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Die USA sind Deutschlands wichtigster Partner

Unter den Industrieländern sind die USA Deutschlands wichtigster Partner in der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. Eine Fülle von Initiativen, jährlich einige tausend öffentlich geförderter Wissenschaftler- und Studentenaufenthalte und ein traditionell intensiver Informationsaustausch ermöglichen viele gemeinsame oder einander ergänzende Forschungsvorhaben.

Das Regierungsabkommen bildet den Rahmen

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA ist dezentral organisiert und wird von den Forschungsorganisationen, Forschungsinstituten bzw. Forschern selbstständig betrieben. Das im Februar 2010 unterzeichnete Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit verleiht der Kooperation einen übergeordneten Rahmen. Auf Grundlage dieses WTZ-Rahmenabkommens zwischen Deutschland und den USA sind regelmäßige Joint Committee Meetings auf ministerieller Ebene vorgesehen. Ein erstes Treffen fand am 19./20.09.2011 in Berlin statt. Außerdem wurden mehr als 50 bilaterale Kooperationsvereinbarungen zwischen Einzelinstitutionen abgeschlossen, die die Basis für ein enges Netzwerk deutsch-amerikanischer Forschungsprojekte bilden.

Das WTZ-Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union von 1998 unterstreicht die europäische Dimension der Forschungszusammenarbeit, die die mittel- und osteuropäischen Staaten einbezieht, und schafft weitere Kooperationschancen.

Von der Solarenergie bis zur Aeronautik: Schwerpunkte der Kooperation

Die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit sind über die gesamte Breite der Forschungsgebiete gefächert.

Die Helmholtz Forschungszentren Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Forschungszentrum Jülich haben eine Kooperation mit dem National Renewable Energy Laboratory (NREL) im Bereich Solarenergie begonnen. Ein Memorandum of Understanding der vier Forschungszentren wurde am 23.06.2011 in Berlin unterzeichnet. Mit der Helmholtz NREL Solar Energy Initiative soll das Forschungspotenzial sowie die Ressourcen der Helmholtz-Forschungszentren und des National Renewable Energy Laboratory zusammengebracht werden, um gemeinsam Schlüsselthemen zur intensiveren Nutzung von Solarenergie anzugehen.

Ein weiteres Beispiel für die enge transatlantische Kooperation ist die Errichtung sowie gemeinsame Nutzung wissenschaftlicher Großgeräte in den USA und Europa. Hierzu gehören die Mitwirkung der USA und Kanadas bei DESY.

Am 24. Juli 2001 wurde eine Vereinbarung zwischen dem BMBF und dem Energieministerium der Vereinigten Staaten von Amerika (DOE) über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der dichten Plasmen unterzeichnet. Es ist die erste Vereinbarung auf der Grundlage eines Ressortabkommens zwischen den Ministerien vom 20. Februar 1998. Damit wird die völkerrechtliche Grundlage für eine Forschungskooperation zwischen der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) und drei amerikanischen Nationallaboratorien, dem Lawrence Livermore Nationalen Laboratorium (LLNL), dem Lawrence Berkeley Nationalen Laboratorium (LBNL) und dem Princeton Laboratorium für Plasmaphysik (PPPL), geschaffen. Gegenstand der Kooperation ist unter anderem der Aufbau des weltweit einzigartigen Lasersystems PHELIX, das in Kombination mit dem an der GSI zur Verfügung stehenden intensiven Schwerionenstrahl völlig neuartige Experimente ermöglichen wird.

Für Deutschland sind die USA der wichtigste außereuropäische Kooperationspartner in den Themen Weltraum, Aeronautik und Energie. Die wichtigsten Kooperationspartner für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die National Aeronautics and Space Administration (NASA), der United States Geological Survey (USGS), das Air Force Research Laboratory (AFRL), die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), das Renewable Energy Laboratory (NREL) sowie viele Universitäten.

