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Wisenschaftsjahr 2006 - Jahr der Informatik

Das siebte Wissenschaftsjahr 2006 stand im Zeichen der Informatik. Das BMBF nutzte gemeinsam mit der Initiative "Wissenschaft in Dialog" und anderen Partnern das Informatikjahr für die Vermittlung von Hintergrundwissen rund um die Informatik.

Informatikjahr 2006Produkte und Ergebnisse aus der Informatik sind bestimmend für Produkte und Dienste in allen Bereichen des Alltags - ob Gesundheit, Mobilität, Sicherheit, Sport, Haushalt, Kommunikation oder Kultur.

Ziel des Informatikjahres war es, das Bewusstsein für die zahlreichen Anwendungen und Möglichkeiten der Informatik zu schärfen, die Bedeutung der Informatik als Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zu verdeutlichen und die Faszination einer noch recht jungen Wissenschaft zu vermitteln. Das Informatikjahr regte zum Weiterdenken an und zeigte neue Chancen für Kommunikation, Kreativität, den digitalen Alltag und die Zukunft Deutschlands.

Am Ende des Jahres läßt sich eine überaus positive Bilanz ziehen. In 150 Städten fanden 1.500 Veranstaltugnen statt, die zahlreiche Besucherinnen und Besucher anzogen. Als größter Zuschauermagnet erwies sich der Tag von "Informatik und Motorsport" anläßlich des Formel 1-Rennens am Nürburgring: 10.000 Schülerinnen und Schüler erkundeten am Rand der Rennstrecke, wie Computer in Rennautos und bei Technik und Logistik im Hintergrund wirken.

Science Fiction-Autorenwettbewerb

Der Bayerische Rundfunk und das Online-Magazin Telepolis veranstalteten im Informatikjahr den internationalen Science Fiction-Autorenwettbewerb "what if - Visionen der Informationsgesellschaft". Eingereicht wurden unveröffentlichte Science Fiction Stories oder -Hörspiele. Die zehn besten Beiträge sind nun bei telepolis als Science-Fiction-Reihe erschienen. Gewonnen haben die beiden Nachwuchsschriftsteller Sascha Dickel und Christian von Aster.

Wettbewerb "Informatikjahr sucht den Informatikstar"

Bis Oktober lief die Qualifizierungsrunde im bundesweiten Wettbewerb für Nachwuchs-Musiker im Informatikjahr. Die Aktion "Informatikjahr sucht den Informatikstar" gibt Elektromusik-Newcomern die Chance, ihre Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Die elektronische Musik gilt als wichtiger Impulsgeber für die heutige Musikszene. Die unter anderem durch Kraftwerk, NEU! und CAN bekannten Musiker und erfahrenen Komponisten Michael Rother und Irmin Schmidt begleiten und unterstützen den Wettbewerb. Die Gewinnerin ist Danja Atari. Mit ihrem Song "Shades of July" setzte sich die Künstlerin in dem mehrstufigen Musikwettbewerb im Informatikjahr gegen mehr als 150 Mitbewerber durch. 

RoboCup 2006

Im RoboCup 2006 kämpften 2.500 Besucher aus 36 Nationen um die 33 Weltmeistertitel in den verschiedenen RoboCup-Ligen. Bis zum Finale lieferten sich die Roboter spannende Fußballpartien.

Ausstellung "KunstComputerWerke" im ZKM | Karlsruhe

Ein kultureller Höhepunkt des Informatikjahres war die Ausstellung "KunstComputerWerke" im Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM), Karlsruhe. Dort wurde digitale Medienkunst mit aktuellen Forschungsergebnissen verbunden präsentiert. In der Ausstellung waren unter anderem die Arbeiten der Preisträger des Wettbewerbs "digital sparks 06" des Fraunhofer Instituts für Medienkommunikation zu sehen. Sie zeigten die Welt der digitalen Sinneseindrücke.

