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Deutsch-Ägyptisches Jahr der Wissenschaften und Technologie

Das Deutsch-Ägyptische Jahr der Wissenschaften und Technologie 2007 ist eine bilaterale Inititative der deutschen und ägyptischen Ministerien für Bildung und Forschung. Wissenschaftliche und technische Institutionen sowie Bildungseinrichtungen beider Länder sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Forschungszusammenarbeit und den stärkeren Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verstärken.

Das Deutsch-Ägyptische Wissenschaftsjahr wurde von Bundesministerin Dr. Schavan anlässlich ihres Ägypten-Besuches im Frühjahr 2006 mit dem ägyptischen Forschungsminister Prof. Dr. Hany Helal vereinbart und steht unter dem Motto "Linking Scientific Masterminds". Das Wissenschaftsjahr hat sich zum Ziel gesetzt, die schon bestehende gute Kooperation zwischen den Forschungs- und Bildungseinrichtungen beider Länder auszuweiten und die gestifteten Kooperationen langfristig zu erhalten.

Am 15. Januar 2007 wurde in Kairo das Deutsch-Ägyptische Jahr der Wissenschaften und Technologie 2007 unter der Teilnahme des ägyptischen Ministers für Hochschulbildung und Forschung Prof. Hany Helal und des deutschen Botschafters Bernd Erbel eröffnet. Dieser Auftakt leitete eine Serie von bilateralen Veranstaltungen ein; zahlreiche Institutionen aus  Wissenschaft, Forschung, Bildung und Kultur reihen sich mit ihren deutsch-ägyptischen Konferenzen, Seminaren, Ausstellungen, Exkursionen und anderen Events in den Kalender des Wissenschaftsjahres ein.

Auf die  Auftaktveranstaltung in Kairo folgte die Eröffnung der Multimedia-Show CULTURAMA am 7. März im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Diese "digitale Reise" nach Ägypten bot den Besuchern auf einer 180°-Leinwand zwei Wochen lang Einblicke in die pharaonische, muslimische, koptische und moderne Zeit Ägyptens.

Ihre große Verbundenheit mit Deutschland und der deutschen Sprache zeigten 150 ägyptische DAAD-Alumni aus sämtlichen Fachbereichen und Altersgruppen bei der Alumni-Tagung, die vom 3. bis 5. Juni zum Thema "Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs in Ägypten und Deutschland" in Kairo stattfand. Dabei ging es um die Frage, welche in Deutschland erprobten Modelle auf die ägyptische Hochschullandschaft übertragen lassen. Unmittelbar im Anschluss daran fand vom 6. bis 7. Juni ein ägyptisch-deutsches TEMPUS-Informationsseminar an der Helwan-Universität in Kairo statt. Ziel der Veranstaltung war es, über das EU-Hochschulkooperationsprogramm TEMPUS zu informieren und neue Projektanträge zu initiieren.

Für die zweite Jahreshälfte sind drei weitere Höhepunkte geplant. Am 4. September wird das deutsche Forschungsschiff METEOR auf seiner Fahrt durch den Suezkanal zu einem "Tag des offenen Schiffs" in Port Said anlegen. Die deutschen Wissenschaftler an Bord werden diese Gelegenheit zum Austausch mit ägyptischen Kollegen aus den Bereichen Ozeanographie, Meeresbiologie u.a. nutzen. Ägyptische Schüler können bei einer Führung hinter die Kulissen der METEOR blicken.

Vom 5. bis 7. November findet das zweite German-Egyptian Technology Symposium (GETS) in Kairo statt. Dabei werden zehn deutsche Forschungsorganisationen ihre Projekte und Aktivitäten präsentieren und Kontakte zu ägyptischen Partnern knüpfen. Beim parallel dazu stattfindenden Symposium bestehen weitere Möglichkeiten zu Diskussion und Austausch mit Industrie und Forschung.

Eine Abschlussveranstaltung wird das Wissenschaftsjahr am 6. Dezember in Berlin unter Beteiligung von Bundesministerin Schavan und Forschungsminister Helal offiziell beschließen. Am darauffolgenden Tag werden die beiden Minister die Universität Ulm, die Partneruniversität der German University in Cairo (GUC), besuchen.

Den inhaltlichen Kern des Wissenschaftsjahres bilden sechs Forschungsnetzwerke. Deutsche und ägyptische Wissenschaftler führen - gefördert vom BMBF - im Laufe des Jahres zahlreiche Workshops und Konferenzen zu einschlägigen Themen durch, um den Forschungsbedarf zu identifizieren, gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren und neue bilaterale Forschungsprojekte ins Leben rufen, die über das Jahr 2007 hinaus die wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Länder stärken sollen. Netzwerke gibt es in den Fachgebieten

