Bildung

Internationalisierung der Hochschulen

Die wachsende Globalisierung erfordert eine stärkere internationale Ausrichtung der Hochschulen in einem weltweiten Bildungsmarkt sowie mehr Austausch von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Der internationale Austausch ist so mehr denn je Voraussetzung für moderne Hochschulen, Spitzenforschung und Innovation.

Die Bundesregierung unterstützt die deutschen Hochschulen, sich gegen die wachsende internationale Konkurrenz zu behaupten. Das Hochschul-Marketing soll Studierende, Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen und Forscherinnen und Forscher weltweit für das Studieren und Forschen an deutschen Hochschulen interessieren. Die Hochschulen selbst sind auf dem Weg in einen "Europäischen Hochschulraum".

GAIN - German Acadmic International Network

In den USA forschen und arbeiten etwa 6000 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. GAIN - German Acadmic International Network versteht sich als Plattform und wichtiges Vernetzungsinstrument. Über 3000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind bereits registriert. In den vergangenen Jahren hat sich GAIN als Forum zur Vernetzung der deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nordamerika und als Plattform für einen besseren Informationsfluss über den Atlantik in beiden Richtungen etabliert.

Dabei geht es GAIN nicht nur um eine mögliche Rückkehr auf interessante Positionen in Europa, sondern auch um das Kontakthalten und die Zusammenarbeit mit denjenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich für einen längeren (oder dauerhaften) Aufenthalt im US-Wissenschaftssystem entschieden haben.

Angeboten werden sowohl eine kontinuierliche Berichterstattung über Neuerungen in der Wissenschaftspolitik, monatliche Newsletter, regelmäßige Wissenschaftlertreffen, sowohl auf regionaler wie auf nationaler Ebene, sowie Rekrutierungsmessen (Job- Börsen). Um einen Großteil dieser Akademiker nach Deutschland zurückzuholen bedarf es vor allem attraktiver Stellenangebote. Das Forum GAIN bietet daher auch praktische Tipps für die Zeit während und nach dem Postdoc und eine Reihe von Workshops zur Karriereentwicklung.

GAIN ist eine auf Anregung des BMBF 2003 gegründete Gemeinschaftsinitiative der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungseinrichtungen, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft , die Hochschulrektorenkonferenz  und die Deutsche Krebshilfe sind als assoziierte Mitglieder beigetreten.

GAIN Jahrestagung 2011 in San Francisco

Jahrestagungen von GAIN finden abwechselnd an der Ost- oder Westküste statt. An den Tagungen nehmen außer deutschen Wissenschaftlern auch hochrangige Vertreter von BMBF und Wissenschaftsorganisationen  sowie Vertreter aus der Wirtschaft und der Politik teil.

Die Konferenz in San Francisco vom 02. bis 04. September 2011 wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative GAIN ausgerichtet und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.
Die dreitägige Veranstaltung mit über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, beschäftigte sich in verschiedenen Formaten mit den Karrierewegen und den Zukunftsperspektiven für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland und Europa.

Es trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, die zur Zeit in den USA und Kanada tätig sind, ebenso wie zahlreiche Vertreter der deutschen Wissenschaftslandschaft, aus Forschung und Industrie ein. Auch 2011 gab es zudem eine Talent Fair, die von GAIN gemeinsam mit der GSO organisiert wurde.

Der Dialog mit diesen Wissenschaftlern ist ein wichtiges Anliegen der hiesigen Politik und Wissenschaft. Das große Interesse an der Rückgewinnung der Akademiker nach Europa, sowie der kontinuierliche Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, stehen somit bei den Jahrestagungen im Vordergrund. Nicht zuletzt im Hinblick auf den in Deutschland beklagten Fachkräftemangel bilden die Kompetenzen und Kenntnisse, die der Forschungsnachwuchs in Nordamerika erwirbt, eine Chance für die Innovation am Standort Deutschland.
Zahlreiche Links zu Fördermöglichkeiten für deutsche Rückkehrer finden sich auf der Homepage.

Wissenschafts-Konferenz "Building Bridges: Spitzenforscher für Deutschland, Spitzenforschung in Deutschland" 2011

Unter dem Motto "Building Bridges" fand in Berlin vom 22. bis zum 25. Juni 2011 eine Wissenschaftskonferenz zum Thema Braingain statt. Das BMBF fördert diese Veranstaltung des German Scholars Organization e.V. (GSO), der in Ausland arbeitende deutsche Forscher unterstützt, zusammenführt und mit inländischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen vernetzt. 

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

Die Konferenz bot einen Rahmen, in dem Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft darüber diskutieren konnten, wie der Standort Deutschland im weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe attraktiver werden kann. BMBF-Staatssekretärin Quennet-Thielen betonte in ihrer Rede auf der Konferenz am 24. Juni die Wichtigkeit einer neuen Willkommenskultur.

Sofja-Kovalevskaja-Preis 2010 zum fünften Mal vergeben

Ein wichtiges Ziel des BMBF ist die Gewinnung von Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus dem Ausland zur wissenschaftlichen Arbeit an Hochschulen und Forschungsinstituten in Deutschland: Mit dem Sofja-Kovalevskaja-Preis erhalten hervorragend qualifizierte jüngere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Mittel, um mit einer eigenen Arbeitsgruppe für nun fünf Jahre auf einem selbst gewählten Forschungsfeld arbeiten zu können. Das BMBF hat den Preis im Jahr 2002 gestiftet und mit insgesamt 10 Millionen Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Die von der Alexander von Humboldt Stiftung (AvH) vergebene Auszeichnung ist mit bis zu 1,65 Millionen Euro pro Preisträger einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise in der Bundesrepublik.

