
Seit dem Jahr 2000 richtet das BMBF gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog und weiteren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur Wissenschaftsjahre zu wechselnden Schwerpunkten aus. Das Jahr 2007 war den Geisteswissenschaften gewidmet. Das Jahr der Geisteswissenschaften machte nach sieben naturwissenschaftlich ausgerichteten Wissenschaftsjahren die ganze Vielfalt der geisteswissenschaftlichen Disziplinen, Themen und Methoden sichtbar. Zahlreiche Partner aus allen Bereichen geisteswissenschaftlicher Forschung und Vermittlung beteiligten sich. Außerdem konnte das BMBF die Geisteswissenschaften durch ein Konzept "Freiraum für Geisteswissenschaftliche Forschung" nachhaltig stärken.
Die inhaltliche Klammer für das Jahr der Geisteswissenschaften bildete das Thema "Sprachen des Menschen". Sprache ist verbindendes Element in den Geisteswissenschaften, die in den verschiedenen Disziplinen jeweils eine eigene Ausprägung erfährt. Sie macht die konstitutionelle Verbindung von Tradition, Kontinuität, Aktualität und Zukunftsfähigkeit in den Geisteswissenschaften erfahrbar. Sprache ist Rede, aber auch Mimik und Gestik, Musik und Tanz.
All dies kam symbolisch zum Ausdruck durch das zentrale Motto des Wissenschaftsjahres: "Die Geisteswissenschaften. ABC der Menschheit". Unter diesem Motto wurden im Jahr der Geisteswissenschaften Begriffe mit den 26 Buchstaben des Alphabets verbunden, die für alle Fächer zentral sind.
Der Kern geisteswissenschaftlichen Arbeitens lässt sich in den drei Dimensionen "Vermitteln - Gestalten - Erinnern" darstellen.
Insgesamt 331 Partner aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik beteiligten sich mit 1.064 Veranstaltungen am Wissenschaftsjahr 2007. Unter dem Motto "Die Geisteswissenschaften - ABC der Menschheit" luden Wettbewerbe, Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Performances ein Jahr lang dazu ein, Vielfalt und Faszination geisteswissenschaftlicher Forschung in Deutschland zu erleben. Im Berliner Pergamonmuseum wurde das Jahr der Geisteswissenschaften mit einer Abschlussveranstaltung beendet.
Seit Beginn der Legislaturperiode hat das BMBF deutlich gemacht, dass der Stärkung der Geistes- und Kulturwissenschaften ein hoher Stellenwert in der bildungs- und forschungspolitischen Agenda zukommt. Auch deshalb wird das Jahr der Geisteswissenschaften ein besonderes Wissenschaftsjahr: Das BMBF stärkt die Geisteswissenschaften mit konkrete Maßnahmen, die 2007 mit dem Konzept "Freiraum für Geisteswissenschaftliche Forschung" starten. Dazu gehört auf internationaler Ebene die Einbeziehung der Geisteswissenschaften in das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU, die Einrichtung von Internationalen Kollegs für Geisteswissenschaftliche Forschung in Abstimmung mit der DFG sowie die Neuausrichtung des bisherigen Förderschwerpunktes "Neue naturwissenschaftliche Methoden und Technologien in den Geisteswissenschaften" zu einem Programm unter der Überschrift "Wechselwirkungen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften" mit Schwerpunkten in den Sprach- und Literaturwissenschaften.
Auch in diesem Jahr wurden die Leistungen, die Vielfalt und die Anwendungsbreite der Geisteswissenschaften mit Veranstaltungen in der breiten Öffentlichkeit mit zahlreichen Veranstaltungen sichtbar und erlebbar gemacht.
Das Projekt U20-Slam diente dazu, die Schreib- und Sprachkompetenz von Jugendlichen zu fördern. In bundesweiten Workshops sind Kinder und Jugendliche von erfahrenen Poeten in Schreib- und Performance-Workshops das ganze Jahr über trainiert worden. Jede und jeder der Wettbewersteilnehmerinnen und -teilnehmer unter 20 Jahren konnte in einem 5-minütigen Vortrag allein oder im Team vor einem Publikum einen selbst verfassten Text auf die Bühne bringen.
