Organisationen, die heute in der breiten Öffentlichkeit gut ankommen möchten, müssen mit gezielten Strategien für Aufmerksamkeit, Akzeptanz und Bekanntheit sorgen und mit den für sie wichtigen Zielgruppen, den Medien zum Beispiel, kommunizieren. Diese Aufgabe übernehmen Fachkräfte für Public Relations (PR) oder deutsch Öffentlichkeitsarbeit. Nicht nur große Unternehmen, auch Parteien, Verbände, Kultureinrichtungen und gemeinnützige Organisationen beschäftigen heute professionelle Öffentlichkeitsarbeiter. In Vereinen und kleineren Unternehmen müssen häufig Mitarbeiter PR-Aufgaben übernehmen, die keine entsprechende Ausbildung haben. Für Einsteiger in das Berufsfeld Public Relations gibt es Kurzkurse, die Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit vermitteln sollen. Die STIFTUNG WARENTEST hat 11 Seminare getestet.
Die wichtigsten Prüfpunkte waren die Inhalte der Kurse und ihre Durchführung. Die Seminarinhalte wurden dahingehend geprüft, ob die wichtigsten Grundlagen behandelt wurden. Bei der Kursdurchführung wurde bewertet, wie das Seminar aufgebaut war, welche Lehrmethoden- und Lehrmedien eingesetzt und wie die Teilnehmer in den Unterricht eingebunden wurden. Außerdem sind die Lehrmaterialien auf Inhalt, Verständlichkeit und Gestaltung untersucht worden. Auch die Lernbedingungen, der Service sowie die Kurs- und Anbieterinformationen im Internet wurden bewertet. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden auf verbraucherunfreundliche Klauseln überprüft.
Keines der elf getesteten Seminare erreichte in den beiden wichtigsten Prüfkategorien "Kursinhalte" und "Kursdurchführung" eine sehr hohe Qualität. Nur drei Seminare konnten unsere Testpersonen halbwegs überzeugen. Dort haben die Teilnehmer einen einführenden Überblick über das Thema Public Relations erhalten. In vielen Kursen fehlten jedoch wichtige Inhalte. Häufig beschränkten die Lehrkräfte das Thema auf den Arbeitsbereich Pressearbeit. Doch Public Relations ist mehr. Große Defizite gab es auch bei der Vermittlung des Lehrstoffs, der Didaktik also. Frontalunterricht war vielerorts an der Tagesordnung, praktische Übungen kamen zu kurz.
Interessierte sollten den Anbieter nach den inhaltlichen Schwerpunkten fragen, damit sie nicht ungewollt in einen Kurs geraten, der sich auf Pressearbeit beschränkt. Aus den Seminarankündigungen geht das nicht immer explizit hervor. Sie sollten sich außerdem erkundigen, ob der Dozent PR-Fachmann oder Journalist ist. Der Test hat gezeigt, dass die Kurse, die von PR-Experten durchgeführt wurden, deutlich besser abschnitten als die von Journalisten geleiteten Seminare.
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