17 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten den Preis am 09.11.2010. Er wurde verliehen von der Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan und dem Präsidenten der Alexander von Humboldt-Stiftung, Prof. Dr. Helmut Schwarz.

Austausch von Studierenden, Graduierten und Wissenschaftlern

Das BMBF unterstützt den Austausch von deutschen Studierenden, Graduierten und Wissenschaftlern mit dem Ziel, den akademischen Nachwuchs in Deutschland wissenschaftlich und kulturell international zu qualifizieren. Diese Aufgabe nehmen die Mittlerorganisationen wahr. Die größte und wichtigste von ihnen ist der Deutsche Akademische Austauschdienst, DAAD, der für alle Länder und Fachrichtungen offen ist. Knapp 600.000 Deutsche haben in den letzten 50 Jahren mit einem DAAD-Stipendium ein Praktikum, einen Studien-oder Forschungsaufenthalt im Ausland absolviert. Der DAAD koordiniert auch die Initiative Go East, die mehr deutsche Studierende und Graduierte für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Mittel- und Osteuropa  bzw. GUS gewinnen möchte. Der DAAD ist überdies zuständig für die Durchführung der EU-Bildungsprogramme SOKRATES und LEONARDO.

Das BMBF fördert zudem

Die bedeutendste Förderorganisation für den internationalen Austausch von Postdoktoranden und Wissenschaftlern ist die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH). Die AvH fördert aus Mitteln des BMBF promovierte deutsche Nachwuchswissenschaftler, die einen Auslandsaufenthalt bei ehemaligen Humboldt-Stipendiaten anstreben (Feodor-Lynen-Programm). Außerdem vergibt die AvH die renommierten Humboldt-Forschungspreise an die weltweit besten ausländischen Wissenschaftler für ihr wissenschaftliches Lebenswerk, verbunden mit einer Einladung zur wissenschaftlichen Arbeit in Deutschland.

Mobilitätszentrum für Bildung und Wissenschaft

In Zusammenarbeit mit dem BMBF hat die AvH auch das "Mobilitätszentrum für Bildung und Wissenschaft" aufgebaut, das Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern im Ausland - insbesondere  auch aus den USA - bessere Informations- und Vermittlungsmöglichkeiten für Forschungstätigkeiten an Hochschulen, in außeruniversitären Einrichtungen und in der Industrieforschung eröffnen soll.

Marketing

Im Rahmen der "Hi!-Potentials"-Kampagne für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland werben insbesondere Hochschulen unter dem Motto "International Careers made in Germany" weltweit seit 2001 erfolgreich um Studierende und jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Marketing-Kampagne GATE von DAAD, HRK und Hochschulen unterstützt deutsche Hochschulen bei Messe- und Informationsveranstaltungen im Ausland. Unsere Hochschulen konnten dadurch in den letzten Jahren erheblich gestiegene Interessentenzahlen aus dem Ausland verzeichnen. Das Informationsportal www.campus-germany.de informiert darüber hinaus über Studieren, Forschen und Alltag in Deutschland. Der neue standardisierte Deutschtest TestDaF, der bereits im Heimatland abgelegt werden kann, soll die sprachliche Vorbereitung erleichtern. Das Hochschul-Marketing wird in Zukunft verstärkt auf ausgesuchte Zielländer konzentriert. Gleichzeitig wird das Informations- und Beratungsnetzwerk - vor allem des DAAD - im Ausland ausgebaut.

Deutsche Hochschulen auf dem internationalen Bildungsmarkt

Mit dem Programm "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland"des DAAD werden erstmals Hochschulen dabei unterstützt, eigene Lehrangeboten weltweit vor Ort anzubieten. Dieser Markt wurde bisher wesentlich von Universitäten aus den angelsächsischen Ländern dominiert. Zurzeit werden 27 Projekten deutscher Hochschulen im Ausland gefördert. Diese reichen vom

  • Aufbau einer German University in Cairo (auf deutscher Seite koordiniert durch Universität Ulm in Kooperation mit TU Stuttgart), die Anfang Oktober 2003 feierlich eröffnet wurde und
  • einer Deutsch-Jordanischen Fachhochschule (GJU, Kooperation mit: Hochschule Magdeburg-Stendal) in Amman als größte Vorhaben
  • sowie einer "German School of Music Weimar" der Hochschule für Musik Franz Liszt (Weimar) in Korea
  • über Hochschulzentren z.B. in Singapur (Kooperation mit: TU München) und Hanoi (mit TU Dresden)
  • über einzelne fachliche Studiengänge wie u.a. Ingenieurwissenschaften (Kooperation mit FH Aachen) im Iran, einen Master of Law in Chile (mit Universität Heidelberg), Entwicklungsmanagement der Universität Bochum in Kapstadt, Internationale Betriebswirtschaft in China (mit FH Furtwangen).

Die beteiligten deutschen Hochschulen versprechen sich neben internationaler Reputation eine hervorragende Basis für die langfristige Kooperation mit den betreffenden Ländern im Interesse des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses. Deutsche Firmen sehen in diesen Projekten eine Chance zu hervorragend ausgebildeten Fachleuten vor Ort, und für die Länder selbst bedeuten die Angebote eine oft dringend gewünschte Weiterentwicklung der eigenen Hochschulbildung. Wesentliche Investitionen werden deshalb mit dortigen Mitteln finanziert.

Deutsche Nachwuchswissenschaftler in den USA

Viele hochqualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland  forschen in den USA. Unser Interesse ist es, möglichst viele von ihnen für eine Fortsetzung ihrer Karriere in Deutschland zu gewinnen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Lebenssituation, USA-Erfahrungen, Karrierepläne, Rückkehrabsichten und die wahrgenommenen Rückkehrhemmnisse deutscher Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die sich als Postdoctoral Scholars in den USA aufhalten.

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