Bildung

Bildung in Deutschland 2010

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Hochschulzugangsberechtigung ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen, der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss rückläufig: Der nationale Bildungsbericht "Bildung in Deutschland" belegt, dass das Bildungsniveau in unserem Land steigt. Allerdings zeigt der Bericht auch, dass Benachteiligte noch stärker einbezogen werden müssen.

Im Abstand von zwei Jahren informiert der nationale Bildungsbericht "Bildung in Deutschland" über Entwicklungen im Bildungswesen. Er wird von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. 2010 ist er zum dritten Mal erschienen.
Der Bericht liefert einen Überblick über das gesamte deutsche Bildungswesen. Entsprechend des Konzeptes von Bildung im Lebenslauf erstreckt sich die Berichterstattung von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung. Ein wechselndes Schwerpunktthema widmet sich einer aktuellen Fragestellung. Der dritte nationale Bildungsbericht 2010 stellt "Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel" dar.
Die aktuellen Entwicklungen bestätigen die in den vergangenen Berichten aufgezeigten Trends:

  • Zunehmendes Betreuungsangebot von Kindern unter 3 Jahren und neuer Personalhöchststand bei pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen.
  • Verdoppelung der Schülerinnen und Schüler, die Ganztagsangebote nutzen, mittlerweile arbeitet fast jede zweite Schule des Primar- und Sekundarbereichs I im Ganztagsbetrieb.
  • Steigendes Bildungsniveau: der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Hochschulzugangsberechtigung ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen; zugleich ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss rückläufig; zunehmende Qualifikation zeigt sich vor allem bei Frauen.
  • Höchststand bei der Zahl der Studienanfänger, so dass die Studienanfängerquote mit 43% (2009) deutlich über der Zielmarke von 40% liegt.
  • Verbesserung der Ausbildungsmarktsituation mit einem Rückgang des Übergangssystems.

Der Bericht betont, dass das Bildungssystem einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der neuen Herausforderungen, die durch den demografischen Wandel  für Wirtschaft und Gesellschaft entstehen, leisten muss:

  • Die Bildungsteilnehmer müssen über den gesamten Lebenslauf qualifiziert werden. Die Arbeitskräfteentwicklung macht einen Ausbau von Bildungsangeboten und Qualifizierungsmöglichkeiten auf allen Stufen erforderlich.
  • Die  Kluft in den Bildungsverläufen von Kindern und Jugendlichen, die bestehende Bildungsangebote erfolgreich nutzen, und jenen, bei denen sich schwierige soziale und kulturelle Rahmenbedingungen nachteilig auswirken, muss deutlich verringert werden.
  • Sozial Benachteiligten und Menschen mit Migrationshintergrund muss eine erfolgreiche Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben ermöglicht werden.
  • Auch unter den sich verändernden demografischen Bedingungen der kommenden Jahre muss eine regional ausgewogene Bildungsversorgung sichergestellt werden.
  • In der "alternden Gesellschaft" muss durch eine verstärkte berufsbezogene Weiterbildung das Qualifikationspotenzial der Bevölkerung gesichert und auch die gesellschaftliche Teilhabe der älteren Bevölkerung durch nicht berufsbezogene Weiterbildungsangebote erhöht werden.

Bund und Länder werden die im Bericht genannten zentralen Herausforderungen zum Anlass nehmen, bereits eingeleitete Maßnahmen zu verstärken und - wo geboten - neue Schwerpunkte zu setzen, um die Bildungsangebote zu verbessern und die Qualitätsentwicklung in den verschiedenen Bereichen des Bildungswesens auszubauen.

Das BMBF hat bereits eine Reihe von Initiativen und Programmen angestoßen, um diesen Herausforderungen frühzeitig zu begegnen. Das BMBF wird beispielsweise Bildungsbündnisse stärken, die sich um benachteiligte Kinder kümmern. Das BMBF bündelt mit seiner Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" Förderinstrumente, um Jugendliche ab der 7. Klasse, vor allem an Hauptschulen, bei ihrer Berufswahl und am Übergang Schule - Ausbildung und bis ins erste Ausbildungsjahr zu begleiten und durch Berufseinstiegsbegleiter intensiv individuell zu betreuen. Um die Kapazitäten der Hochschulen zu erweitern, hat der Bund mit den Ländern den Hochschulpakt für mehr Studienplätze geschlossen. Darauf aufbauend stellt der Bund mit einem Qualitätspaket für die Lehre zwei Milliarden Euro für eine Verbesserung der Lehre an den Hochschulen zur Verfügung.

Anlage des nationalen Bildungsberichts

Der dritte nationale Bildungsbericht wurde von unabhängigen Wissenschaftlern unter der Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erstellt. Maßgeblich beteiligt waren das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Hochschulinformationssystem (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.
Der nationale Bildungsbericht ist Bestandteil der Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern nach Artikel 91b Absatz 2 GG. Er wird unter Wahrung der wissenschaftlichen Unabhängigkeit seiner Autoren in Abstimmung mit einer Steuerungsgruppe, in der die Auftraggeber BMBF und KMK vertreten sind, erarbeitet.

Den Bericht sowie weiterführende Materialien und Informationen finden Sie im Internet unter http://www.bildungsbericht.de/.

Bibliografische Angaben

Bildung in Deutschland 2010

Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel

Herausgeber:
Autorengruppe Bildungsberichterstattung im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld
2010, 352 Seiten, 39,90 Euro
ISBN: 978-3-7639-1992-5 zu beziehen über
Internet:  www.wbv.de,
E-Mail: service@wbv.de,
sowie über den Buchhandel

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