EUREKA - ein Netzwerk für innovative und marktorientierte Forschung

EUREKA wurde 1985 als Initiative gegründet, um die technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen werden Kooperationsmöglichkeiten und Unterstützung angeboten, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

1. Grundsätzliche Ziele

Innovation ist die Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit. Nur wer in Forschung und Entwicklung investiert, kann langfristig auf den Märkten bestehen. Die Kosten sind hoch - vorhandene Mittel müssen effektiver eingesetzt werden. Dies kann z.B. durch verstärkte europäische Kooperationen geschehen.

Hier setzt EUREKA an. Die Initiative bietet Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen den Rahmen für grenzüberschreitende und marktorientierte Kooperationen.
EUREKA trägt dazu bei:

  • das in Europa vorhandene Potenzial an Fachleuten, Know-how, Einrichtungen und finanziellen Ressourcen zu nutzen
  • Länder übergreifende Probleme zu lösen
  • europäische Infrastrukturen und Normen zu entwickeln
  • und damit den europäischen Binnenmarkt zu fördern sowie die europäische Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten zu stärken
  • einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Ziele von Lissabon zu erreichen

2. Aufbau und Inhalte

Die europäische Forschungsinitiative EUREKA ist ein offener Rahmen für europäische Kooperationsvorhaben mit anwendungsorientierter Ausrichtung. Das grundlegende Prinzip von EUREKA ist der sogenannte "Bottom-up"-Ansatz. Das bedeutet, dass den Projektteilnehmern eine große Freiheit bei der Gestaltung ihrer Projekte eingeräumt wird. Daher sieht die Forschungsinitiative auch keine thematischen Vorgaben oder Ausschreibungen vor. Mit diesem Ansatz hat sich EUREKA erfolgreich als Ergänzung zu den Forschungsprogrammen der Europäischen Union etabliert.

Die politische Begleitung der europäischen Forschungsinitiative EUREKA und die administrative  Betreuung der Projekte sind in einem dezentralen Netzwerk organisiert, in dem die Regierungen aller Mitgliedsländer und die Europäische Kommission vertreten sind. Im jährlichen Wechsel (von Juli bis Juni) übernimmt jeweils ein Mitgliedsland den Vorsitz und koordiniert die politische und administrative Arbeit in der Initiative.

Gremien mit Vertretern aus allen Mitgliedsländern sind auf der politischen Ebene die Ministerkonferenz und die Gruppe der Hohen Repräsentanten (High Level Group, HLG); Deutschland ist hier durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung als federführendes Ressort vertreten. Die Projektadministration wird durch die Nationalen Projektkoordinatoren wahrgenommen, sie sind auch der Ansprechpartner für alle, die ein EUREKA-Projekt starten wollen. In Deutschland wird diese Aufgabe vom EUREKA/COST-Büro des BMBF wahrgenommen.

3. Mehrwert für europäische und deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen

EUREKA bietet Projektteilnehmern einen attraktiven Rahmen für die Kooperation im Rahmen von innovativer, anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung (F&E) in Europa. Die Initiative stellt dadurch insbesondere für KMU oftmals einen ersten Schritt zur Teilnahme am europäischen Binnenmarkt dar. Als besondere Vorteile sind zu nennen:

  • Gemeinsame Nutzung von vorhandenem Know-how sowie personeller und finanzieller Ressourcen
  • Verteilung des Forschungsrisikos auf mehrere Partner
  • Chance auf Zugang zu neuen Märkten
  • Große Gestaltungsfreiheit: Die Projektteilnehmer können in eigener Verantwortung Thema, Inhalt, Umfang, Art und Dauer der Zusammenarbeit bestimmen (Bottom-up-Prinzip)
  • Kurze und einfache Antragsverfahren
  • Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Kooperationsprojekte durch die nationalen EUREKA-Kontaktstellen
  • Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit:
    • Publikationen auf nationaler und europäischer Ebene
    • Präsentation von EUREKA-Projekten auf Messen
    • Informationen über die Teilnehmer und ihre Projektbeteiligungen durch Aufnahme in die zentrale EUREKA-Projektdatenbank im Internet; dort auch Möglichkeit zur Partnersuche
    • Werbewirksamkeit des EUREKA-Labels.

4. Die Finanzierung von EUREKA-Projekten

Die Finanzierung von EUREKA-Projekten ist von Mitgliedsland zu Mitgliedsland unterschiedlich geregelt. Projektbeteiligungen können mit eigenen Mitteln, öffentlichen Zuschüssen, Krediten oder Beteiligungskapital finanziert werden. EUREKA-Projekte erhalten nicht automatisch eine nationale Förderung. Falls Projektteilnehmer eine Förderung benötigen, müssen sie sich in ihren eigenen Ländern darum bewerben.