  • Materialwissenschaften: Im Workshop "Advanced Materials" werden verschiedene Arten von neuen Werkstoffen wie hochfester Stahl, einfaches und verstärktes Keramik, Nanomaterial, Funktionsmaterial und Material für Verfahren bei hoher Temperatur im Hinblick auf ihre Anwendungs-, Verarbeitungs- und Modellbaumöglichkeiten betrachtet. Die "Metals Processing and Manufacturing Conference MPM 2007" wird Metalle als Rückgrat der industriellen Entwicklung in den Fokus nehmen. Materialwissenschaftler sind zum Austausch über neueste Entwicklungen in der Metallverarbeitung eingeladen.
  • Wasser: Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen Ägyptens Die Expertengruppe legt ihren Schwerpunkt auf das "Integrated Water Resources Management", ein zentrales Anliegen Ägyptens. Das Arbeitsprogramm umfaßt unter anderem Kurse zum Abwassermanagement und einen Workshop zu integriertem Wassermanagement, der sich vorrangig an ägyptische Nachwuchswissenschaftler richtet.
  • Erneuerbare Energien: Das Thema erneuerbare Energien steht in engem Zusammenhang mit dem Thema Wasser, weswegen beide Netzwerke gemeinsame Arbeiten durchführen. Themen der Gruppe sind unter anderem die Stromversorgung im ländlichen Raum sowie die Nutzung von Solar- und Windenergie.
  • Biotechnologie: Die Expertengruppe Biotechnologie beschäftigte sich bei dem Workshop "Better Plants for Better Life" mit Methoden zur Erhöhung pharmazeutisch, phytopathologisch, ernährungsphysiologisch oder technisch relevanter Inhaltsstoffe in Kulturpflanzen. In nächster zeit wird es um die Veredelung nachwachsender Rohstoffe gehen, deren Ergebnisse für die Anwendungsfelder Energiewirtschaft, Elektronik und Biomedizin nutzbar gemacht werden sollen.
  • Gesundheitsforschung: Die Fachgruppe arbeitet zu verschiedenen, in Ägypten besonders relevanten Krankheiten, z.B. Leukämie, Hepatitis C, gastrointestinale Erkrankungen und verschiedene Infektionskrankheiten. Bei den Workshops werden deren Diagnose und Therapiemöglichkeiten diskutiert sowie neueste Forschungsergebnisse und zukünftige Forschungsziele identifiziert. Weitere Workshops finden im Bereich der medizinischen Grundlagenforschung statt.
  • Geistes- und Sozialwissenschaften: In Ergänzung zu den technischen Schwerpunkten setzt sich die Expertengruppe Geistes- und Sozialwissenschaften mit gesellschaftswissenschaftlichen Fragen Deutschlands und Ägyptens auseinander. Die Konferenz "Identity and Globalisation" im Mai 2007 analysierte, wie diese Gesellschaften durch ihre Positionen zu und Reaktionen auf die weltweiten Veränderungsprozesse bestimmt werden. Die Expertenkonferenz "Bildungsentwicklung: wissenschaftliche Begleitung aktueller schulischer Praxis" widmet sich der Zusammenarbeit von pädagogischer Forschung, schulischer Praxis und politischer Steuerung zu diskutieren, um einen Beitrag zur Sicherstellung von gesellschaftlichem Forschritt und sozialem Frieden durch entscheidende Reformen im Bildungswesen zu leisten. Das Kurzzeitforschungsprojekt "Digital Consumer Culture" bietet jungen Forschern aus Deutschland und Ägypten die Gelegenheit zum Austausch über den spezifischen Umgang mit den neuen Medien auszutauschen.

In das Wissenschaftsjahr werden neben den Aktivitäten der Expertengruppen auch sämtliche deutsch-ägyptischen Veranstaltungen aus Forschung, Wissenschaft, Bildung und Kultur integriert, die keine zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Alle Veranstaltungen finden sich auf der offiziellen Website www.yearofscience.org, der zentralen Informationsplattform des Wissenschaftsjahres.

  • Ministerium

    18. Juni 2007

    Erste Europa-Mittelmeer-Ministerkonferenz zu Hochschulen und wissenschaftlicher Forschung

    Die erste Europa-Mittelmeer-Ministerkonferenz zu Hochschulen und wissenschaftlicher Forschung fand am 18. Juni 2007 in Kairo statt. Auf der Konferenz wurde die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Bereich wissenschaftliche Forschung und die Verbesserung der Qualität der Hochschul- und Berufsbildung in Partnerländern der Mittelmeerregion sowie der Standards für die Hochschulbildung beschlossen.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/10012.php)
  • Berlin Campus der German University in Cairo, ©GUC

    Ministerium

    Ägypten - Demokratisierungsprozesse unterstützen

    Ägypten ist nicht zuletzt durch seine Brückenfunktion zur arabischen Welt eines der wichtigsten Partnerländer Deutschlands im Nahen Osten. Im Januar 2013 erlebte diese Partnerschaft einen neuen Höhepunkt: In Berlin eröffnete eine Zweigstelle der German University in Cairo. Im Zuge des deutsch-ägyptischen Wissenschaftsjahres waren schon seit 2007 in der Zusammenarbeit mit Ägypten starke Impulse für neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt worden. Insbesondere Anwendungsorientierung und Industrierelevanz der bilateralen Projekte konnten verstärkt werden. Zugleich wurde durch die Einbeziehung neuer universitärer und außeruniversitärer Partner in Ägypten die Kooperation auf eine breitere Basis gestellt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/5859.php)

Zusatzinformationen

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