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Japan: Eine strategisch wichtige Säule der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) mit Japan ist eine der strategisch wichtigsten Säulen der deutsch-japanischen Beziehungen. Basierend auf diesem Abkommen von 1974 pflegt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Kooperation mit Japan. Themenschwerpunkte des Abkommens sind die Bereiche Meeresforschung und -technologie, Lebenswissenschaften und Umwelt. Als Zeichen der besonderen Beziehungen zwischen beiden Ländern reiste Bundesforschungsministerin Schavan vom 01.-04. Oktober 2011 nach Japan. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stand die Rolle von Forschung und Entwicklung beim Umbau unserer Energieversorgung.

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Bundesministerin Annette Schavan mit ihrem japanischen Amtskollegen Masaharu Nakagawa auf ihrer Japan-Reise im Oktober 2011 ©BMBFGrundlage der bilateralen Kooperation im Bereich Wissenschaft und Technologie zwischen Japan und Deutschland ist ein Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit auf wissenschaftlich-technologischem Gebiet vom 08.10.1974 (WTZ-Abkommen). In diesem Abkommen erklären beide Staaten die Bereiche Umwelt (Erforschung und Entwicklung neuer Umweltschutz-Technologien), Lebenswissenschaften (biologische und medizinische Forschung und Technologie) sowie Meeresforschung und -technologie zu Schwerpunkten der bilateralen Zusammenarbeit.
Auf Basis des WTZ-Abkommens kooperieren nicht nur die Ministerien beider Nationen miteinander. Auch die deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen sind sehr aktiv in der Zusammenarbeit mit Japan. Seit April 2009 ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit einem Büro on Tokyo vertreten. Gemeinsam mit den japanischen Partnereinrichtungen, allen voran die Japan Society for the Promotion of Science  und die Japan Science and Technology Agency, fördern sie den Austausch mit Japan.
Die japanische Regierung arbeitet derzeit an einer neuen, global orientierten Innovationsstrategie: Die sich über die kommenden 20 Jahre erstreckende "Innovation 25"-Strategie soll durch eine neue wissenschaftlich-technologische Außenpolitik flankiert werden. Vor diesem Hintergrund hat Japan großes Interesse an der Hightech-Strategie der Bundesregierung und strebt wegen der sich teilweise ergänzenden Zielsetzungen eine enge Abstimmung mit dem BMBF an. Aus Sicht der Bundesregierung wird eine engere bilaterale Abstimmung auch für Deutschland große Vorteile bringen.

Schwerpunkte der Kooperation

Vernetzung deutscher Kompetenznetze mit japanischen Clustern

Im Rahmen des Deutschlandjahres in Japan hat das BMBF die Netzwerkbildung deutscher Kompetenznetze mit japanischen Clustern initiiert. Ziel ist es, die internationale Vernetzung deutscher Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit Japan auszubauen, um Kompetenzgewinne und Innovationsvorsprünge für die deutsche Wissenschaft und Wirtschaft herauszuarbeiten. 2010 wurden entsprechende Aktivitäten in den Bereichen Nanotechnologie und Lebenswissenschaften gefördert.

Junior Experts Exchange Program

Seit 2003 unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und dem japanischen Ministry of Foreign Affairs ein Austauschprogramm für Junior-Experten.
Das Programm zielt darauf ab, Kontakte zwischen deutschen und japanischen Forschern herzustellen und die Bildung von Netzwerken zwischen deutschen und japanischen Kompetenzzentren zu unterstützen. Ziel ist es, herausragenden deutschen und japanischen Nachwuchswissenschaftlern eine Gelegenheit für interdisziplinären Austausch zu bieten und so den japanisch-deutschen Wissenschaftsdialog zu intensivieren. So sollen langfristige Kontakte zwischen den Nachwuchswissenschaftlern beider Nationen geschaffen, der Austausch von Fachwissen zwischen japanischen und deutschen Teilnehmern gefördert und jüngeren Wissenschaftlern die Möglichkeit langfristiger japanisch-deutscher Kooperationen eröffnet werden.
2011 richtete sich die Ausschreibung gezielt an "Junior-Experts" in deutschen Kompetenzzentren im Bereich der erneuerbaren Energien.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit

Vom 01. bis 04. Oktober 2011 besuchte Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan Japan. Ziel der Reise war es, die deutsch-japanische Zusammenarbeit in Forschung und Bildung zu intensivieren. Sie steht insgesamt unter dem Eindruck der Folgen des Erdbebens sowie des Reaktorunglücks in Fukushima im März diesen Jahres. Die Energieforschung sowie die zukünftige Ausrichtung der Energiepolitik standen deshalb im Mittelpunkt der Gespräche. 

