OECD-Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Das Hauptziel der OECD ist es, den Mitgliedsländern ein Forum zur Bewältigung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Herausforderungen zu bieten. Dabei strebt die OECD an, das Verständnis der Mitgliedsländer für neue Entwicklungen und Trends zu verbessern und Empfehlungen für die Politikgestaltung zu geben.

Mitglieder

Die 34 Mitgliedsländer sind: USA, Kanada, Mexiko, Chile, Australien, Neuseeland, Japan, Korea, Israel, Norwegen, Island, die Schweiz und die Türkei sowie 21 der derzeit 27 EU-Mitgliedsländer. Dazu gehört auch das OECD-Gründungsmitglied Deutschland (Mitglied in der EU, jedoch nicht in der OECD sind derzeit Bulgarien, Lettland, Litauen, Malta, Rumänien und Zypern). Die europäische Kommission nimmt ebenfalls an der Arbeit der OECD teil. Mit einem Beitritt Russlands wird in den kommenden Jahren gerechnet. 

Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Indien, Indonesien, China und Südafrika (BIICS) haben bisher noch keine Anträge auf Aufnahme in die OECD gestellt. Der OECD-Ministerrat entschied im Jahr 2007, dass die OECD mit diesen Ländern eine vertiefte Zusammenarbeit anstreben solle, auch im Hinblick auf einen möglichen späteren Beitritt. Außerdem entschied der Ministerrat, dass Südostasien eine Region darstelle, die im Hinblick auf die Gewinnung neuer Mitgliedsländer für die OECD von strategischem Interesse sei. Programme zur vertieften Zusammenarbeit werden derzeit entwickelt.

Die OECD erhält durch die Intensivierung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit Nichtmitgliedsländern in der ganzen Welt eine zunehmend globale Ausrichtung.

Aufgaben

In der OECD kommen Regierungsvertreter der einzelnen Länder zusammen, die auf der Grundlage vergleichender Analysen das gesamte Spektrum der politischen Maßnahmen erörtern und teilweise auch koordinieren. Begutachtungen durch gleichrangige Partner und gegenseitiger Austausch bilden die Hauptinstrumente der OECD zur Konzipierung von Politiken, die darauf gerichtet sind, ein möglichst hohes und nachhaltiges Wachstums- und Beschäftigungsniveau sowie einen steigenden Lebensstandard zu erreichen.

Im Mai 2010 begrüßte der Ministerrat einen Bericht zur OECD-Innovationsstrategie, deren Erarbeitung er drei Jahre zuvor in Auftrag gegeben hatte. Die Innovationsstrategie soll eine gemeinsame Vision für nationale Politikgestaltung in Mitgliedsländern wie Nichtmitgliedsländern bieten, wobei die OECD anerkennt, dass die Ausgangssituation in den Ländern sehr unterschiedlich ist.

Im Mai 2010 begrüßte der Ministerrat die neue OECD-Strategie für umweltverträgliches Wachstum sowie den Bericht "Towards Green Growth". Allen Ländern, die auf der Suche nach neuen Quellen für Wachstum und Beschäftigung sind, empfiehlt die OECD, sich einer umweltverträglichen "grünen" Wirtschaft zuzuwenden. Dazu müssen Innovation, Investitionen und Unternehmertum gezielt genutzt werden. Umweltverträgliches Wachstum wird in die laufenden OECD-Arbeiten integriert, z.B. in Länderberichte, Indikatoren und Arbeiten zur Entwicklungszusammenarbeit.

Das BMBF nutzt die OECD als Arena, um im Bereich der Bildungs- und Forschungspolitik aktiv Regelungen, Themenstellungen und Diskussionen aus der nationalen in die internationale Debatte einzubringen, wissenschaftlich untermauern zu lassen und Rückwirkungen auf die nationale Diskussion zu erzielen.

