Bildung

Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig)

Die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund optimal zu fördern, stellt eine zentrale Herausforderung an das Bildungssystem dar. Eine wesentliche Voraussetzung für schulischen Erfolg, das hat die einschlägige Forschung gezeigt, ist der kumulative Aufbau von schul- und bildungssprachlichen Fähigkeiten. Um hierfür innovative Ansätze zu entwickeln, zu erproben und zu überprüfen haben Bund und Länder das Modellprogramm FörMig im September 2004 gestartet.

Zehn Länder beteiligen sich mit unterschiedlichen Projekten an der Entwicklung einer Gesamtkonzeption sprachlicher Bildung und Förderung. Im Zentrum stehen drei thematische Schwerpunkte: (1) Sprachförderung auf der Basis individueller Sprachstandsfeststellungen, (2) Durchgängige Sprachförderung (sprachliche Bildung und Förderung im Deutschen, in den Herkunftssprachen und in den Fremdsprachen), (3) Berufliche Bildung und Übergang in den Beruf. In diesen Schwerpunkten arbeiten die FörMig-Projekte an Ansätzen zur Sprachdiagnostik, zur Kooperativen Sprachförderung, zur Entwicklung von Sprachfördernetzwerken, zur Sprachförderung in jedem Unterricht und zu Mehrsprachigkeit als Ressource.

Spezielles Kennzeichen von FörMig ist die Fokussierung auf "Schnittstellen" im Bildungsprozess in doppeltem Sinne: gemeint sind einerseits die Übergänge zwischen den Phasen bzw. Stufen der Bildungsbiographie, andererseits Kooperationen zwischen den an der Gestaltung des Bildungsprozesses beteiligten Institutionen. Familie, Schule, Kindertageseinrichtungen, Bibliotheken, Vereine und Betriebe - sie alle werden in die Entwicklung von Förderkonzepten einbezogen. Hierfür haben die Länder in ihren jeweiligen Projekten Partnerschaften in Basiseinheiten gebildet. Es entstehen regionale Fördernetzwerke, die gemeinsam Konzepte erproben und ihre Wirksamkeit überprüfen. Der wechselseitige Austausch und die Kooperation dienen auch dazu, bereits im Laufe des Modellprogramms zum Transfer bewährter Praxis zu kommen.

In der übergreifenden Programmevaluation von FörMig geht es um die Ermittlung von Erfolgsbedingungen für Förderkonzepte. Untersucht werden sowohl Ergebnisse der Förderung als auch die Arbeitsbedingungen der Projekte. So können Erfolge abgeschätzt sowie die Voraussetzungen für das Gelingen und den Transfer in andere Bildungseinrichtungen geklärt werden.

In den teilnehmenden Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein sind an über 40 Standorten rund 140 Basiseinheiten gebildet worden. Gefördert werden ca. 4500 Kinder und Jugendliche. Etwa 600 Eltern sind in Projekte einbezogen. Gut 450 Mitwirkende gehören zu den Basiseinheiten, die im ersten Programmjahr bereits mit mehr als 630 Partnern kooperieren.

Das Modellprogramm hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Koordination des Programms hat das Land Hamburg übernommen. Die wissenschaftliche Begleitung liegt beim Institut für International und Interkulturell Vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg.