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Ukraine

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine in Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie im Bildungsbereich besitzt eine langjährige Tradition. Die Ukraine ist nach Russland der wichtigste Partner aus den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Die Kooperation gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die herausgehobene Rolle der Ukraine im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.

Politischer Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Grundlage der Zusammenarbeit ist - neben dem 1987 in Kraft getretenen Regierungsabkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UdSSR - die 1993 unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland und des Staatskomitees für Wissenschaft und Technologie der Ukraine über wissenschaftlich-technische Beziehungen". Die darauf basierende Zusammenarbeit wurde in den vergangenen 20 Jahren gefestigt und intensiviert und stellt inzwischen einen festen Bestandteil der internationalen Kooperationsaktivitäten beider Länder dar. Die 9. Tagung der gemeinsamen deutsch-ukrainischen WTZ-Arbeitsgruppe fand im April 2012 in Bonn statt. Seit einer 2011 abgeschlossenen Reorganisation sind die Staatliche Agentur für Wissenschaft, Innovation und Informatisierung und das Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Sport der Ukraine die zentralen Partnereinrichtungen des BMBF.

Schwerpunkte der deutsch-ukrainischen Kooperation

Die Schwerpunkte in der Kooperation mit der Ukraine liegen in den Bereichen

  • Nanophysik/Nanotechnologie einschl. Nanobiotechnologie,
  • physikalische und chemische Technologien,
  • Meeresforschung,
  • Gesundheitsforschung einschließlich Medizintechnik,
  • Umwelt und Nachhaltigkeit.

Kooperationspartner auf deutscher Seite sind traditionell Universitäten und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft; ukrainische Partner sind vor allem die Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften und die Hochschulen. Auf beiden Seiten wächst außerdem die Beteiligung von Unternehmen.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Im Mai 2010 legte das modernste deutsche Forschungsschiff "Maria S. Merian" im Hafen von Sewastopol auf der Krim an. Im Rahmen einer sehr gut besuchten Pressekonferenz an Bord wurden ukrainische Journalisten, darunter Vertreter nationaler Fernsehsender, über die aktuellen Forschungsaktivitäten im Schwarzen Meer informiert. Zusätzlich stellten im Rahmen eines vom BMBF initiierten Workshops deutsche und ukrainische Wissenschaftler ihre Forschungsgebiete und -ausrüstungen vor und schufen damit die Grundlagen für erweiterte und neue zukünftige Kooperationen auf dem Gebiet der Meeresforschung. Als Ergebnis wird in den Jahren 2011 bis 2013 durch das BMBF eine Pilotmaßnahme zur wissenschaftlichen Kooperation in der Meeresforschungzwischen dem Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) auf deutscher Seite und dem Institut für die Biologie der südlichen Meere (IBSS) sowie dem Marinen Hydrophysikalischen Institut in Sewastopol (MHI) -  beides Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine - unterstützt, die auch eine gemeinsame Nutzung deutscher und ukrainischer Forschungsschiff-Kapazitäten vorsieht.

Über eine Pilotmaßnahme zur Bestimmung der Verbreitung von HIV-Infektionen über die Etablierung einer ukrainischen Patientenkohorte unterstützte das BMBF bis März 2012 die Stärkung der Forschungs- und Innovationskompetenz des BMBF-Kompetenznetzes HIV/AIDS. Dabei erhielt die deutsche Seite auch Zugang zu einem wertvollen Datenpool, der die eigenen Erhebungen komplementär ergänzt. Im Herbst 2010 erfolgte zu diesem Zweck die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Universität Bochum und dem Ukrainischen Zentrum für AIDS Prävention.

Förderung der Zusammenarbeit mit der Ukraine

Über das Internationale Büro bezuschusst das BMBF deutsche Hochschulen, außeruniversitäre Einrichtungen sowie kleine und mittelständischeUnternehmen vor allem bei bilateralen Maßnahmen in Wissenschaft und Forschung, die zur Vorbereitung neuer und Intensivierung bestehender Kooperationen oder zur Konzeption und Planung von Projekten und Kooperationen dienen, deren Förderung unter einem BMBF-Fachprogramm oder einem Programm der EU beantragt werden sollen. Eine mit der ukrainischen Seite abgestimmte Bekanntmachung hierzu wurde zuletzt im Herbst 2012 veröffentlicht und fand mit etwa 90 eingereichten Anträgen auf jeder Seite regen Zuspruch. Die deutschen Projektpartner der voraussichtlich unterstützten 30 bilateralen Projekte werden in den Jahren 2013 und 2014 durch das BMBF, die ukrainischen Projektpartner durch die Staatliche Agentur für Wissenschaft, Innovation und Informatisierung der Ukraine gefördert werden.

Zur Unterstützung des BMBF bei der Planung und Umsetzung der Forschungs- und Technologiekooperation mit der Ukraine ist seit Anfang 2010 ein Ansprechpartner für Forschungskooperationen in Kiew tätig. Er sammelt und bewertet Informationen zu Wissenschafts- und Innovationspotenzialen und aktuellen relevanten Entwicklungen in der Ukraine, pflegt kooperationsbezogene Kontakte mit deutschen und ukrainischen Ansprechpartnern in Behörden und Forschungseinrichtungen vor Ort, berät deutsche Akteure und wirkt bei der Organisation von Veranstaltungen in der Ukraine mit.

Zusatzinformationen

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Ansprechpartner

  • Internationales Büro des BMBF beim DLR e.V.

    • Ukraine
    • Dr. Erich Rathske
    • Königswinterer Str. 522 - 524
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: +49 228 3821-1464
    • Faxnummer: +49 228 3821-1400
    • E-Mail-Adresse: erich.rathske@dlr.de
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