Bildung

Internationalisierung der Hochschulen

Die Bundesregierung unterstützt die deutschen Hochschulen, sich gegen die wachsende internationale Konkurrenz zu behaupten. Das Hochschul-Marketing soll Studierende, Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen und Forscherinnen und Forscher weltweit für das Studieren und Forschen an deutschen Hochschulen interessieren. Die Hochschulen selbst sind auf dem Weg in einen "Europäischen Hochschulraum". Dazu gehören auch Auszeichnungen wie der Sofja-Kovalevskaja-Preis, um Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus dem Ausland zur wissenschaftlichen Arbeit an Hochschulen und Forschungsinstituten in Deutschland zu holen.

Die wachsende Globalisierung erfordert eine stärkere internationale Ausrichtung der Hochschulen in einem weltweiten Bildungsmarkt sowie mehr Austausch von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Der internationale Austausch ist mehr denn je Voraussetzung für moderne Hochschulen, für Spitzenforschung und Innovation.

Die Bundesregierung unterstützt die deutschen Hochschulen, sich gegen die wachsende internationale Konkurrenz zu behaupten. Das Hochschul-Marketing soll Studierende, Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen und Forscherinnen und Forscher weltweit für das Studieren und Forschen an deutschen Hochschulen interessieren.  Die Hochschulen selbst sind auf dem Weg in einen "Europäischen Hochschulraum".

Sofja-Kovalevskaja-Preis 2006 zum dritten Mal vergeben

Ein wichtiges Ziel des BMBF ist die Gewinnung von Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus dem Ausland zur wissenschaftlichen Arbeit an Hochschulen und Forschungsinstituten in Deutschland: Mit dem Sofja-Kovalevskaja-Preis erhalten hervorragend qualifizierte jüngere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Mittel, um mit einer eigenen Arbeitsgruppe für nun vier Jahre auf einem selbst gewählten Forschungsfeld arbeiten zu können. Das BMBF hat den Preis im Jahr 2002 gestiftet und mit insgesamt 10 Millionen Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Die von der Alexander von Humboldt Stiftung (AvH) vergebene Auszeichnung ist mit bis zu 1,2 Millionen Euro pro Preisträger einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise in der Bundesrepublik.

Zwölf internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten den Preis am 07.11.2006. Er wird verliehen von der Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan und dem Präsidenten der Alexander von Humboldt-Stiftung, Prof. Wolfgang Frühwald.

Austausch von Studierenden, Graduierten und Wissenschaftlern

Das BMBF unterstützt den Austausch von deutschen Studierenden, Graduierten und Wissenschaftlern mit dem Ziel, den akademischen Nachwuchs in Deutschland wissenschaftlich und kulturell international zu qualifizieren. Diese Aufgabe nehmen die Mittlerorganisationen wahr. Die größte und wichtigste von ihnen ist der Deutsche Akademische Austauschdienst, DAAD, der für alle Länder und Fachrichtungen offen ist. Knapp 600.000 Deutsche haben in den letzten 50 Jahren mit einem DAAD-Stipendium ein Praktikum, einen Studien-oder Forschungsaufenthalt im Ausland absolviert. Der DAAD koordiniert auch die Initiative Go East, die mehr deutsche Studierende und Graduierte für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Mittel- und Osteuropa  bzw. GUS gewinnen möchte. Der DAAD ist überdies zuständig für die Durchführung der EU-Bildungsprogramme SOKRATES und LEONARDO.

Das BMBF fördert zudem

  • den Studierenden- und Dozentenaustausch mit den USA über die Fulbright-Kommission,
  • die Internationale Praktikumsförderung von FH-Studierenden durch die InWent-Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH,
  • das Master-Studium an den Europa-Kollegs Brügge (Belgien) und Natolin (Polen) über die Europäische Bewegung Deutschland,
  • Das besondere deutsch-französische Verhältnis drückt sich in der Förderung der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) durch beide Regierungen aus. Die DFH ist ein Verbund von deutschen und französischen Hochschulen, gefördert werden Austauschmaßnahmen in binationalen Studiengängen sowie in Doktoranden- und Forschungsprogrammen,
  • den Wissenschaftleraustausch über die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)

Die bedeutendste Förderorganisation für den internationalen Austausch von Postdoktoranden und Wissenschaftlern ist die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH). Die AvH fördert aus Mitteln des BMBF promovierte deutsche Nachwuchswissenschaftler, die einen Auslandsaufenthalt bei ehemaligen Humboldt-Stipendiaten anstreben (Feodor-Lynen-Programm). Außerdem vergibt die AvH die renommierten Humboldt-Forschungspreise an die weltweit besten ausländischen Wissenschaftler für ihr wissenschaftliches Lebenswerk, verbunden mit einer Einladung zur wissenschaftlichen Arbeit in Deutschland.