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan (unten, 5. von links)  im Anschluss an die Verleihung des Ehrendoktors der Meiji-Universität am 3. Oktober 2011Im Rahmen ihrer Reise besuchte die Ministerin das STS Forum in Kyoto und hielt dort eine Rede zum Thema "Science and Technology fort the Future of Humankind". Darüber traf sie mit verschiedenen für Bildung, Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministern sowie dem Leiter des Councils for Science and Technology in der japanischen Regierung zu Gesprächen zusammen. Am Montag, den 3.Oktober, wurde der Ministerin von der renommierten Meiji-Universität die Ehrendoktorwürde verliehen. Am Dienstag, den 04. Oktober hat Bundesministerin Schavan im Rahmen des Deutsch-Japanischen Forums zur zukünftigen Ausrichtung der Energiepolitik gesprochen.

Staatssekretärin Quennet-Thielen besuchte Japan im September 2010, um Gespräche im Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) zu führen sowie im Zusammenhang mit den Planungen für das "Haus der Zukunft" in Berlin mit dem Leiter des Wissenschaftsmuseums "Miraikan" in Tokyo zu führen.
Zur Intensivierung der Kooperation in den Neurowissenschaften haben am Rande des STS- Forum im Oktober 2010 BMBF und DFG und die Japan Science & Technology Agency (JST) ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Weitere Kontakte haben sich zum Thema Batterieforschung/Elektromobilität zwischen BMBF und der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) etabliert. Am 6. September 2010 wurde ein entsprechendes MoU zur gemeinsamen Förderung von Forschungsaktivitäten in Berlin unterzeichnet.

Besondere Aktivitäten des BMBF und der Wissenschafts- und Mittlerorganisationen

Der Austausch von Studierenden und Graduierten ist und bleibt die Keimzelle für die bilaterale Kooperation zwischen Deutschland und Japan auf der Ebene der offiziellen wissenschaftlich-technologischen Kooperation.
Anlässlich der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Japan vor 150 Jahren hat das BMBF daher die "Japan-Wochen an deutschen Hochschulen" gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz als die herausragende Initiative im Wissenschaftsbereich konzipiert und hierfür Fördermittel bereitgestellt. Die Veranstaltungen an 18 deutschen Hochschulen, deren Projektvorschläge sich in einem Wettbewerb durchgesetzt haben, machen nicht nur den Hochschulangehörigen, sondern auch jeweils der regionalen Öffentlichkeit die Vielfalt und Intensität der akademischen Zusammenarbeit mit Japan anschaulich. Die Mittel hierzu sind vielfältig, neben Vorträgen zu den Kooperationsbeziehungen der Hochschulen, Symposien und Workshops gibt es Schnuppersprachkurse, Kurse in Kalligraphie und Blumenstecken und Erlebnisberichte von deutschen Japan-Alumni.
Die Solidarität mit dem japanischen Volk ist eine tragende Säule der bilateralen Zusammenarbeit. Nach dem verheerenden Erdbeben und den damit verbundenen schweren Folgen hat das BMBF "Sofortmaßnahmen zur Unterstützung der Kooperation mit Japan" ergriffen. Über den DAAD werden Mittel für Maßnahmen zur Unterstützung der Kooperation an den Universitäten Paderborn, Münster und Göttingen bereit gestellt. Darüber hinaus wird die vom Erdbeben stark beschädigte Tsukuba Universität bei der Ausrichtung einer deutsch-japaniscghen Konferenz in der Medizin unterstützt.

Zusatzinformationen

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Reden

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Dokumente

  • Deutschland in Japan 2005/2006

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    Titelbild der Publikation

    Informationsflyer zu den einzelnen Veranstaltungen im Deutschlandjahr 2005/2006 (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/deutschland_in_japan_Flyer_dt.pdf)

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