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Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco)

Deutschland wurde sechs Jahre nach der Gründung der Unesco 1945 als Mitgliedstaat aufgenommen und konnte so den nationalen Fachverbänden für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Publizistik ermöglichen, in den entsprechenden Weltverbänden mitzuarbeiten.

Die Unesco ist eine rechtlich selbstständige Sonderorganisation der Vereinten Nationen (VN). Sie hat die Aufgabe, „durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen". Die Unesco (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) wurde 1945 gegründet. Deutschland gehört seit 1951 zu den Mitgliedstaaten der Unesco. Die Organe der Unesco sind die Generalkonferenz (Mitgliederversammlung), die alle zwei Jahre stattfindet, der Exekutivrat mit 58 Mitgliedern, der zweimal jährlich zusammentritt und das Sekretariat in Paris, an dessen Spitze die Generaldirektorin Irina Bokova steht.

Bildung

Bildung stellt für die Unesco die Basis für Entwicklung und Frieden dar. Im VN-System koordiniert die Unesco das Aktionsprogramm „Bildung für alle“. Dieses Programm wurde auf dem Weltbildungsforum in Dakar im Jahr 2000 gestartet und soll dazu führen, bis zum Jahr 2015 weltweit sechs wichtige Bildungsziele zu erreichen, darunter Grundschulbildung für alle und Verringerung der Analphabetenrate.

Derzeit arbeiten die Vereinten Nationen für die Zeit von 2015 bis 2030 an der Post-2015-Entwicklungsagenda. Mit der Agenda sollen universelle Ziele nachhaltiger Entwicklung festgelegt werden, die die bis dahin gültigen Millenniumsentwicklungsziele ablösen.

Acht Unesco-Lehrstühle in Deutschland sind Teil eines weltweiten Netzwerks zur Hochschulkooperation (UNITWIN), in dem derzeit über 600 Unesco-Lehrstühle in über 120 Ländern kooperieren.

In Deutschland sind zwei Bildungseinrichtungen der Unesco ansässig: Seit 1951 ist das Unesco-Institut für Lebenslanges Lernen (vormals Unesco-Institut für Pädagogik (UIP)) in Hamburg angesiedelt. Das Institut trägt zur Umsetzung des Unesco-Programms "Bildung für alle" und der VN-Weltdekade der Alphabetisierung bei. Es beschäftigt sich mit der Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen.

Das Internationale Unesco-Zentrum für Berufsbildung (Unevoc) arbeitet seit dem Jahr 2000 mit Unterstützung der Bundesregierung in Bonn. Ziel des Instituts ist es, weltweit die Entwicklung von Berufsbildungssystemen zu unterstützen und die regionale und internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zu fördern. Zu seinem weltweiten Netzwerk zählt neben dem Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn seit 2010 auch das Unevoc-Zentrum Magdeburg "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung".

Wissenschaft

Wegen der hohen Geschwindigkeit des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts in den Lebenswissenschaften besteht heute ein enormer Bedarf an internationaler Abstimmung über Werte und Normen auf diesem Feld. Deutschland wirkt deshalb in zahlreichen Forschungsprojekten, Ausschüssen und Kommissionen („Internationaler Ausschuss für Bioethik“, „Zwischenstaatlicher Ausschuss für Bioethik“ und „Weltkommission für Wissenschafts- und Technologieethik“), am Wissenschaftsprogramm der Unesco mit:

Die Unesco unterstützt mit zahlreichen langfristigen wissenschaftlichen Programmen die Erforschung und den Schutz der Lebensumwelt des Menschen unter. anderem. mit dem Programm „Der Mensch und die Biosphäre“. Die Vereinten Nationen verliehen den Biosphärenreservaten zusätzlich Gewicht, indem sie die Jahre 2011 bis 2020 zur UNVN-Dekade der Biodiversität erklärten.

Weitere internationale Zusammenarbeit in der Umweltforschung erfolgt durch die „Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission“ zur Meeresforschung, durch das „Internationale Geologische Korrelationsprogramm“ zur Erforschung erdgeschichtlicher Vorgänge sowie durch das „Internationale Hydrologische Korrelationsprogramm“ zur Erforschung des Wasserkreislaufs und zur vernünftigen Bewirtschaftung von Wasservorräten.

Seit 2004 existiert das „Internationale grundlagenwissenschaftliche Programm“, bei dem Bereiche wie Chemie, Physik, Mathematik und bestimmte Ingenieurwissenschaften abgedeckt werden, die nicht in die Zuständigkeitsbereiche anderer VN-Organisationen fallen.

Außerdem fördert die Unesco durch das „Programm zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels“ interregional vernetzte und vergleichbare sozialwissenschaftliche Forschungsvorhaben unter. anderem. zu Fragen der Verstädterung, des Zusammenlebens in kultureller Vielfalt und der Migration.

Kultur, Kommunikation und Information

Die Unesco ist im VN-System die einzige Fachorganisation mit Kulturkompetenz. Ihre Hauptaufgaben sind Schutz und Erhaltung des kulturellen Erbes, Bewahrung und Förderung der kulturellen Vielfalt und der Dialog zwischen den Kulturen.

Die Unesco unterstützt weltweit den Zugang zu Information und Wissen für alle. Sie fördert die Informationstechnologie, um die "digitale Kluft" zwischen armen und reichen Ländern zu überwinden. Mit dem Aufbau unabhängiger Medien in Entwicklungsländern trägt sie zu einer vielfältigen Presse bei.

Nationalkommission

Die Deutsche Unesco-Kommission hat als Mittlerorganisation der auswärtigen Kulturpolitik die Aufgabe, die Bundesregierung und die übrigen zuständigen Stellen zu beraten, an der Verwirklichung des Unesco-Programms in Deutschland mitzuarbeiten, die Öffentlichkeit darüber zu informieren und Fachorganisationen, Institutionen und Experten mit der Unesco in Verbindung zu bringen.

Zusatzinformationen

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