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COST - europäischer Rahmen für Kooperation in Wissenschaft und Technik

COST (European Cooperation in Science and Research) ist ein Rahmen zur europäischen Zusammenarbeit im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Forschung und wurde im November 1971 auf einer europäischen Ministerkonferenz ins Leben gerufen. Mit COST wurde bereits vor den Forschungsrahmenprogrammen der EU die koordinierte Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung in Europa begonnen. 35 Mitgliedsstaaten und ein kooperierendes Land (Israel) beteiligen sich zurzeit an COST. Auch Institutionen aus Nicht-Mitgliedstaaten können teilnehmen.

1. Grundsätzliche Ziele

Forschung wird heute zunehmend international und über die klassischen Fächergrenzen hinweg durchgeführt. Hier setzt COST an: Nationale Forschungsaktivitäten werden europaweit in transdisziplinären Netzwerken (COST-Aktionen) zusammengeführt. Damit wird zugleich ein unbürokratischer Zugang zu weltweiten Kooperationen ermöglicht.

COST trägt dazu bei:

  • den Bedarf für internationale Kooperation und transdisziplinäre Forschung zu decken
  • europaweit vorhandene Kapazitäten von Wissen, technischer Ausstattung und finanziellen Ressourcen effektiv zu nutzen und dauerhafte Netzwerke zu schaffen
  • neue Themenfelder zu identifizieren und als Katalysator weiterführende Forschung anzustoßen
  • das EU-Forschungsrahmenprogramm zu ergänzen
  • die europäische Position in wissenschaftlich / technischer Forschung und Entwicklung zu stärken
  • Nachwuchswissenschaftler/innen zu fördern

2. Aufbau und Inhalte

COST ist - wie EUREKA - kein Forschungsprogramm mit thematischer Festlegung, sondern folgt dem "Bottom-up-Prinzip": Die Vorschläge für neue COST-Aktionen kommen von den Wissenschaftlern selbst. Für jede COST-Aktion wird ein "Memorandum of Understanding" verfasst, das diejenigen COST-Mitgliedsländer (mindestens 5) unterzeichnen, die sich mit eigenen Wissenschaftler/innen beteiligen wollen. Dabei erfolgt die Organisation der Netzwerke nach dem à-la-carte-Prinzip, das heißt, nur interessierte Mitgliedstaaten beteiligen sich, -die Mitgliedstaaten sind also nicht verpflichtet an allen Aktionen teilzunehmen.

COST hat sich in den 40 Jahren seines Bestehens zu einem der größten Kooperationsrahmen für Forschung entwickelt. Heute arbeiten 50.000 Wissenschaftler aus 35 europäischen COST-Mitgliedstaaten in 235 laufenden COST-Aktionen mit. Dazu kommen zurzeit mehr als 100 Forschungseinrichtungen aus Nicht-COST-Mitgliedsländern sowie internationale Nicht-Regierungsorganisationen. Deutschland beteiligt sich an fast allen Aktionen.

3. Mehrwert für europäische und deutsche Forscher sowie Unternehmen

COST ist ein zwischenstaatlicher und flexibler Forschungsrahmen für Europäische Kooperation in Wissenschaft und Technologie, der Wissenschaftler aus ganz Europa und darüber hinaus in produktiven, interdisziplinären Netzwerken zusammenbringt. COST stellt damit einen Eckpfeiler des Europäischen Forschungsraums dar. Die Stärke von COST liegt in der vorwettbewerblichen Forschung, in der Vorbereitung von Normen und Standards, in der Lösung von grenz- und sektorüberschreitenden Problemen sowie in der Forschung zu Themen von öffentlichem Interesse. COST nutzt erfolgreich Synergien und schafft damit einen Mehrwert in der europäischen Forschung. Nicht zuletzt wird durch COST auch die europäische Integration gefördert. Der einfache Zugang für Institutionen aus Nicht-Mitgliedsländern macht COST darüber hinaus interessant als Beitrag zur Lösung globaler Probleme. 

4.  "Best Practice" und Erfolgsbeispiele

COST-Aktionen umfassen ein breites Spektrum an Themen und reichen von der Grundlagenforschung bis zur Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Unternehmen, beispielsweise bei der Entwicklung von Standards: Der heute weltweit genutzte GSM-Standard für Mobiltelefone entstand aus mehreren COST-Aktionen heraus und verhalf der europäischen Telekommunikations-Branche zu einem Vorsprung gegenüber den USA.

In Zusammenarbeit mit Biotechnologie-Unternehmen haben COST-Aktionen auch dazu beigetragen, Europa eine führende Stellung in der biologischen Bekämpfung von Schädlingen in der Landwirtschaft zu verschaffen. Ein herausragendes Beispiel ist hier die Anwendung von Nematoden zur Schneckenbekämpfung.

Einer der bekanntesten COST-Erfolge und Beispiel für die nachhaltige Wirkung von COST-Aktionen ist das "European Centre for Medium Range Weather Forecasts" in Reading, Großbritannien. Aus den ersten COST-Aktionen im Bereich Meteorologie heraus gegründet, ist es bis heute eine der weltweit führenden Adressen für Forschung und Anwendung im Bereich der mittelfristigen Wettervorhersage. Die dort erstellten zuverlässigen Wetterprognosen sind für Landwirte, Energieversorger, den Handel und natürlich auch für die Freizeitgestaltung aller Menschen eine heute selbstverständlich erscheinende und wichtige Einrichtung des täglichen Lebens.

COST nutzt der Gesellschaft und beschäftigt sich mit vielfältigen Aspekten der Sozial- und Geisteswissenschaften. Dabei werden konkrete Probleme angegangen, wie der Zugang älterer oder behinderter Menschen zum öffentlichen Nahverkehr. Ergebnisse aus COST-Aktionen in diesem Bereich wurden bereits in vielen europäischen Städten umgesetzt.

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/6812.php)

Ansprechpartner

  • EUREKA/COST-Büro

    • des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Projektträger DLR
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228/3821-1672, -1357
    • Faxnummer: 0228/3821 - 1360
    • E-Mail-Adresse: friederike.beulshausen@DLR.DE