
"Die Ergebnisse der PISA- Studie zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Gerade im Vergleich zu anderen Ländern hat sich Deutschland über die Jahre kontinuierlich verbessert und liegt inzwischen in vielen Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. In unser Bildungssystem ist eine positive Dynamik gekommen. Der Einsatz aller an Bildung Beteiligten hat sich gelohnt. Wir werden diesen Weg konsequent fortsetzen," erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich der Veröffentlichung der PISA-Erhebung 2009.
Deutschland gehört zu den sieben OECD-Staaten, in denen sich die Lesekompetenz von PISA 2000 zu PISA 2009 signifikant verbessert hat. Sie liegt mit 497 Punkten nun im Mittelfeld der OECD-Staaten. Hier besteht weiterhin politischer Handlungsbedarf. In Mathematik gehört Deutschland zu den sechs OECD-Staaten, die sich seit PISA 2003 verbessert haben. Mit 513 Punkten liegt Deutschland 2009 erstmals im oberen Drittel. Noch stärker aufgeholt hat Deutschland in den Naturwissenschaften. Hier erreichten die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler im deutschen Durchschnitt 520 Punkte.
Jugendliche mit Migrationshintergrund konnten sich seit PISA 2000 im Lesen um 26 Punkte substanziell verbessern. Auch der Zusammenhang zwischen Lesekompetenz und sozialer Herkunft hat seit PISA 2000 abgenommen. Er ist aber im Vergleich zu anderen Ländern nach wie vor hoch.
Bundesbildungsministerin Schavan: "Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den sogenannten Risikogruppen ist gegenüber PISA 2000 gesunken. Aber immer noch können viele 15jährige nur ungenügend lesen und rechnen. Gerade für benachteiligte Kinder werden wir noch mehr tun. In unserer Initiative ,Lernen vor Ort' arbeiten Kommunen daran, mehr Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen. Mit dem Programm "Abschluss und Anschluss-Bildungsketten bis zum Berufsabschluss" wollen wir die Zahl der Schulabbrecher weiter verringern - 500 neue Bildungslotsen haben gerade die Arbeit aufgenommen. Und mit unserem neuen Programm "Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" verbessern wir zusammen mit der Stiftung Lesen Bildungschancen ganz konkret und nachhaltig. Wir ermutigen damit Eltern zum Vorlesen und Kinder zum Lesen."
PISA ("Programme for International Student Assessment") ist eine international vergleichende Schulleistungsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre stattfindet. Sie erfasst unter anderem, inwieweit Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erworben haben und inwiefern die Leistung von der Herkunft abhängt. Dabei steht in jedem Jahr eine Kompetenz im Mittelpunkt. 2009 war dies Lesen, 2012 wird es Mathematik und 2015 die Naturwissenschaften sein.
An PISA 2009 haben rund 470.000 Schülerinnen und Schüler in 30 OECD-Länder und 37 Partner-Länder bzw. -Regionen teilgenommen. In Deutschland waren rund 5000 Schülerinnen und Schüler aus 226 Schulen beteiligt. Der nationale Projektmanager war Prof. Dr. Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt / Main. Er wurde unterstützt durch ein Konsortium. Mitglieder waren neben ihm:
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).
Der Bericht "PISA 2009: Bilanz nach einem Jahrzehnt" kann zum Preis von 24,90 € im Buchhandel erworben werden.
Die nächsten beiden PISA-Studien (2012 und 2015) werden in Deutschland vom Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) durchgeführt. Der nationale Projektmanger ist Prof. Dr. Manfred Prenzel von der School of Education an der TU München, der bereits für PISA 2003 verantwortlich war.
PISA 2009 ermöglicht erstmals keinen Vergleich der Bundesländer mehr. Stattdessen haben die Bundesländer eine nationale Überprüfung der Bildungsstandards beschlossen, der vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) durchgeführt wird.
Die Bundesbildungsministerin kündigt finanzielle Hilfen des Bundes für die Länder an mehr

Band 2 der Reihe Bildungsreform (3. unveränderte Auflage)
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