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Trainieren für das Babylon der Neuzeit

Interkulturelle Trainings sollen fit machen für die Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen. Eine Untersuchung der STIFTUNG WARENTEST zeigt, dass die meisten das leisten. Sie könnten sich aber mehr am beruflichen Alltag orientieren.

Untersuchung

Im Berufsleben sind immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft, Nation und Kultur darauf angewiesen, zusammen zu arbeiten - da bleiben Missverständnisse und Probleme nicht aus. Laut einer Studie der KfW-Bankengruppe sitzen die attraktivsten Handelspartner für klein- und mittelständische Unternehmen in den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Interkulturelle Trainings bereiten ihre Teilnehmer auf den Kontakt mit Partnern aus anderen Ländern vor. Die Stiftung Warentest wollte wissen, wie gut sie das tun und hat dafür insgesamt sechs ein- bis zweitägige Trainings zu Russland, Polen, Mittel- und Osteuropa sowie Frankreich unter die Lupe genommen.

Qualitätskriterien

Testpersonen  haben verdeckt die Kurse besucht und teilstandardisierte Fragebögen ausgefüllt sowie den Kurverlauf dokumentiert. Wichtige Prüfpunkte waren die Qualität der Kursinhalte, der Kursdurchführung sowie der Kursorganisation. Experten prüften zudem die Webinfos und die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Ergebnisse

Interkulturelle Trainings sollten den Teilnehmern die Bereitschaft vermitteln, aufeinander zuzugehen und andere Verhaltensweisen zu akzeptieren. Viel mehr ist bei einer Kursdauer von ein oder zwei Tagen nicht zu leisten. Inhaltlich haben die getesteten Seminare diese Anforderungen erfüllt - am beruflichen Alltag und den Bedürfnissen der Teilnehmer orientierten sie sich insgesamt aber zu wenig.

So wurden zum Beispiel die Teilnehmer nicht immer nach ihren Erwartungen an den Kurs befragt, um diese dann später im Unterricht zu berücksichtigen. Auch praktische Übungen und weiterführende Hinweise, um Erlerntes anzuwenden und zu festigen, kamen zu kurz.

Größtes Manko der Kurse war die Tatsache, dass kein einziger Kurs im Test ein so genanntes gemischt-kulturelles Trainerteam hatte. Im Klartext: Alle Dozenten waren deutscher Herkunft. Dabei kann ein Lehrender aus der Region, die im Training Thema ist, die Eigenheiten seines Landes sicherlich glaubwürdiger und anschaulicher beschreiben, als dies zum Beispiel ein deutscher Kollege vermag.

Verbrauchertipps

Interkulturelle Trainings beschäftigen sich einerseits mit bestimmten Regionen. Dann richten sie sich an Menschen, die beruflich hauptsächlich mit diesem Land zu tun haben. Dazu gehören Fach- und Führungskräfte oder Mitarbeiter in international tätigen Firmen. Andererseits bereiten interkulturelle Trainings generell auf den Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturen vor. Diese Kurse nennt man dann kulturübergreifend und kommen für alle in Frage, die mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen in Kontakt kommen, zum Beispiel Mitarbeiter im Kundendienst oder in Verwaltungsberufen.

Vor der Buchung eines Kurses sollte man deshalb die grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung eines Kurses (kulturspezifisch oder kulturübergreifend) erfragen. Da Übungen in interkulturellen Trainings oft zu kurz kommen, sollten Teilnehmer sich zudem nach Inhalten und methodischer Gestaltung erkundigen. Hilfreich ist auch ein Gespräch mit dem Dozenten vor Kursbeginn.

Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie hier

Zusatzinformationen

 

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