industrieller Partner in Kooperationsprojekte zwischen beiden Ländern vorsieht. Das Rahmenabkommen wurde durch mehrere Einzelvereinbarungen vervollständigt und konkretisiert. Thematische Schwerpunkte der Zusammenarbeit werden auf den Sitzungen der gemeinsamen Kommission im zweijährigen Rhythmus vereinbart. Die nächste Sitzung soll 2013 in Brasilien stattfinden.
Der Rahmen der brasilianischen Forschungspolitik ist in der Nationalen Strategie für Wissenschaft, Technologie und Innovation 2012 - 2015 abgesteckt. Ziele sind der Ausbau des nationalen FuE-Systems sowie die Förderung von Innovation in Unternehmen. Außerdem soll FuE stärker der sozialen Entwicklung des Landes dienen. Folgende strategische Bereiche stehen im Vordergrund der brasilianischen Forschungspolitik: Nanotechnologie und Biotechnologie; Informations- und Kommunikationstechnologie; Gesundheitsforschung; Energie (Biotreibstoffe, Elektrische Energie, Erdöl u.a.) sowie Landwirtschaft. Die brasilianische Regierung investiert etwa 21 Mrd. € im Rahmen der vierjährigen nationalen Strategie, weitere 10 Mrd. € sollen von staatlichen Unternehmen und den Bundesstaaten finanziert werden. Das Vorgängerprogramm war über vier Jahre mit 17 Mrd. € finanziert worden.
In Brasilien ist die Forschungslandschaft weit gefächert. Der überwiegende Teil der Forschung in Brasilien findet an den nationalen und bundesstaatlichen Universitäten statt. Daneben gibt es eine begrenzte Zahl staatlicher (z.B. EMBRAPA, Agrarforschung) und von Unternehmen getragener (z.B. PETROBRAS, Energie) Forschungseinrichtungen.
Für einzelne Fachbereiche wurden auf den Kommissionssitzungen im Dialog mit dem brasilianischen Außenministerium (MRE) und gemeinsam mit den brasilianischen Partnerministerien MCTI (Wissenschaft, Technologie und Innovation), MEC (Bildung) sowie MMA (Umwelt) die Schwerpunktthemen für die Kooperation festgelegt. Die WTZ mit Brasilien konzentriert sich auf die Bereiche Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeit, Luft- und Raumfahrt, Lebenswissenschaften und Bioökonomie sowie auf die Zusammenarbeit in der Hochschul- und beruflichen Bildung.
Als wichtiges Element zur Umsetzung der Internationalisierungsstrategie trug das Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 zu einer deutlichen Intensivierung der Kooperation bei. Unter dem gemeinsamen Motto "nachhaltig:innovativ" fanden von April 2010 bis April 2011 über 100 deutsch-brasilianische Veranstaltungen zu den übergreifenden Themen Nachhaltigkeit und Innovation satt.
Bei ihrer Reise nach Brasilien, im Oktober 2012, bestätigte Bundesministerin Annette Schavan im Gespräch mit dem brasilianischen Forschungsminister Raupp die Bedeutung Brasiliens als Partner in Wissenschaft und Innovation.
In der Forschungsförderlandschaft gibt es neben den nationalen Förderinstitutionen CNPq, CAPES und FINEP auch auf Ebene der Bundesstaaten Brasiliens bedeutende Forschungsförderer, wie FAPESP im Bundesstaat São. Mit allen genannten Institutionen bestehen bilaterale Kontakte zu Deutschland, wobei der Nationale Wissenschaftsrat "Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico" - CNPq Hauptansprechpartner ist.
Zur Unterstützung der Initialphase von Kooperationsprojekten in Forschung und Entwicklung finden jährliche Förderbekanntmachungen statt. Die Förderung erfolgt auf deutscher Seite durch das BMBF über das IB, auf brasilianischer Seite durch CNPq und umfasst den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in gemeinsamen Forschungsprojekten. Aus den Fachprogrammen des BMBF werden umfassende Forschungsvorhaben, vor allem im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung, gefördert.
Auch DAAD und DFG haben spezifische Förderprogramme mit brasilianischen Partnern. DAAD ist der deutsche Partner im umfangreichen brasilianischen Stipendienprogramm "Wissenschaft ohne Grenzen".Besondere Aktivitäten des BMBF
Bedeutung von globalem Interesse fällt den Projekten der Umweltforschung und -technologie zu, einem der finanziell umfangreichsten Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien. Verschiedene Forschungsprogramme beschäftigen sich mit dem Schutz des brasilianischen Küstenregenwaldes, der Küstengewässer sowie dem nachhaltigen Management von Häfen.
Im Jahr 2008 startete das Forschungsprojekt "Agua DF" in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Das Projekt ist Teil des BMBF-geförderten Verbundvorhabens "Internationale Wasserforschungsallianz Sachsen (IWAS) - Management von Wasserressourcen in hydrologisch sensitiven Weltregionen". Wie in vier weiteren Standorten weltweit werden in Brasilia die Auswirkungen von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und anderer Rahmenbedingungen auf die Wasserversorgung in der Zukunft untersucht.
Bedeutung von globalem Interesse fällt den Projekten der Umweltforschung und -technologie zu, einem der finanziell umfangreichsten Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien. Verschiedene bilaterale Forschungsprojekte beschäftigen sich z. B. mit klimarelevantem Landmanagement oder dem Schutz von Wasserressourcen.
Im Jahr 2008 startete das Forschungsprojekt "Agua DF" im Umfeld der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Das Projekt ist Teil des BMBF-geförderten Verbundvorhabens "Internationale Wasserforschungsallianz Sachsen (IWAS) - Management von Wasserressourcen in hydrologisch sensitiven Weltregionen". Wie in vier weiteren Standorten weltweit, werden in Brasilia die Auswirkungen von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und anderer Rahmenbedingungen auf die Wasserversorgung in der Zukunft untersucht. Im Januar 2010 wurde das Wasserforschungsprogramm "Agua DF" um 3 Projekte erweitert, die ebenfalls vom BMBF gefördert werden.
Das BMBF hat Brasilien als potenzielles Schwerpunktland für die Internationalisierung der Strategie "Bioökonomie 2030" identifiziert. Brasilien produziert große Mengen an Biorohstoffen und das Land hat langjährige Erfahrungen mit Herstellung und Einsatz des Biotreibstoffs Ethanol. Eine Delegationsreise nach Brasilien im August 2012 hat das beidseitige Interesse und das große Kooperationspotenzial im Themenfeld Bioökonomie bestätigt. In einem Workshop im November 2012 in São Paulo wurden von deutschen und brasilianischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen konkrete Projektideen entwickelt. Das Thema soll zu einem Schwerpunkt der bilateralen WTZ ausgebaut werden.
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