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Technologievorausschau und Technologiebeobachtung

Technologievorausschau und -beobachtung spielt für Länder eine Rolle, die den Anschluss im internationalen Technologiewettlauf und die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht verlieren wollen. Diese Vorausschau dient dazu, Technologien zu identifizieren, die für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sein werden. Mit dem gewonnenen Wissen werden Prioritäten in der Forschungs- und Technologiepolitik gesetzt. In Vorausschau-Aktivitäten dieser Art werden Wissenschaftler und Experten aus der Industrie sowie anderen gesellschaftlichen Gruppen einbezogen. Das BMBF hat im September 2007 einen neuen Prozess zur Technologievorausschau gestartet.

Vor dem Hintergrund begrenzter staatlicher FuE-Budgets und dem Interesse, im internationalen Technologiewettlauf den Anschluss bzw. die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu verlieren, engagieren sich immer mehr Länder in Aktivitäten der Technologievorausschau und -beobachtung. Sie erhoffen sich davon, die Technologien zu identifizieren, die für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sein werden und damit Hinweise für die zukünftige Prioritätensetzung in ihrer Forschungs- und Technologiepolitik gewinnen zu können.

Gemeinsam ist allen Vorausschau-Aktivitäten, dass sie in mehr oder weniger großem Umfang als Prozess organisiert werden, in den möglichst viele Wissenschaftler und Experten aus Industrie und Administration, aber auch Vertreter anderer gesellschaftlicher Gruppen einbezogen werden.

Technologiefrüherkennung und Technologievoraussschau geschieht für und mit dem BMBF als dauerhafter Prozess sowohl auf der Ebene der Fachabteilungen und -referate, wie auch als Querschnittsuntersuchungen auf nationaler wie auch internationaler Ebene, etwa der EU. Beispiele hierfür die die Nano-Roadmaps der EU, die Mini-Delphi-Studie zu "Elektronik der Zukunft", sowie "Potenziale und Trends in der Bionik". Dabei werden neben der Darstellung von Fakten auch Grenzwerttechnologien und das Potenzial für den Standort Deutschland untersucht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat vor Jahren damit begonnen, neben den in den Fachabteilungen durchgeführten Prozessen unterschiedliche Prozesse der Technologievorausschau zu initiieren, um Orientierungswissen für die strategische Programmplanung insgesamt zu generieren. Hierzu gehörte etwa "Technologie am Beginn des 21. Jahrhunderts" (1991-1992). Die erste deutsche Delphi-Studie zur Entwicklung von Wissenschaft und Technik wurde im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (FhG-ISI) 1992/93 erstellt. Diese Studie war eine Kooperation mit dem Nationalen Institut für Wissenschafts- und Technologiepolitik (NISTEP) in Tokio. Im Anschluss daran entstanden die Studien "Delphi `93" (1992-1993) und "Delphi `98" (1996-1998). Von 2001 bis 2005 initierte das BMBF mit dem "Forschungsdialog Futur" einen Foresight Prozess, bei dem besonders die partizipativen Aspekte betont wurden. Anders als bei den stark auf wissenschaftliche Expertise setzenden Delphi-Befragungen war es das Ziel bei "Futur", mit einem großen Akteurskreis aus allen Teilen der Gesellschaft Forschungsthemen zu erarbeiten, die in konkrete Forschungsfördermaßnahmen umgesetzt werden können.

Die große Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag zum Instrument der Technologievorausschau bekannt. Das BMBF hat am 1. September 2007 einen neuen Forsight-Prozess zur Vorausschau gestartet, und dafür folgende Ziele definiert:

  • Identifizierung neuer Schwerpunkte in Forschung und Technologie
  • Benennung von Gebieten für Forschungs- und Innovationsfelder übergreifende Aktivitäten
  • Potenzialanalyse, in welchen Technologie- und Innovationsfeldern strategische Partnerschaften möglich werden können sowie
  • Ableitung prioritärer Handlungsfelder für Forschung und Entwicklung

