Deutschland braucht einen Innovationsschub, denn nur mit einer konsequenten Innovationspolitik geht Deutschland gestärkt aus der Krise heraus. Die Bundesregierung hat rechtzeitig die Weichen für neues Wachstum und Beschäftigung in Deutschland gestellt. Gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft werden Zukunftsmärkte wie z. B. Klimaschutz, Energie oder Gesundheit weiter ausgebaut. "Wer jetzt an Forschung und Innovation spart, verspielt ein Stück Zukunft", so Bundesforschungsministerin Schavan. Der heute beschlossene Bericht der Bundesregierung "Forschung und Innovation für Deutschland" zieht eine positive Bilanz.
Mit der positiven Bilanz der Forschungs- und Innovationspolitik hat Deutschland gute Chancen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. In den vergangenen Jahren sind die Weichen zugunsten von Wissenschaft, Forschung und Innovation neu gestellt worden. Dies geht aus dem in der heutigen Kabinettssitzung beschlossenen Bericht der Bundesregierung "Forschung und Innovation für Deutschland" hervor.
Mit einer deutlichen Erhöhung der Bundesmittel für Forschung und Entwicklung (FuE) und insbesondere mit dem zentralen Instrument Hightech-Strategie wurden in den vergangenen Jahren wichtige Voraussetzungen für Wege aus der Wirtschaftskrise und für ein neues Wachstum geschaffen. Seit 2005 hat die Bundesregierung die jährlichen FuE-Investitionen von 9 Milliarden auf rund 12 Milliarden Euro im Jahr 2009 erhöht. Auch die Konjunkturpakete sehen erhebliche Investitionen in Bildung, Forschung und Innovationen vor und schaffen wichtige Voraussetzungen zur Modernisierung des deutschen Bildungs- und Forschungssystems und zur Konjunkturstützung und -belebung.
"Angesichts der aktuellen Prioritätensetzung auf Forschung und Innovationen weltweit dürfen wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen unsere Anstrengungen ausbauen. Nur so können wir unsere gute Position in der Welt halten, sagte Schavan.
Vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise haben auch die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den deutschen Unternehmen erheblich an Dynamik gewonnen. Sie haben in den letzten Jahren ihre FuE-Tätigkeit stärker gesteigert als in der ersten Hälfte des Jahrzehnts. Auch die Planzahlen der Wirtschaft für 2008 waren positiv. "Jetzt geht es darum, dass die Unternehmen ihr Bekenntnis zu Forschung und Innovation in ihre Unternehmensentscheidungen umsetzen", sagte Ministerin Schavan.
Durch den massiven Ausbau der staatlichen Förderung konnte auch die deutsche Wissenschaft erheblich an Profil gewinnen. Deutschland ist durch die Exzellenzinitiative, den Hochschulpakt und den Pakt für Forschung und Innovation als Wissenschaftsstandort attraktiver geworden. Davon wiederum partizipiert die deutsche Wirtschaft, die sich in den vergangenen Jahren auf weltweiten Technologiemärkten hervorragend aufgestellt hat.
Die Bundesregierung setzt den eingeschlagenen Weg auch in der aktuellen Krise konsequent fort und schafft jetzt die Voraussetzungen für die anstehende Innovationswelle, die durch technologische und gesellschaftliche Veränderungen die nächste Dekade bestimmen werden.
Leitgedanke ist und bleibt, den Wohlstand durch Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung zu sichern. Aus diesem Grund verfolgt die Bundesregierung mit der Hightech-Strategie zwei zentrale Ziele. Zum einen werden mit modernen Technologien und Dienstleistungen weltweite Wettbewerbsvorteile für deutsche Unternehmen erzeugt. Schon in den letzten Jahren sind die neuen Arbeitsplätze überwiegend in diesen Bereichen geschaffen worden.
Gleichzeitig leisten Forschung und Innovation in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Lösung der globalen Herausforderungen: Klimawandel, Energieeffizienz und Ressourcenschonung, Schutz und Erhalt der Gesundheit einer alternden Gesellschaft in einer globalisierten Welt und bei einer wachsenden Weltbevölkerung, umwelt- und nutzergerechte Mobilität sowie eine geänderte Sicherheitslage.
Das Gutachten macht aber auch den künftigen Handlungsbedarf deutlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Innovationssystems zu sichern. Die aktuelle Lage ist Herausforderung und Chance zugleich. Um diese Potenziale nutzen zu können braucht Deutschland jetzt einen weiteren Schub für Innovationen und Technologie. "Nur eine gesteigerte Innovationskraft erzeugt die Grundlage für neues Wachstum, künftige Arbeitsplätze und künftigen Wohlstand", sagte Schavan.
Mit ihrem Bericht nimmt die Bundesregierung Stellung zum Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), das am 4. März 2009 der Bundeskanzlerin übergeben wurde. Die Experten unterstützen darin die Grundlinien der Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung. Sie sehen aber auch weiteren Handlungsbedarf: insbesondere den Ausbau des Bildungssystems, eine weitere Intensivierung des Wissens- und Technologietransfers sowie ein innovationsförderndes Steuersystem und vor allem die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung.
Den Bericht der Bundesregierung "Forschung und Innovation für Deutschland" finden Sie im Internet unter: http://www.bmbf.de/pub/forschung_und_innovation_fuer_deutschland.pdf
Dynamik und Erfolge der Forschungs- und Innovationspolitik 2005 bis 2009
- Mit Forschung, Wissen und Innovation wächst die Beschäftigung
- Der Beschäftigungsaufbau von 2005 auf 2007 im produzierenden Gewerbe um 43.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte geht allein auf forschungs- und wissensintensive Branchen zurück. Wissensintensive Dienstleistungen stellten trotz Rückgängen bei den Finanzdienstleistungen ebenfalls zusätzlich 43.000 Beschäftigte ein.
- Von einer positiven Beschäftigungsentwicklung haben in den vergangenen Jahren vor allem Hochqualifizierte profitiert. Der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss in der deutschen Wirtschaft ist von 6,9 % im Jahr 1998 auf 8,6 % im Jahr 2007 gestiegen. Der langfristige Trend zeigt, dass mehr Beschäftigung in Deutschland auf hochqualifizierte, mit Forschung, Entwicklung und Innovation verknüpfte Tätigkeiten aufbaut.
- Zusätzliches FuE-Personal geschaffen
- Noch nie waren in den öffentlichen Forschungseinrichtungen und an den Hochschulen in Deutschland so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Forschung und Entwicklung befasst wie im Jahr 2007. Die FuE-Personalkapazität entsprach rd. 179.000 Vollzeitstellen. Die positive Haushaltsentwicklung in den Jahren 2008 und 2009 lässt eine weitere Steigerung um 20.000 bis 30.000 Beschäftige erhoffen.
- Laut Stifterverband plante die Wirtschaft im Jahr 2008 etwa 322.000 hochqualifizierte Fachkräfte im FuE-Bereich zu beschäftigen. Das ist eine Steigerung gegenüber 2005 um 6 %.
- Im Wirtschaftszweig Forschung und Entwicklung, der vor allem die öffentlichen und privaten Forschungsunternehmen (ohne Hochschulen) umfasst, stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juni 2008 gegenüber 2005 um etwa 15 % auf rd. 162.000.
* Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes
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