In Deutschland sind grundsätzlich alle nationalen Förderprogramme offen für die Finanzierung deutscher Beiträge an EUREKA-Projekten, es gibt jedoch keine speziell für EUREKA-Vorhaben reservierten Mittel. Förderanträge sind bei den entsprechenden Programmen einzureichen.

Das EUREKA/COST-Büro ist in Deutschland Antragstellern bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen und den richtigen Ansprechpartnern behilflich.

5. Best Practice bzw. Erfolgsstories

Im Rahmen von EUREKA-Projekten werden neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen aus allen Technologiebereichen entwickelt. An den Projekten beteiligen sich neben großen Unternehmen, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen vor allem auch zahlreiche kleinere und mittelständische Firmen. Die Kooperationen reichen von kleineren bilateralen Projekten bis hin zu großen multilateralen strategischen Initiativen unter Leitung der Industrie. Aufgrund der marktnahen Forschung und Entwicklung haben viele Vorhaben zu Produkten, Verfahren oder Standards geführt, die einen großen Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Die erzielten Projektergebnisse verschafften zudem der europäischen Industrie oft klare Vorteile im globalen Wettbewerb.

So wurde im Rahmen von EUREKA beispielsweise der DAB (Digital Audio Broadcasting) -Standard geschaffen, der breite Anwendung in der digitalen Rundfunktechnologie findet. Einen wichtigen Beitrag für die Lösung länderübergreifender Probleme - hier im Umweltbereich - lieferte das Projekt EUROTRAC-2 mit seinen neuen Technologien zur Messung der Ausbreitung von Luftschadstoffen und Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Luftqualität. Das EUREKA-Projekt AMADEUS ist beispielhaft für die länderübergreifende Bündelung von Ressourcen. Hierbei haben u.a. vier europäische Luftfahrtgesellschaften ein gemeinsames, weltweit einsetzbares, computergestütztes Buchungssystem entwickelt. Die Grundlagen für die heute genutzten satellitengestützten Navigationssysteme in unseren Autos wurden unter anderem im EUREKA-Projekt PROMETHEUS entwickelt.

Gemeinsame europäische Forschungsinteressen spiegeln sich in den thematisch orientierten EUREKA-Clustern wider. Diese strategischen, langfristig angelegten Industrieinitiativen verfolgen das Ziel, die Position der europäischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb durch die Entwicklung neuer und die Verbesserung existierender generischer Technologien, deren Anwendung und Interoperabilität sowie das Vorantreiben von internationalen Standards zu stärken. EUREKA-Cluster sind darüber hinaus gute Beispiele für das effektive Zusammenwirken von privatem und öffentlichem Kapital (Public-Private Partnership).

Als einer der erfolgreichen Cluster ist MEDEA/MEDEA+ zu nennen, dessen Industriepartner auf dem Mikroelektronik-Weltmarkt eine führende Rolle einnehmen und entscheidend die zukünftige Generation von Halbleiterchips und die sichere Anwendung von Chipkarten prägen. Der Nachfolge-Cluster CATRENE konzentriert sich auf die vorwettbewerblichen Innovationen in Halbleitertechnologie und -anwendungen - Forschung und Entwicklung in der Nanoelektronik.

Im Rahmen des Clusters ITEA, in dem die Entwicklung von Softwaresystemen im Mittelpunkt steht, wurde eine offene Software-Plattform erstellt, die den Zulieferern der Automobilindustrie erlaubt, mit geringen Anpassungen den Anforderungen ihrer Auftraggeber nachzukommen. In der Fortführung ITEA 2 ist der Fokus verstärkt auf softwareintensive Systeme gesetzt.

Mit dem EUREKA Innovation Award wird nun jährlich eine innovative Entwicklung ausgezeichnet, die aufgrund internationaler Kooperationen entwickelt wurde oder die auf internationalen Märkten besonders erfolgreich vermarktet werden konnte. Dabei werden jährlich wechselnd thematisch und/oder formale Schwerpunkte festgelegt. Der Preis beinhaltet ein Media-Paket im Wert von 10.000 Euro (siehe auch http//:www.eureka.dlr.de/de/426.php).  

Dokumente

Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

    • EUREKA/COST-Büro
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228 3821-1352
    • Faxnummer: 0228 3821-1360
    • E-Mail-Adresse: eureka@dlr.de
    • Homepage: http://www.eureka.dlr.de/