Unter dem Dach von Fraunhofer USA operieren derzeit sechs Fraunhofer Center mit eigenen Forschungskapazitäten. Jüngstes Center in den USA ist das 2008 in enger Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und als Außenstelle des Fraunhofer ISE gegründete Fraunhofer Center for Sustainable Energy CSE in Boston.

Das Max Planck Florida Institute, offiziell eröffnet 2012, will Verfahren und Technologien nutzen und weiterentwickeln, um Vorgänge im Zellinnern bis auf Molekülebene sichtbar zu machen.

Am 29. März 2012 gründete darüber hinaus die Max-Planck-Gesellschaft zusammen mit dem Princeton Plasma Physics Laboratory und den Nationallaboratorien in Oak Ridge und Los Alamos gemeinsam das Max-Planck-Princeton Center for Plasma Physics. Ziel ist es, das Wissen im Bereich der Fusionsforschung durch die Errichtung eines Kernfusionsreaktors zu bündeln.

Das Deutsche Historische Institut (DHI) Washington widmet sich der Kooperation zwischen deutschen und amerikanischen Geschichtswissenschaftlern.

Hervorzuheben sind auch die vielfältigen Programme zum Austausch von Studenten und Wissenschaftlern. Hier engagieren sich u.a. der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Fulbright-Stiftung.

Im Bereich der beruflichen Bildung kooperieren das BIBB und das Department of Education auf dem Gebiet international wettbewerbsfähiger Qualifikationsstandards in der Automobilindustrie mit Schwerpunkt auf der Elektroautotechnologie und im Bereich "grüner" Berufe.

Unter dem Titel "Deutschland - Land der Ideen" wird seit 2007 jährlich ein gemeinsamer Messeauftritt der deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen sowie der Universitäten bei der European Career Fair am MIT in Boston realisiert.

Im Herbst 2011 startete das BMBF eine internationale Kampagne "Werbung für den Innovationsstandort Deutschland", bei der Verbünde, bestehend aus Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern, darin unterstützt werden sollen, Kooperationen im Bereich der Medizintechnik in Zielländern wie den USA zu erschließen oder zu vertiefen.


 

Die Gesundheitsforschung: ein Höhepunkt der Zusammenarbeit

Ein Höhepunkt der bilateralen Kooperation mit den USA ist die Zusammenarbeit in der  Gesundheitsforschung.

Im Jahr 2009 wurde eine deutsch-amerikanische Förderinitiative in der Zusammenarbeit in den Computational Neurosciences begonnen. Hier fördern das BMBF und die National Science Foundation (NSF) bereits in einer vierten Förderrunde bilaterale Projekte.

Im Bereich der Regenerativen Medizin unterstützt das BMBF die Projektkooperation mit dem kalifornischen Institut für Regenerative Medizin (CIRM) in der Stammzellenforschung. Erste gemeinsame Projekte wurden im Jahr 2010 begonnen. Eine Ausweitung der Kooperation ist vorgesehen.

Im April 2012 besuchte Staatssekretär Schütte mit dem Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft und einer Delegation die USA. Schwerpunkt war - anlässlich der Gründung der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) - eine Verstärkung des Austauschs mit amerikanischen Partnern zum Thema der sechs großen Volkskrankheiten.
 

Das BMBF fördert viele Projekte

Das BMBF fördert Projekte, in denen Wissenschaftler aus Deutschland und den USA zusammenarbeiten, zu vielfältigen Themen. Außerdem werden von Seiten des für die Zusammenarbeit mit den USA zuständigen Länderreferates Mittel für Anbahnungsaktivitäten, Workshops, den Wissenschaftleraustausch und für die Nachwuchsförderung aufgewendet. Maßnahmen zur Werbung für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus in New York

Das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) oder German Center for Research and Innovation (GCRI) New York bietet seit seiner Eröffnung durch Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan und den deutschen Botschafter Dr. Klaus Scharioth im Februar 2010 vielfältige Veranstaltungen an und erhöht damit die Sichtbarkeit der deutschen Forschungs- und Innovationslandschaft in den USA.


 

Zusatzinformationen

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