Informatik auf dem Nürburgring

Beim Training zum Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring konnten 10.000 Schülerinnen und Schüler am 5. Mai Blicke hinter die Kulissen des Formel-1-Rennsports werfen. Ihre Erkenntnis: Ohne Computer kein Rennen. Über 100 Sensoren in jedem Rennwagen lieferten Daten von allen Systemen des Fahrzeugs. Der Bordcomputer optimiert damit Motor, Fahrwerk und Aerodynamik. Alle Daten wurden per Funk an mehrere Computer in den Boxen der Rennställe übermittelt. Dort waren alle Teams über den Zustand des Fahrzeugs im Bilde und konnten Boxenstopps planen. Spannend war für die Schülerinnen und Schüler auch die Möglichkeit zur Fahrt im Norschleifen-Simulator,  bei dem die Fahrt mit dem virtuellen Rennwagen über den Nürburgring per Computer nachgeahmt wurde.

Aktion in Rostock

Fähre Mecklenburg-Vorpommern im Hafen Rostock-WarnemündeJeden Tag befördert die "Mecklenburg-Vorpommern", das größte Fährschiff der Reederei Scandlines, Züge, Lkws, Autos, Transportgüter und bis zu 600 Passagiere zwischen Rostock und dem schwedischen Trelleborg. Vom Autopiloten, dem Navigationssystem, dem Echografen bis hin zum Check-In der Passagiere sind nahezu die gesamte Schiffstechnik und die Hafenabläufe IT-gesteuert und sichern einen reibungslosen Fährverkehr. Die deutsch-dänische Fährgesellschaft Scandlines war Partner im Informatikjahr - das machte Scandlines mit einem großen Label "Innovativ auf Kurs - dank Informatik" deutlich. Am 24. April gab Scandlines einen Einblick hinter die Schiffskulissen. Bei einem Schiffsrundgang erfuhren zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, was Informatik mit Schiffen und Seefahrt zu tun hat.

Auftaktveranstaltung in Berlin

Eine Veranstaltung mit zahlreichen Gästen am Alexanderplatz in Berlin bildete am 17. Januar 2006 den offiziellen Auftakt zum Informatikjahr 2006. In ihrer Eröffnungsrede betonte die damalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan die Bedeutung der Informatik: "Informatik ist in unserer Gesellschaft unverzichtbar geworden". Viele Alltagsgegenstände enthalten mittlerweile IT-Komponenten und prägen deren Funktion. Wie schon in den voran gegangenen Wissenschaftsjahren geht es auch im Informatikjahr darum, das Interesse an dieser Technologie und der wissenschaftlichen Disziplin zu wecken.

Prof. Dr. Treusch von der Inititative Wissenschaft im Dialog schloss sich mit einem Rückblick auf die bisherigen Wissenschaftsjahre an. Die Öffentlichkeit hat weit positiver als erwartet die Angebote der Wissenschaftsjahre angenommen. Es hat sich gezeigt, dass es ein großes Interesse an Wissenschaft und Forschung gibt. Prof. Dr. Matthias Jarke, Präsident der Gesellschaft für Informatik, schlug einen Bogen von den Anfängen der Informatik zu den Forschungsergebnissen der Zukunft. Mit Projekten wie der elektronischen Gesundheitskarte sieht Jarke gute Ansätze, mit denen sich Deutschland als IT-Standort neu etablieren kann. Prof. Dr. Henning Kagermann, Sprecher des Vorstandes der SAP AG, machte dagegen noch großen Spielraum für innovative Anwendungen der Informatik besonders bei elektronischen Geschäftsprozessen aus. Neue Märkte und damit neue Arbeitsplätze entstehen nicht allein durch neue Produkte, sondern vor allem neuartige, durch Computer unterstützte Geschäftsprozesse. Die sich damit eröffnenden Möglichkeiten werden in Deutschland jedoch noch nicht genutzt, so Kagermann. Prof. Dr. Udo Dahmen, Leiter der Popakademie Baden-Württemberg, schloss die Eröffnung mit einem Beitrag ab, der die Bedeutung des Computers für die Musikbranche beleuchtete. Digitale Musik ist eine spezielle Domäne deutscher Unternehmen. Dank Informatik läßt sich Musik heute zu einem Bruchteil der früher aufzuwendenden Kosten mit sehr hoher Professionalität produzieren. Junge Bands können sich dadurch den Musikmarkt selbst erobern. Der Markt ist damit zugleich einem radikalen Wandel unterworfen.

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