Bildungsbereich

Der steigenden Bedeutung der bildungspolitischen Arbeit in der OECD wurde mit der Ausgründung des Direktorates für Bildungswesen im Jahr 2002 Rechnung getragen. Abgestimmt wird das Arbeitsprogramm für die vorwiegend bildungspolitisch ausgerichteten Projekte im Bildungspolitikausschuss (EDPC). Das Zentrum für Bildungsforschung und -innovation (CERI) bearbeitet ein eigenes Arbeitsprogramm mit Bildungsforschungsprojekten, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte mit einschließt. Es wird vom CERI Governing Board gesteuert.

Deutschland beteiligt sich durch Mitarbeit in den zuständigen Gremien an der Gestaltung und Weiterentwicklung der Flaggschiffveröffentlichung des Bildungsdirektorats, "Bildung auf einen Blick" ("Education at a Glance"). Das BMBF veröffentlicht zusätzlich die wichtigsten Ergebnisse in Bezug auf Deutschland (Siehe Wesentliche Aussagen 2011).

Deutschland beteiligt sich auch an dem Programm PISA (Programme for International Student Assessment), der weltweit bekannten internationalen Schulleistungsstudie, die die Kompetenzen von 15-jährigen in den Kernbereichen Mathematik, Leseverständnis und Naturwissenschaften misst. Vor allem im Zuge der PISA-Diskussion genießen die Arbeiten der OECD im Bildungsbereich eine große Aufmerksamkeit in Deutschland und haben bedeutende Rückwirkungen auf die bundesdeutsche Bildungsdiskussion. Sie bieten für die Bundesregierung, für die Bundesländer und für die Öffentlichkeit wichtige Erkenntnisse im Zuge der Reformdiskussion des deutschen Bildungssystems.

Deutschland beteiligt sich an einem neuen OECD-Projekt zur Ermittlung von Kompetenzen der erwachsenen Bevölkerung (PIAAC). Außerdem ist Deutschland in einer nationalen Expertengruppe vertreten, die in beratender Funktion am Design einer Machbarkeitsstudie zu Leistungstests im Hochschulbereich (AHELO) mitarbeitet.

In der Programmphase 2009-10 hat Deutschland an dem OECD-Projekt "Learning for Jobs - The OECD Policy Review of Vocational Education and Training" teilgenommen. Hintergrund des Projektes ist eine Entscheidung der OECD-Bildungsminister aus dem Jahr 2005, Berufsbildung zu einer Priorität im OECD-Bildungsbereich zu machen. Im Rahmen der inzwischen abgeschlossenen internationalen Studie hat die OECD im Projektzeitraum Erhebungen in insgesamt 16 Staaten - darunter auch Deutschland - zum Berufsbildungssystem durchgeführt. Die Ergebnisse (siehe Länderberichte und Zusammenfassungen) sind im September 2010 auf einer internationalen Konferenz zur Zukunft der Beruflichen Bildung in Leipzig vorgestellt worden, die das BMBF gemeinsam mit der OECD durchgeführt hat.

Forschungsbereich

Das Direktorat für Wissenschaft, Technologie und Industrie der OECD erarbeitet Studien und wissenschaftspolitische Empfehlungen zu ausgewählten Bereichen der nationalen und multinationalen Wissenschaftspolitik. Das Arbeitsprogramm wird im Ausschuss für Wissenschafts- und Technologiepolitik (CSTP) festgelegt, der das Global Science Forum  (GSF) sowie Arbeitsgruppen zu Wissenschafts- und Technologieindikatoren (NESTI), zur Technologie- und Innovationspolitik (TIP), zur Biotechnologie (WPB), zur Nanotechnologie (WPN), zu Forschungsinstitutionen und Humanressourcen (RIHR) sowie eine Steuerungsgruppe zur Governance internationaler Zusammenarbeit zu Forschung, Technologie und Innovation für Globale Herausforderungen (STIG) eingerichtet hat. Deutschland ist derzeit in allen Arbeitsgruppen vertreten. Diese führen jeweils eine Reihe multinationaler Projekte durch. So initiierten bspw. die deutsche und spanische Delegationen im GSF ein Projekt zur "Erleichterung internationaler Kooperationen bei nicht-kommerziellen klinischen Studien". 2011 veröffentlichte das GSF bereits Studien zur Etablierung großer internationaler Forschungsinfrastrukturen und zu Forschungskooperationen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

