Hightech-Strategie

Versorgungsnahe Forschung

Deutschland hat eine anerkannt gute medizinische Versorgung. Dennoch werden immer wieder Fehlversorgungen festgestellt - zu oft bei wichtigen Volkskrankheiten. In der Vergangenheit konzentrierte sich die Forschung zumeist auf die medizinische Versorgung oder die Rehabilitationsforschung. Die Versorgungsforschung untersucht nun die Versorgung der Patienten unter Alltagsbedingungen. Der neue Förderschwerpunkt "Patientenorientierung und Chronische Krankheiten" stieß 2006 auf große Resonanz: Ingesamt wurden knapp 390 Antragsskizzen eingereicht, 42 dieser Vorhaben können gefördert werden. Diese hohen Zahlen belegt das enorme Innovationspotenzial für die Patientenorientierung und die Versorgung.

Betroffene von chronischen Erkrankungen und Behinderungen werden meist durch zahlreiche unterschiedliche Einrichtungen behandelt, deren Leistungen durch verschiedene Sozialversicherungsträger finanziert werden. Dennoch konzentrierte sich in der Vergangenheit die Forschung zumeist isoliert auf einzelne Bereiche. Um dies zu ändern, haben Bundesregierung und Sozialversicherungsträger 2006 ein neues Bündnis für die Versorgungsforschung geschlossen.

Damit stehen erstmals gezielt Fördermittel für medizinische, rehabilitative und sektorenübergreifende Fragestellungen zur Verfügung. Beteiligt sind die Bundesministerien für Bildung und Forschung, für Gesundheit sowie für Arbeit und Soziales, die Deutsche Rentenversicherung, die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. Insgesamt stehen bis 2012 rund 21 Millionen Euro zur Verfügung. Eine solche Förderinitiative ist in Deutschland bisher einmalig. Mit ihr wird eine auf eine übergreifende Versorgung ausgerichtete Forschung etabliert. Dabei stehen mit den Schwerpunkten "Chronische Erkrankungen" und "Patientenorientierung" der Patient und die Patientin im Mittelpunkt der Forschung.

Patientenorientierung trifft auf riesige Resonanz

Der neue Förderschwerpunkt zur versorgungsnahen Forschung stößt auf große Resonanz. Ingesamt wurden knapp 390 Antragsskizzen zu dem vom BMBF, der Deutschen Rentenversicherung, den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen und dem Verband der privaten Krankenversicherung e.V. gemeinsam initiierten Förderschwerpunkt eingereicht. Diese außergewöhnlich hohe Zahl von Anträgen belegt das große Interesse am Thema und das enorme Innovationspotenzial, das derzeit in der Patientenorientierung sowohl in der Wissenschaft als auch in der Versorgung zu beobachten ist. Aus den zahlreichen Anträgen wurden 42 Projekte zur Förderung ausgewählt.

Chronische Krankheiten bestimmen - wesentlich bedingt durch die demographische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt - mehr und mehr das Krankheitsgeschehen. Komplexe Krankheitsverläufe stellen die kurative und rehabilitative Versorgung vor neue Herausforderungen. Mit ihnen wächst die Dringlichkeit zu einer konsequenten Patienten- bzw. Nutzerorientierung.

Patientenorientierung im Bereich der Versorgung von chronisch kranken Menschen steht für eine doppelte Perspektive:

  • Auf der einen Seite für die Ausrichtung der Versorgungssysteme, der Leistungserbringer und der Leistungen selbst auf die individuellen Patientenbedürfnisse.
  • Auf der anderen Seite steht Patientenorientierung für Versorgungsstrukturen zur Unterstützung von Selbstmanagement und Selbstverantwortung der Betroffenen. Wichtige Themen sind gezielte Patienteninformationen und effiziente Schulungsprogramme für chronisch kranke Menschen.

Das Thema findet immer mehr Beachtung in der Gesundheitsversorgung. Mit der Förderung erhält die Wissenschaft die Chance, die besten Konzepte in der Alltagspraxis auf ihre Effekte und Wirksamkeit zu prüfen.

Wie Schulungskonzepte in der Rehabilitation evaluiert werden können, wie innovative Wege der Patienteninformation im Krankenhaus aussehen und wie Patientenwünsche in der Allgemeinarztpraxis einbezogen werden können - das sind nur einige Bereiche, die Wissenschaftler demnächst untersuchen wollen. Zahlreiche Anträge widmen sich außerdem Forschungsprojekten einer patientenorientierten Versorgung, die die Grenzen der unterschiedlichen Versorgungssektoren überwindet und diese Sektoren miteinander vernetzt. So trägt der Förderschwerpunkt "Versorgungsnahe Forschung" dazu bei, das komplexe Versorgungsgeschehen für chronisch kranke Menschen wirksamer und besser überschaubar zu machen. Die Patienten werden selber aktiver in die eigene Gesundheitsversorgung einbezogen.

  • Forschung

    Versorgungsforschung

    Das BMBF hat zusammen mit den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) eine Forschungsförderung über sechs Jahre mit einem Fördervolumen von insgesamt sechs Mio. Euro vereinbart. Um diese Förderung umzusetzen wurden drei Bekanntmachungen veröffentlicht. Insgesamt wurden bis Mitte 2007 30 Vorhaben gefördert. zur Verfestigung der aufgebauten Forschungsstrukturen etabliert das BMBF zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung und den Spitzenverbänden der gesetzlichen und der privaten Krankenkassen einen weiteren Förderschwerpunkt zur versorgungsnahen Forschung.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12060.php)
  • Forschung

    Pflegeforschung

    Die bessere medizinische Versorgung und eine zunehmende Lebenserwartung, die geringere Verweildauer in Krankenhäusern und andere Entwicklungen führen zur vermehrten Nachfrage nach Pflegeleistungen. Somit kann die Pflege nicht mehr ausschließlich nach traditionellen Vorbildern organisiert und praktiziert werden. Effektives und effizientes pflegerisches Handeln erfordert eine Kombination aus wissenschaftlich abgesicherten Handlungsanleitungen und herkömmlichem Erfahrungswissen. Veränderungen und Fortschritt sind auf die Forschung angewiesen. Daher fördert das BMBF seit 2004 Verbünde in der Pflegeforschung mit über neun Mio. Euro.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12057.php)

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(URL: http://www.bmbf.de/en/6647.php)

Publikationen

  • Von der Forschung in die Versorgung

    Titelbild der Publikation

    Kompetenznetze in der Medizin

    2006, 100 Seiten

    Download [PDF - 1,99 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/von_der_forschung_in_die_versorgung.pdf)

  • Versorgungsforschung

    Titelbild der Publikation

    Ergebnisse der gemeinsamen Förderung durch das BMBF und die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen (2000 - 2008)

    2008, 76 Seiten
    Bestell-Nr.: 30114

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,41 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/versorgungsforschung.pdf)

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(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

    • - PT Gesundheitsforschung -
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228 / 38 21 210
    • Faxnummer: 0228 /38 21 257
    • E-Mail-Adresse: Gesundheitsforschung@dlr.de
    • Homepage: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/
    • Laufende Vorhaben: http://foerderportal.bund.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_PT=PT-DLR&P_APC_REF=614&Z_CHK=0