Der neue Foresight-Prozess, mit dessen Umsetzung und Weiterentwicklung das Konsortium der Fraunhofer Institute für System- und Innovationsforschung (ISI) und für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) beauftragt wurde, verknüpft mit seiner integrierten Vorgehensweise Foresight und Monitoring. Vorliegende Erfahrungen aus Foresight-Ansätzen einschließlich bekannter Recherchestrategien sowie andere Methoden aus der Innovationsforschung (z. B. Bibliometrie, Interviews und Befragungen) werden für den Blick in die Zukunft ebenso berücksichtig wie neue, kreative Methoden (u.a. Workshops, Zeitreisen, Inventorenscouting und Konzepte). Der Blick zurück aus der Zukunft sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen aus heutiger Sicht runden die Vorgehensweise. Im Zuge des neuen BMBF-Foresight-Prozesses wird der persönlicher Dialog mit nationalen und internationalen Experten und Entscheidungsträgern angestrebt. Vor allem die Kooperation mit den nationalen Forschungsorganisationen sowie anderen institutionellen Akteuren und Prozessen aus den Feldern der Zukunfts- und Innovationsforschung wird angestrebt.

Unterstützt wird der Technologievorausschauprozess des BMBF von der deutschen Forschungslandschaft. Im "Pakt für Forschung und Innovation" haben Bund und Länder mit den deutschen Forschungsorganisationen vereinbart, dass vorausschauend strategisch neue Forschungsbereiche zu erschließen und dabei auch die Chancen für risikoreiche und unkonventionelle Forschungsansätze zu erhöhen sind.

Ergänzt wird die Technologievorausschau durch das Konzept "Innovations- und Technikanalyse", das an einem kürzeren Zeitraum für Vorausschau und Analyse und einer stärkeren Orientierung an konkreten Handlungsoptionen orientiert ist. Die Innovations- und Technikanalyse des BMBF zielt darauf ab, Felder des gesellschaftlich erwünschten technologischen Fortschritts zu identifizieren, Gestaltungspotenziale aufzuzeigen, sowie politische Handlungsspielräume und -optionen für Forschung und Innovation zu benennen. BMBF lässt darin die Funktionsweisen und den Wandel von Forschungs- und Innovationssystemen untersuchen. Es erforscht die vielfältigen Institutionen, Instrumente und Strategien in Wirtschaft, Wissenschaft und Staat, die Wissen und technologische Innovationen hervorbringen oder daran mitwirken. Daneben führt BMBF generelle Analysen und Untersuchungen speziell zu einzeln Technologiefeldern durch. ITA soll in einer hoch technisierten Gesellschaft Orientierung bieten und einen Beitrag zur Förderung einer menschen- und sozialgerechten, sowie umweltverträglichen Technikgestaltung leisten. ITA-Studien und -Projekte sollen innovations-, handlungs- und zukunftsorientierte Fragestellungen aufgreifen und einen Beitrag zur Versachlichung von kontroversen Diskussionen leisten. Im Rahmen von ITA werden interdisziplinär angelegte Studien gefördert. Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einer Bewertung neuer, zukunftsträchtiger Technologien.

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    Internationale Technologieprognosen im Vergleich

    Die 2006 fertig gestellte Studie "Technologieprognosen im internationalen Vergleich" des VDI im Auftrag des BMBF untersucht die Forschungsprogramme der Länder China, Dänemark, Indien, Großbritannien, Kanada, Südafrika, Südkorea und den USA. Die Analyse liefert die großen Forschungstrends für die kommenden Jahre. Daraus lassen sich auch wichtige Hinweise auf die Entwicklungsdynamik der nationalen Innovationssysteme ablesen. (PDF, 1,4 MB)
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/6358.php)
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    Internationale Technologieprognosen im Vergleich

    Analyse der Forschungsprogramme ausgewählter Länder. 2004, mit einer zweiten Studie fortgesetzt 2006. Studie des VDI im Auftrag des BMBF. (PDF, 350 KB)
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/6356.php)

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