Oft zu kurz und inhaltlich schwach

Tagesmutter konnte bisher fast jede werden, unabhängig von ihrer Ausbildung. Durch zwei neue Gesetze aber werden zumindest Einführungskurse für diejenigen Pflicht, die Kinder außerhalb ihres Haushalts für mehr als 15 Stunden wöchentlich und länger als drei Monate gegen Entgelt betreuen. Die STIFTUNG WARENTEST hat acht Kurse in sieben Bundesländern getestet.

Untersuchung

Viele Tagesmütter sind nicht ausreichend auf ihren Job vorbereitet. Denn längst nicht alle Einführungskurse, die derzeit bundesweit angeboten werden, überzeugen. Manche sind viel zu kurz, andere haben inhaltliche Mängel. Die STIFTUNG WARENTEST hat exemplarisch acht Kurse mit unterschiedlichen Kurskonzepten in sieben Bundesländern untersucht.

Qualitätskriterien

Jeder Kurs wurde einmal von einer geschulten Testperson verdeckt besucht und durch teilstandardisierte Fragebögen dokumentiert. Anhand eines mit Experten erarbeiteten Anforderungsprofils wurde die fachlich-inhaltliche Qualität in punkto Information und Beratung, Kursinhalte, Prüfung und Abschluss bewertet.

Ergebnisse

Die Bandbreite der Anbieter reicht von Kirchen über Tagesmüttervereine bis zu Privatanbietern. Das Ergebnis ist ernüchternd: Sechs und zehn Kursen sind eindeutig zu kurz, um auf den anspruchsvollen Alltag einer Tagesmutter vorzubereiten. So fehlte hier zum Beispiel die Zeit für Rollenspiele oder rechtliche Fragen wurden nicht ausgiebig genug behandelt.

Verbrauchertipps

Wer noch unentschlossen ist und sich erst einmal über Job und Alltag informieren möchte, ist in einem Kurs von 24 bis 30 Stunden Dauer gut aufgehoben. Wer sich bereits für diesen Beruf entschieden hat, sollte einen längeren Kurs von etwa 60 Stunden buchen und darauf achten, dass der Anbieter auch Aufbaukurse anbietet.


Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie hier