Deutschland beteiligt sich ebenfalls an der Erarbeitung der Flaggschiffveröffentlichung "Science, Technology and Industry (STI) Outlook", die alle zwei Jahre publiziert wird. Mit einbezogen werden auch die sechs aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, China, Indien, Indonesien, Russland und Südafrika. Die im Dezember 2010 erschienene neueste Ausgabe des STI Outlook, die ins Deutsche übersetzt wurde, enthält unter anderem:

  • Eine Analyse der wichtigsten globalen Trends und Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung und Innovation,
  • Eine vergleichende Zusammenstellung von Trends in den nationalen Wissenschafts- und Innovationspolitiken in OECD-Mitgliedsländern sowie den Ländern der vertieften Zusammenarbeit,
  • Länderkurzprofile zu Stärken und Schwächen dieser Länder.

Die Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sieht schon seit 2008 eine verstärkte Zusammenarbeit Deutschlands mit Entwicklungs- und Schwellenländern vor. Seit kurzem liegt auch in der OECD ein verstärktes Augenmerk auf der Bedeutung von Innovation für Entwicklungs- und Schwellenländer. Dazu hat die OECD gemeinsame Veranstaltungen mit der Weltbank sowie der UNESCO durchgeführt.

Aktuelle Entwicklungen

Derzeit bereitet das Bildungsdirektorat der OECD ein neues Projekt im Bereich der beruflichen Bildung vor. Unter dem Titel "Skills beyond School" soll dabei vor allem die Phase im Anschluss an die berufliche Erstausbildung hinsichtlich der Weiterbildungsmöglichkeiten, deren Qualität und Arbeitsmarktbezug im Fokus stehen. Bund und Länder nehmen gemeinsam an der auf zwei Jahre (2011/12) angelegten Studie teil.

Ein besonderes Interesse Deutschlands besteht an Fragen der Governance multinationaler Forschungszusammenarbeit. Denn die Bundesregierung hat in ihrer Internationalisierungsstrategie die Absicht bekräftigt, zur Lösung globaler Herausforderungen auf eine verstärkte internationale Forschungszusammenarbeit zu setzen. Auf deutsche Initiative hin hat die OECD 2009 eine umfassende Aktivität begonnen. Ziel des Vorhabens ist es, in einem internationalen Forschungsnetzwerk wissenschaftliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Formen multilateraler Kooperation in Forschung, Technologie und Innovation besonders geeignet sind, globale Herausforderungen wie Klimawandel, Energieknappheit, Nahrungsmittelkrisen oder grenzüberschreitende Infektionskrankheiten anzugehen. Auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen ab 2012 Empfehlungen des OECD-Ministerrats für die multilaterale Forschungskooperation entwickelt werden. Die wissenschaftliche Koordination des Forschungsnetzwerkes wurde durch das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) übernommen, das mit einer Förderung des BMBF gleichzeitig auch den deutschen Expertenbeitrag leistet.

Neue Perspektiven für die OECD-Aktivitäten im Wissenschaftsbereich wurden durch das OECD-Global Forum on the Knowledge Economy "Better Innovation Policies for Better Lives" in 2011 entwickelt. Auf Einladung des BMBF hin hielt das OECD Global Science Forum GSF seine 25. Sitzung am 27. und 28. Oktober 2011 in Berlin ab. Das BMBF wird auch 2012 im Vorstand des Global Science Foum vertreten sein.

Das BMBF, das japanische Forschungsministerium MEXT sowie das unter dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm etablierte Netzwerk SEA-EU-NET finanzieren gemeinsam eine OECD-Studie zu Innovationssystemen in Südostasien.

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