Mobilitätszentrum für Bildung und Wissenschaft

In Zusammenarbeit mit dem BMBF hat die AvH auch das "Mobilitätszentrum für Bildung und Wissenschaft" aufgebaut, das Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern im Ausland - insbesondere  auch aus den USA - bessere Informations- und Vermittlungsmöglichkeiten für Forschungstätigkeiten an Hochschulen, in außeruniversitären Einrichtungen und in der Industrieforschung eröffnen soll.

Marketing

Im Rahmen der "Hi!-Potentials"-Kampagne für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland werben insbesondere Hochschulen unter dem Motto "International Careers made in Germany" weltweit seit 2001 erfolgreich um Studierende und jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Marketing-Kampagne GATE von DAAD, HRK und Hochschulen unterstützt deutsche Hochschulen bei Messe- und Informationsveranstaltungen im Ausland. Unsere Hochschulen konnten dadurch in den letzten Jahren erheblich gestiegene Interessentenzahlen aus dem Ausland verzeichnen. Das Informationsportal www.campus-germany.de informiert darüber hinaus über Studieren, Forschen und Alltag in Deutschland. Der neue standardisierte Deutschtest TestDaF, der bereits im Heimatland abgelegt werden kann, soll die sprachliche Vorbereitung erleichtern. Das Hochschul-Marketing wird in Zukunft verstärkt auf ausgesuchte Zielländer konzentriert. Gleichzeitig wird das Informations- und Beratungsnetzwerk - vor allem des DAAD - im Ausland ausgebaut.

Deutsche Hochschulen auf dem internationalen Bildungsmarkt

Mit dem Programm "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland"des DAAD werden erstmals Hochschulen dabei unterstützt, eigene Lehrangeboten weltweit vor Ort anzubieten. Dieser Markt wurde bisher wesentlich von Universitäten aus den angelsächsischen Ländern dominiert. Zurzeit werden 27 Projekten deutscher Hochschulen im Ausland gefördert. Diese reichen vom

  • Aufbau einer German University in Cairo (auf deutscher Seite koordiniert durch Universität Ulm in Kooperation mit TU Stuttgart), die Anfang Oktober 2003 in Anwesenheit des ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak und vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder feierlich eröffnet wurde und
  • einer Deutsch-Jordanischen Fachhochschule (GJU, Kooperation mit: Hochschule Magdeburg-Stendal) in Amman als größte Vorhaben
  • sowie einer "German School of Music Weimar" der Hochschule für Musik Franz Liszt (Weimar) in Korea
  • über Hochschulzentren z.B. in Singapur (Kooperation mit: TU München) und Hanoi (mit TU Dresden)
  • über einzelne fachliche Studiengänge wie u.a. Ingenieurwissenschaften (Kooperation mit FH Aachen) im Iran, einen Master of Law in Chile (mit Universität Heidelberg), Entwicklungsmanagement der Universität Bochum in Kapstadt, Internationale Betriebswirtschaft in China (mit FH Furtwangen).

Die beteiligten deutschen Hochschulen versprechen sich neben internationaler Reputation eine hervorragende Basis für die langfristige Kooperation mit den betreffenden Ländern im Interesse des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses. Deutsche Firmen sehen in diesen Projekten eine Chance zu hervorragend ausgebildeten Fachleuten vor Ort, und für die Länder selbst bedeuten die Angebote eine oft dringend gewünschte Weiterentwicklung der eigenen Hochschulbildung. Wesentliche Investitionen werden deshalb mit dortigen Mitteln finanziert.

Bologna-Prozess

Auf europäischer Ebene wird das Ziel verfolgt, bis 2010 einen "Europäischen Hochschulraum" zu schaffen und die hochschul- und forschungspolitische Zusammenarbeit in Europa noch weiter zu verstärken und an gemeinsamen Grundprinzipien zu orientieren ("Bologna-Prozess").

Deutsche Nachwuchswissenschaftler in den USA

Viele hochqualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland  forschen in den USA. Unser Interesse ist es, möglichst viele von ihnen für eine Fortsetzung ihrer Karriere in Deutschland zu gewinnen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Lebenssituation, USA-Erfahrungen, Karrierepläne, Rückkehrabsichten und die wahrgenommenen Rückkehrhemmnisse deutscher Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die sich als Postdoctoral Scholars in den USA aufhalten.

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