Berliner Teilnehmer eines Workshops zum Wettbewerb U20-Poetry-Slam im Jahr der Geisteswissenschaften waren am 19. April zu Gast im BMBF. Bas Böttcher, "Deutschlands Rap-Poet Nr. 1" (so Harald Schmidt), teilte mit ihnen dort sein Wissen. Wie funktioniert ein Poetry Slam? Wie entsteht ein guter Text? Wie wichtig ist der richtige Vortrag? Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Poetry Slam konnten die Schüler in den Workshops ihre eigenen Ideen für ihren persönlichen Poetry Slam-Text entwickeln.
Diese Arbeit mit erfahrenen Performance-Poeten wie Bas Böttcher hat die Jugendlichen auf das bundesweite U20-Slam-Finale am 6. Oktober 2007 im Berliner Admiralspalast vorbereitet. Die besten U20-Slam-Poeten aus Berlin, Bremen, Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt und 20 weiteren Städten sowie aus der Schweiz und Österreich lieferten sich eine Dichterschlacht, bei der jeder Poet seine eigene Performance innerhalb von 5 Minuten präsentieren konnte. Das Finale ist nun entschieden. Das Publikum erhielt Stimmkarten; der Moderator ermittelte anhand der Punkte und des Applauses den deutschsprachigen U20-Slam-Meister 2007.
Zum besten deutschsprachigen U20-Slam-Meister 2007 wurde vom Publikum der Berliner Kabarettist und Philosophiestudent Marc-Uwe Kling gewählt, der bereits den Kreuzberg Slam moderierte und schon einige Bühnenerfolge einheimsen konnte.
Bundesministerin Dr. Annette Schavan bei der Enthüllungen des Buchstaben "Z" wie Zukunft am Dienstgebäudes des BMBF.
Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, enthüllte am 24. Mai 2007 an der Fassade ihres Berliner Amtssitzes das "Z" wie Zukunft als die erste Buchstabeninstallation im Wissenschaftsjahr 2007. "Bildung und Forschung sind zukunftsorientiert und zukunftsweisend", sagte Schavan bei der Enthüllung. "Auch die Geisteswissenschaften spielen bei der Gestaltung unserer Zukunft eine wichtige Rolle: Ihre Erkenntnisse aus der Interpretation der Geschichte und Gegenwart helfen uns bei der Lösung künftiger gesellschaftlicher Herausforderungen."
Die Buchstabeninstallationen im öffentlichen Raum in diesem Wissenschaftsjahr wiesen auf die Bedeutung der Geisteswissenschaften für alle Bereiche unserer Gesellschaft hin. An der Aktion beteiligten sich weitere Ministerien und Partner des Wissenschaftsjahres, darunter Universitäten und Unternehmen. Im Juni und Juli 2007 wurden unter anderem das "K wie Kommunikation" am Bundespresseamt und das "E wie Europa" am Auswärtigen Amt in Berlin enthüllt.

Auch der Deutsche Bundestag beteiligte sich an einer Aktion im Jahr der Geisteswissenschaften. Am 4. Juli 2007 enthüllten Bundesministerin Dr. Annette Schavan und Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert die 26 Meter hohe Buchstabeninstallation "D wie Demokratie" am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages am Berliner Spreebogen.
An diesem für die parlamentarische Demokratie Deutschlands zentralen Ort sollte die Buchstabeninstallation sichtbar machen, dass die Geisteswissenschaften für die Willensbildung in einer Demokratie genauso bedeutsam sind wie für die Rahmenbedingungen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.
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Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, MdB, bei der Eröffnung des Wissenschaftsjahres "Jahr der Geisteswissenschaften - Das ABC der Menschheit" am 25. Januar 2007 in Berlin
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Beitrag von Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, im Rheinischen Merkur über die Bedeutung und Aufgaben der Philologien (URL: http://www.merkur.de/2007_46_Denk_mal.24626.0.html)
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Audiobeiträge des DeutschlandRadio Kultur zur Veranstaltung am 8.05.2007 (MP3-Format) (URL: http://www.dradio.de/aod/html/?mod=aod&station=&search=geisteswissenschaften&day1=08&month1=05&year1=2007&day2=08&month2=05&year2=2007&search_station=3&broadcast=&theme=&ACTION_SEARCH=Suchen)
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Internetauftritt zum Jahr der Geisteswissenschaften (URL: http://www.abc-der-menschheit.de/)
Die gesamte Pressemappe zum Jahr der Geisteswissenschaften können Sie hier erhalten.